Das Wohlfühlprogramm der klassischen Nassrasur

Ein guter Vorsatz passt immer: Sich auch mal etwas Gutes tun. Manchmal ist dafür die Rückbesinnung auf alte Bräuche das Mittel der Wahl. Früher war ja nicht alles schlechter.

Ganz im Gegenteil sind manche Entwicklungen des Konsumverhaltens geradezu skurril. Wir kaufen ständig Krempel, den wir nicht brauchen. Produktentwicklung wird von der Marketingabteilung gesteuert, damit bunte Gimmicks in der Werbung Unterscheidbarkeit der sonst beliebigen Marken gewährleisten können.

Systemrasierer mit atomgetriebener Laservibration und 12 beweglichen, kryptonitbeschichteten Klingen zum Beispiel bieten kaum Fortschritt an Komfort. Dafür sind sie ein evolutionärer Höhepunkt der werbeinduzierten Geldvernichtung. Im Badezimmerschrank stehen sie meist unweit eines Produktes, das direkt aus der Hölle in die Supermarktregale aufsteigt: Dosenschaum. […] → zu Ende lesen

Culinary Short Cuts: Die Schokobombe

Ich sage es frei heraus: Backen ist nicht meins. Irgendwie fehlt mir das direkte Feedback, die Möglichkeit, abschmeckend in den Garprozess eingreifen zu können. Wenn das Backgut erst im Ofen ist, ist es zu spät für Korrekturen. Dementsprechend muss sich der geneigte Hobbykoch in Dessertfragen geradezu sklavisch an die Mengenangaben aus dem Rezeptbuch halten. Wohl dem, der eine auf das Mikrogramm geeichte Küchenwaage hat.

Dummerweise gehört zu einem vollendeten Menü auch ein Nachtisch. Außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten, zu denen man einen Kuchen beisteuern soll. So lange Kalorien oder Kakaoallergie kein einschränkender Faktor sind, ist das folgende Rezept die Geheimwaffe der Backmuffel. Alle Zutaten können mit Hohlmaßen wie Esslöffel oder Tassen „abgewogen“ werden oder einfach nach Augenmaß vermengt. Wenn der geneigte Leser oder die Leserin sich nur ein Dessertrezept aneignen möchte, dürfte dieses das passende sein. […] → zu Ende lesen

Position vs Funktion – Begriffsklärung für die Taktiktafel

Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.

1. Position

Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren. […] → zu Ende lesen

Das Ei ist der König der Küche

Das Ei ist der König der Küche

Das Ei verlangt nach höchster Aufmerksamkeit bei der Zubereitung. Dafür belohnt es den Koch mit seiner unübertroffenen Vielseitigkeit. Es ist das Schweizer Taschenmesser unter den Zutaten. Leider bekommt es selten die Aufmerksamkeit, die es verdient. Unseren Auftakt einer Serie zur Küchenalchemie bestreiten wir deshalb mit einem Hohelied auf den unbesungenen König der Küche in seiner reinsten Form: Dem Rührei.
[…] → zu Ende lesen

The Championships: Die Auslosung der deutschen Spieler

Zwei Wochen nach dem denkwürdigen French Open-Finale in Paris ist der Tennis-Zirkus im „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ angekommen. Wimbledon – das traditionelle Jahreshighlight – besitzt noch immer eine geradezu mystische Anziehungskraft auf Spieler und Fans. Ob dies ausschließlich an den starren Konventionen, die rund um den „heiligen Rasen“ penibel gepflegt werden, liegt, bleibt jedem Tennis-Freund selbst überlassen. Trotz der Kleiderregel „predominantly white“ und dem freien Umgang mit der Setzliste präsentieren sich die All England Championships in diesem Jahr so modern, wie nie zuvor. Das gerade von Fernsehanstalten lang ersehnte Dach über dem Centre Court sorgt für durchgängigen Tennis-Genuss. Der Ausspruch „play suspended due to rain“ ist somit zumindest auf dem größten Platz der Anlage Geschichte.

In Folge eins der Wimbledon-Serie wirft die Kontextschmiede einen Blick auf die Auslosung des dritten Majors und beleuchtet dabei besonders die Partien der deutschen Spieler. Zehn Herren und fünf Damen gehen mit unterschiedlichen Aussichten ins Rennen. […] → zu Ende lesen

Die Krawatte als Ausdruck der Bescheidenheit

In unserer Einführung zur Serie über Stil haben wir bereits darauf hingewiesen, dass ein Großteil der heute gültigen Benimmkonventionen willkürlich ausgewählte Symbole sind, die eine Wertschätzung der Mitmenschen demonstrieren sollen. Bestes Beispiel für solch ein Symbol ist die oft ungeliebte Krawatte. Sie erfüllt keinen funktionalen Zweck, sondern schränkt im Gegenteil nur die eigene Freiheit ein. Dahinter steckt System.

Warum bestehen Personalchefs auf Krawattenzwang für Mitarbeiter mit Kundenkontakt? Wieso muss es immer so förmlich sein, wenn ein Vorstellungsgespräch ansteht? Es gibt eine bessere Begründung als „weil sich das so gehört“. […] → zu Ende lesen



  • Über uns

    Die Kontextschmiede ist eine Plattform für junge Autoren, auf der ein breites Spektrum von gesellschaftlich relevanten Themen abgedeckt wird. Die Beiträge sollen Zusammenhänge, Hintergründe und Analysen bieten und Inhalte stets in einen Kontext einbetten, der neue Perspektiven eröffnet.

↑ Springe zum Seitenanfang

An der Technik der Kontextschmiede wird beständig gefeilt. Für Fehler bitten wir um Nachsicht. © Kontextschmiede