Medienkunst. Medien-​​Art. Sound-​​Art: Ein Interview mit Lilian Beidler

Und noch mal… Medi­en­kunst. Medien-​​Art. Sound-​​Art… name drop­ping für die Begriffe, die Nut­zer vir­tu­el­ler Such­ma­schi­nen mög­li­cher­weise mit die­sem Inter­view ver­bin­den. Die Suche nach Infor­ma­tio­nen zu die­sem Thema könnte einige Lese­rin­nen und Leser jetzt zwar erfolg­reich zu die­sem Text füh­ren, aber noch nicht die Erfah­rung bie­ten, die man mit dem Thema Medi­en­kunst gern ver­bun­den hätte. Sol­che Erfah­rung konnte man während der »inter­face« – Tage am Forum Freies Thea­ter (FFT) in Düsseldorf am Wochen­ende von 21 bis 22 Januar 2011 machen.

Was ist das Neue an Medi­en­kunst? Wie ändert sich die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Werk, wenn ver­schie­de­nen Medien gleich­zei­tig im Spiel sind? Die Bezie­hung zwi­schen dem Schaf­fen­den und dem Geschaf­fe­nen, sowie zwi­schen dem Werk und dem Betrach­ter ist ein Pro­zess von dia­lek­ti­scher Dyna­mik. Auf diese Weise wird das Kunst­werk als ein Gan­zes gese­hen, das aus dem Künstler, dem Objekt und dem Betrach­ter besteht. Was be-​​zieht sich zu was? Und wer ist der Hin-​​gezogene? Peter Slo­ter­dijk sagte: »Der Künstler und Ero­ti­ker lebt unter dem Ein­druck, dass eher die Dinge etwas von ihm wol­len als er von ihnen, und dass sie es sind, die ihn in das Aben­teuer der Erfah­rung verwickeln.«

Um die­sen Fra­gen näher zu kom­men, sprach ich mit Klang­künst­le­rin Lilian Beid­ler. […] → zu Ende lesen

»Niemand ist objektiv« — Interview mit Sabine Schiffer

Portrait Dr. Sabine SchifferFoto: Susanne Gab­ler. Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Sabine Schiffer

Dr. Sabine Schif­fer ist Grün­de­rin und Vor­sit­zende des Insti­tu­tes für Medi­en­ver­ant­wor­tung. Sie pro­mo­vierte über die Islam­dar­stel­lung in den Medien und for­mu­liert zu die­sem The­men­kom­plex Posi­tio­nen, die durch­aus das Prä­di­kat kon­tro­vers ver­die­nen. Zumin­dest die­nen ihre The­sen immer wie­der als Pro­jek­ti­ons­fo­lie für wüten­den Wider­spruch, zum Bei­spiel den des Kolum­nis­ten Hen­ryk M. Bro­ders. Wegen einer Aus­sage in einem Inter­view zum Mord an Marwa El-​​Sherbini, in dem Sie einen »sicher­lich ras­sis­ti­schen« Hin­ter­grund des Poli­zis­ten­fehl­schus­ses in dem tra­gi­schen Ereig­nis ver­mu­tete, wurde ihr ein Straf­be­fehl des Amts­ge­rich­tes Erlan­gen zuge­stellt. Ein in den Gerichts­saal stür­men­der Poli­zist schoss damals auf den Ehe­mann El-​​Sherbinis, wäh­rend die­ser mit dem Angrei­fer rang.

Frau Schif­fer erklärte sich bereit, trotz des lau­fen­den Ver­fah­rens einige Fra­gen per Mail zu beant­wor­ten, nach­dem Sie bereits einen ande­ren Arti­kel der Kon­text­schmiede kom­men­tiert hatte. Wir haben uns dar­auf geei­nigt, das Inter­view unge­kürzt im Wort­laut zu ver­öf­fent­li­chen. […] → zu Ende lesen

Musik als Folterinstument. Interview mit Christian Grüny

Mensch­li­che Grau­sam­keit hat viele Gesich­ter. Eine beson­ders per­fide Methode der Fol­ter ist es, Musik als Werk­zeug ein­zu­set­zen. Etwas all­täg­li­ches und all­ge­gen­wär­ti­ges wird zur Zer­stö­rung der mensch­li­chen Würde und Ver­stüm­me­lung der Psy­che ein­ge­setzt. Musik ist ein Teil des Lebens, der aus unse­rer Kul­tur nicht weg­zu­den­ken ist. Als Fol­ter­in­stru­ment miss­braucht, wirkt sie mög­li­cher­weise bis ans Lebens­ende nach.

Portrait Christian GrünyDie Opfer begeg­nen dem Werk­zeug ihrer Fol­ter auch in Frei­heit stets aufs neue. Wie wirkt sich Fol­ter mit Musik auf die mensch­li­che Psy­che aus? Eine Frage, die in der Wis­sen­schaft zuneh­mend dis­ku­tiert wird und aus­ge­hend von den Ereig­nis­sen in Guan­tá­namo und Berich­ten aus dem Irak­krieg auch die Öffent­lich­keit inter­es­siert. Chris­tian Grüny, Juni­or­pro­fes­sor für Kul­tur­re­fle­xion an der Uni­ver­si­tät Witten/​Herdecke, forscht seit meh­re­ren Jah­ren zum Thema Schmerz und beschäf­tigt sich in der letz­ten Zeit ver­mehrt mit Musik als Fol­ter­in­stru­ment. Kontextschmiede-​​Autor Mak­sim Hart­wig ver­sucht im Inter­view, die Mecha­nis­men der Fol­te­rung durch Melo­dien näher zu ergrün­den.
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»Ich versuche, nicht zu vergessen«

Murat Kur­naz wurde der inter­na­tio­na­len Öffent­lich­keit bekannt als zu Unrecht inhaf­tier­ter deutsch-​​türkischer Guantánamo-​​Insasse. Murat KurnazMurat Kur­naz stellte sich nach der Dis­kus­sion für ein kur­zes Inter­view zur Ver­fü­gung. Der 27-​​Jährige ist in Bre­men gebo­ren und auf­ge­wach­sen. Im Okto­ber 2001 flog er als gläu­bi­ger Mos­lem nach Pakis­tan, um in der Koran­schule „Tab­lighi Jamaat“ mehr über den Islam zu ler­nen. Auf dem Rück­weg im Novem­ber, das Flug­zeug­ti­cket in der Tasche, wurde er von der pakis­ta­ni­schen Poli­zei aus dem Bus geholt und fest­ge­nom­men. Gegen ein Kopf­geld ver­kaufte sie ihn an US-​​amerikanische Spe­zi­al­ein­hei­ten wei­ter. Was folgte, war ein vier­ein­halb­jäh­ri­ges Mar­ty­rium. Nach einem Auf­ent­halt im afgha­ni­schen Kan­da­har wurde der Bre­mer im Januar 2002 ins neu ange­legte US-​​Gefangenenlager Guan­tá­namo Bay gebracht, wo er nach eige­nen Anga­ben phy­sisch und psy­chisch gefol­tert wurde. Im August 2006, nach bestän­di­ger Inter­ven­tion durch Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel, kehrte er nach Deutsch­land zurück. Inzwi­schen hat er die deut­sche Staats­bür­ger­schaft bean­tragt. Am Rande der Podi­ums­dis­kus­sion in der Bre­mer Uni­ver­si­tät stand er der Kon­text­schmiede für ein kur­zes Gespräch zur Ver­fü­gung.
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