Wozu noch Feminismus in Blogs? Eine Frage der Perspektive
Die Frauen im deutschen Netzdiskurs verschaffen sich gerade mächtig Gehör — gemessen an der Lautstärke, die sie bislang an den Tag legten. Als Anne Roth im Freitag die Frage stellte, warum es keine Frauen unter den meinungsführenden deutschen Bloggern gäbe, bekam dieses oftmals unbemerkt vor sich hin köchelnde Thema Öffentlichkeit. Daraufhin wurde sie von Philip Banse für seine dctp.tv-Interviewreihe mit Bloggern befragt. Zeitnah gab es eine Wahl zur Bloggerin des Jahres und damit einher ging ein weiterer Zuwachs an Öffentlichkeit femininer und feministischer Diskurse. Denn viele der beteiligten Bloggerinnen bekennen sich zu Feminismus, Frauenrechten und Geschlechterdebatten.
Prompt werden sie dafür angefeindet. Selbst wenn wir die Trolle und Idioten vernachlässigen, die um des Radaus willen oder aus überzeugter Ignoranz gegen solche Emanzipationsbemühungen anstänkern, müssen wir feststellen: Der Teil des Netzes, in dem Meinung gemacht wird, ist ein von Männern dominierter Diskursraum und damit ein Paradebeispiel für patriarchalische Strukturen. Die Stimmen von Frauen werden marginalisiert, auch aufgeklärte, moderne Männer betreiben unwillentlich beständig othering und gemäß dem Wesen von struktureller Diskriminierung arbeiten auch Frauen an der Bestätigung fremdbestimmter Selbstbilder mit.
Wie sehr die eigene Perspektive von einem patriarchalischen System und den darin begründeten Erwartungen geprägt ist? Der geneigte Leser und auch die geneigte Leserin möge sich fragen: Was sind vier erfolgversprechende Verhaltensregeln, die Frauen Schutz vor Vergewaltigung bieten? […] → zu Ende lesen






