Die Integrationsdebatte in Deutschland tritt auf der Stelle. Nun ist Integration auch kein einfaches Thema. Nicht, weil die damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme so komplex wären. Sie sind nicht komplizierter als die meisten anderen gesellschaftlichen Probleme. Kompliziert ist heutzutage scheinbar jedes Problem und befriedigende Lösungen sind ohnehin nicht die Stärke des politischen Betriebes. Trotzdem finden in den anderen Debatten die betroffenen Teilnehmer der Gesellschaft statt, selbst wenn sie nur wütenden Protest beitragen können. Die von der Integrationsdebatte betroffenen Mitglieder finden in der Debatte um ihre ureigenen Interessen aber nicht statt.
Die Integrationsdebatte tritt auf der Stelle, weil die Bewertung dieser Probleme so fundamental mit den persönlichen Vorstellungen von Kultur verknüpft ist, dass sich die meisten Diskussionsteilnehmer einer kritischen Überprüfung dieser Vorstellung verweigern — das würde nämlich einer kritischen Überprüfung des eigenen Identitätsentwurfs erschreckend nahe kommen. Und wer hinterfragt seine Überzeugungen schon gern? Die von der Integrationsdebatte betroffenen Menschen sind jedenfalls nicht irgendwelche Ausländer. Die Menschen, um die es in dieser Debatte eigentlich geht, sind wir. Es sind wir alle, die wir Mitglieder dieser Gesellschaft sind. […] → zu Ende lesen
Der Begriff »Medium« wird in vielen verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Nicht selten kommt es dabei zu Mißverständnissen und fehlgeleiteten Annahmen über das Wesen von Kommunikation. Speziell die Vereinnahmung der Begriffe »Medien« und »Kommunikation« durch Publizistik und PR trübt den Blick darauf, wie Bedeutung zwischen Menschen übertragen wird, wenn es nicht gerade darum geht, Inhalte oder das Image eines Unternehmens zu verkaufen.
Wenn wir uns nur Epiphänomene der Kommunikation ansehen, weil wir zu sehr darauf fokussiert sind, welche Akteure sich im gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess positionieren, verstehen wir nie die zugrunde liegenden Wirkmechanismen und gelangen schnell zu falschen Verallgemeinerungen. Der Diskurs über neue Medien ist selbst ein gutes Beispiel dafür, wie Distributionskanäle und Medium in einen Topf geworfen werden. […] → zu Ende lesen
Zur WM habe ich mich auf taktische Varianten gefreut und auf Innovationen durch Exoten gehofft. Anders als es die fast durchweg negativen Bewertungen der Vorrunde durch die Sportberichterstattung erwarten ließen, bin ich nicht enttäuscht: Eine Formation entwickelt sich spätestens mit diesem Turnier vom Trend zum Standard, woraufhin neue Formationen erst richtig spannend werden — und ein paar dieser Versuche, dem Standard ein Schnippchen zu schlagen waren geradezu spektakulär. […] → zu Ende lesen