Details bei der Fußballweltmeisterschaft

Die Bericht­er­stat­tung zur Welt­meis­ter­schaft in Süd­afrika ist breit gefä­chert: Neben der Auf­be­rei­tung für den Gele­gen­heits­fan fin­den sich dank des Medi­en­la­bors Inter­net auch Nischen für die Details des schö­nen Spiels. Wäh­rend das schon ein­schlä­gig zu nen­nende Zonal­mar­king sich bemüht, die Quan­ti­tät der Tak­ti­kana­ly­sen auf welt­meis­ter­li­ches Niveau zu heben, fin­den sich gra­fi­sche Detail­auf­nah­men auch auf Deutsch, zum Bei­spiel bei Johan Peter­sen. Eine beson­dere Perle möchte ich hier noch mal nach­drück­lich all jenen ans Herz legen, die Sport gerne aus wis­sen­schaft­li­cher Per­spek­tive betrachten:

Ross Tucker und Jona­than Dugass sind zwei Sport­wis­sen­schaft­ler aus Süd­afrika, deren Schwer­punkt in der Leis­tungs­dia­gnos­tik liegt. Auf »The Sci­ence of Sport« blog­gen sie dar­über, wie Tem­pe­ra­tur­un­ter­schiede sich auf Best­zei­ten im Mara­thon aus­wir­ken, über Doping, Ver­let­zungs­an­fäl­lig­keit, Trai­nings­steue­rung und mehr, und pünkt­lich zur WM im eige­nen Land blog­gen sie end­lich auch über Fuß­ball. […] → zu Ende lesen

Wie der Schmutz ins Internet kommt

Viele Medi­en­schaf­fende publi­zie­ren Bei­träge im Inter­net, mit denen sie sich an Debat­ten betei­li­gen wol­len. Man­che stel­len dafür sogar ihre eigene Platt­form zur Ver­fü­gung, auf der Leser sich mit eige­nen Bei­trä­gen betei­li­gen kön­nen. Wenn wir sol­che Platt­for­men als Gesprächs­an­ge­bote und die dar­auf statt fin­den­den Dis­kus­sio­nen als Gesprä­che betrach­ten, kön­nen wir eine drän­gende Frage der Platt­form­an­bie­ter neu bewer­ten: Wie kann ich die Qua­li­tät »mei­ner« Debat­ten stei­gern?

Für die Ana­lyse von Gesprä­chen gibt es sehr spe­zi­fi­sche wis­sen­schaft­li­che Modelle und Erklä­rungs­an­sätze. Erkennt­nisse der Sozio­lin­gu­is­tik, der Prag­ma­tik und der CMC-​​Forschung bie­ten sich als dank­bare Werk­zeuge an, neue Inter­pre­ta­tio­nen für das Wesen der Kom­men­tar­spal­ten im Inter­net zu fin­den. Denn vor der Frage nach dem »wie« sich die Qua­li­tät von Online­de­bat­ten stei­gern lässt, steht die Frage nach dem »warum«  diese Debat­ten so sind, wie sie sind. Dabei bie­tet kein Ansatz für sich eine all­um­fas­sende Lösung, aber jen­seits des anwen­dungs­be­zo­ge­nen Community-​​Managements sind einige theo­re­ti­sche Über­le­gun­gen der Sprach­wis­sen­schaf­ten ver­blüf­fend robust. Online­de­bat­ten ver­hal­ten sich tat­säch­lich häu­fig wie Gesprä­che. […] → zu Ende lesen

Spielbericht: Bayern München gegen Olympique Lyon

Die Tak­tik­ta­fel wurde in die­ser Woche bei einem Expe­ri­ment der taz in ein neues Medium trans­por­tiert. Dort möchte man sehen, ob eine tak­ti­sche Ana­lyse neben der klas­si­schen Spiel­be­richt­er­stat­tung funk­tio­niert und natür­lich schauen, wie die Leser so eine Neue­rung anneh­men. Ich selbst ver­su­che ja mit die­ser Reihe, das Inter­esse für die Hin­ter­gründe des beau­ti­ful game beim Leser zu wecken, die mög­li­che Erklä­rungs­an­sätze bie­ten, wie der Fuß­ball funk­tio­niert. Dabei wer­den zwar man­che Berei­che des Sports ent­my­tho­lo­gi­siert, dafür aber erkennt der Betrach­ter viel­leicht eine  unge­ahnte Kom­ple­xi­tät des Spie­les und neue, span­nende Ein­drü­cke, die Fuß­ball immer wie­der reiz­voll machen. Nicht zuletzt den Spaß an Spie­len, die »nur was für Tak­tik­freunde sind«, wie es manch­mal abfäl­lig heißt. Nicht sel­ten übri­gens zu unrecht, weil Spiele auch ein­fach nur grot­ten­lang­wei­lig sein kön­nen. […] → zu Ende lesen

Erfolg im Fußball: Das Glück erzwingen

Es waren erfolg­rei­che Wochen für den Bran­chen­pri­mus der Bun­des­liga. Für die Tak­tik­ta­fel aber deut­lich ergie­bi­ger als eine Dis­kus­sion über Erfolg ist die Erkennt­nis: Das Ball­ge­schiebe, mit dem die Bay­ern ab und zu noch am Durch­hal­te­wil­len fuß­bal­le­risch limi­tier­ter Bun­des­li­gis­ten schei­tern, folgt immer offen­sicht­li­cher einem Plan. Das kann man in einer Liga, deren Fans bis heute zu gro­ßen Tei­len dem Hel­den­fuß­ball und der Über­hö­hung des indi­vi­du­el­len Genius frö­nen, kaum über­be­wer­ten. Nach vorne rich­tet es bei Bay­ern eben nicht aus­schließ­lich die indi­vi­du­elle Klasse der Offen­siv­spie­ler. Die spie­le­ri­sche Domi­nanz, die der FCB beson­ders im Hin­spiel gegen United ent­wi­ckelte, wurde von flei­ßi­gen und dis­zi­pli­nier­ten Arbei­tern im Kol­lek­tiv erzeugt.

Natür­lich sind in einem Sport, des­sen Spiel­ziel im Ver­gleich zu ande­ren Sport­ar­ten sel­ten erreicht wird, Ein­zel­ak­tio­nen häu­fig ent­schei­dend. Viel häu­fi­ger als etwa beim Bas­ket­ball oder beim Hand­ball kann ein ein­zi­ger Moment, ein Dribb­ling, ein Tor­schuss, das kom­plette Spiel ent­schei­den. Eine Abseits­ent­schei­dung, der Pfos­ten oder eine Rasen­un­eben­heit aber eben auch. Fuß­ball ist wegen der gerin­gen Anzahl an Toren anfäl­lig für den Zufall. Favo­ri­ten schei­tern viel häu­fi­ger am Under­dog, als in ande­ren Sport­ar­ten. Erst in der Summe vie­ler Spiele glei­chen sich die Zufälle aus. Eine 20% höhere Erfolgs­wahr­schein­lich­keit macht sich irgend­wann in der Tabelle bemerk­bar. […] → zu Ende lesen

Von alten Medien lernen

Im ers­ten Teil die­ser Reihe um Kom­pe­tenz in alten und neuen Medien haben wir die Grund­an­nahme vor­ge­stellt, dass Medien von ihren Nut­zern geformt wer­den. Außer­dem haben wir uns mit eini­gen Beson­der­hei­ten des Medi­ums Dis­tri­bu­ti­ons­ka­nals Inter­net beschäf­tigt. Heute wol­len wir uns zum Aus­gleich mit alten Medien beschäf­ti­gen und mit den Leh­ren, die wir für den Umgang mit neuen Medien dar­aus zie­hen kön­nen. Denn auch wenn es kon­zep­tio­nelle Unter­schiede zwi­schen ver­schie­de­nen Medi­en­ty­pen gibt, darf man dar­über deren Gemein­sam­kei­ten nicht ver­ges­sen: Es geht weni­ger darum, was ein Medium oder eine Tech­no­lo­gie kon­zep­tio­nell erlau­ben, als viel­mehr darum, wel­che Kon­ven­tio­nen sich für die Nut­zung ergeben.

Alte Medien haben einen Rei­fungs­pro­zess hin­ter sich, den wir als Erfah­rungs­schatz nicht ver­nach­läs­si­gen kön­nen. Viele der Kon­ven­tio­nen über­neh­men wir schließ­lich, ohne sie zu hin­ter­fra­gen. Wir lesen auch im Inter­net von links nach rechts, wir benut­zen Über­schrif­ten und Absätze, um The­men ein­zu­füh­ren und zu grup­pie­ren. Wir kli­cken auf Pixel, die wie die Pik­to­gramme auf unse­ren Kas­set­ten­re­kor­dern aus­se­hen, wenn wir ein Video star­ten wol­len. All die Gewohn­hei­ten, die wir im Umgang mit ande­ren Medien erwor­ben haben, begeg­nen uns in neuen Medien wie­der. […] → zu Ende lesen

Medienkompetenz und das Internet

Stand der Dinge: Alles ändert sich. Also alles wie immer in die­sem Inter­net. Man­cher­orts führt das die elder sta­tes­men der deut­schen Netz­pu­bli­zis­tik und Blog­szene zu melan­cho­li­schen Betrach­tun­gen, das Zwi­schen­fa­zit für Blogs fällt ent­spre­chend nüch­tern aus. Aber es wird ja bald Früh­ling, da erwacht auch der cabrio­fahrt­wind­ge­föhnte Eulen­spie­gel mit der Hass­kappe wie­der aus dem Win­ter­schlaf und schießt gegen den Wild­wuchs der selbst­er­klär­ten Netz­ex­per­ten und social-​​media-​​Berater. Wor­auf eine kluge Replik dem lesen­den Betrach­ter offen­bart, dass es tat­säch­lich Exper­ten mit Sach­ver­stand und Wil­len zum Dis­kurs auch in Deutsch­land gibt. Wie schon regel­mä­ßig zuvor stellt sich trotz­dem die Speer­spitze der Net­zevan­ge­lis­ten die Frage, wohin die Reise eigent­lich geht und gibt einige Ant­wor­ten gleich mit.

Der Wan­del scheint stets von Außen zu kom­men: Der ver­meint­lich hei­lige Gral der Online­jour­na­lis­mus­fi­nan­zie­rung wird in Gestalt einer pro­prie­tä­ren Platt­form aus Cuper­tino vor­ge­stellt und die Hys­te­rie der Ver­lags­me­dien implo­diert zur größ­ten pro bono Wer­be­kam­pa­gne aller Zei­ten. Es gibt auch Medi­en­men­schen, die kluge Fra­gen stel­len: Wo sol­len denn eigent­lich die Inhalte her­kom­men, same old, same old wird auch auf der eier­le­gen­den Woll­milch­sau iPad nicht funk­tio­nie­ren. Ein Maga­zin aus Ame­rika legt vor und die Mess­latte auf: Die Stu­die von Wired ist ange­sichts der dort ver­mut­lich gebün­del­ten Medi­en­kom­pe­tenz (das Blatt wird regel­mä­ßig in ein­schlä­gi­gen Schrif­ten aus der CMC-​​Forschung zitiert) aller­dings eher unter­wäl­ti­gend. […] → zu Ende lesen



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