Das Rubikonproblem im Fußball

Im letzten Teil der Taktiktafel haben wir erläutert, wie Entscheidungen das Spiel prägen. Darauf aufbauend wollen wir uns heute konkreten Beispielen widmen, wie gute Spieler ihre Entscheidungen treffen. Mein persönlicher Favorit ist der Schrecken deutscher Fans und internationaler Abwehrreihen. Womöglich werden wir sein Genie beim nächsten Championsleaguespiel der Rossoneri das letzte mal international bewundern dürfen. Filippo „Superpippo“ Inzaghi.

Inzaghi ist das positive Beispiel für eine Mischung aus Abschlußstärke (keine drei S in meinen Artikeln!) und Abgezocktheit. Wenn Pippo in der Nachspielzeit Elfmeter schindet, muss er ja erst mal einen Dummen finden, der ihn zu Fall bringt. Ein Freund von mir nannte Inzaghi den letzten Assassinen. Er erkennt die Schwäche seines Opfers, wie kein anderer Spieler, und beutet sie konsequent aus. So einen Spezialisten können Fans wohl nur lieben, wenn er für das eigene Team spielt. Alle anderen fürchten ihn. Anders als der grinsende Ohrschrauber macht Inzaghi aus seinen Absichten keinen Hehl und trägt die Aura des ruchlosen Killers mit Stolz. […] → zu Ende lesen

Entscheidungen im Fußball – von der Individualtaktik zur Mannschaftstaktik

Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese Feststellung gilt insbesondere für den sportlichen Wettkampf, folglich auch für den Fußball. Es geht in jeder Stuation des Spiels darum, die besseren Entscheidungen zu treffen. Die Grundlagen für diese Entscheidungen werden zwar im Training gelegt, aber jeder Trainer muss schließlich Adi Preißler zustimmen: „Entscheidend is auf’m Platz.“

Het moeilijkste voor een coach is de spelers de keuze te laten. Maar dat is wel wat het is; voetbal is een keuzesport.

Louis van Gaal

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Das Wohlfühlprogramm der klassischen Nassrasur

Ein guter Vorsatz passt immer: Sich auch mal etwas Gutes tun. Manchmal ist dafür die Rückbesinnung auf alte Bräuche das Mittel der Wahl. Früher war ja nicht alles schlechter.

Ganz im Gegenteil sind manche Entwicklungen des Konsumverhaltens geradezu skurril. Wir kaufen ständig Krempel, den wir nicht brauchen. Produktentwicklung wird von der Marketingabteilung gesteuert, damit bunte Gimmicks in der Werbung Unterscheidbarkeit der sonst beliebigen Marken gewährleisten können.

Systemrasierer mit atomgetriebener Laservibration und 12 beweglichen, kryptonitbeschichteten Klingen zum Beispiel bieten kaum Fortschritt an Komfort. Dafür sind sie ein evolutionärer Höhepunkt der werbeinduzierten Geldvernichtung. Im Badezimmerschrank stehen sie meist unweit eines Produktes, das direkt aus der Hölle in die Supermarktregale aufsteigt: Dosenschaum. […] → zu Ende lesen

Culinary Short Cuts: Die Schokobombe

Ich sage es frei heraus: Backen ist nicht meins. Irgendwie fehlt mir das direkte Feedback, die Möglichkeit, abschmeckend in den Garprozess eingreifen zu können. Wenn das Backgut erst im Ofen ist, ist es zu spät für Korrekturen. Dementsprechend muss sich der geneigte Hobbykoch in Dessertfragen geradezu sklavisch an die Mengenangaben aus dem Rezeptbuch halten. Wohl dem, der eine auf das Mikrogramm geeichte Küchenwaage hat.

Dummerweise gehört zu einem vollendeten Menü auch ein Nachtisch. Außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten, zu denen man einen Kuchen beisteuern soll. So lange Kalorien oder Kakaoallergie kein einschränkender Faktor sind, ist das folgende Rezept die Geheimwaffe der Backmuffel. Alle Zutaten können mit Hohlmaßen wie Esslöffel oder Tassen „abgewogen“ werden oder einfach nach Augenmaß vermengt. Wenn der geneigte Leser oder die Leserin sich nur ein Dessertrezept aneignen möchte, dürfte dieses das passende sein. […] → zu Ende lesen

Position vs Funktion – Begriffsklärung für die Taktiktafel

Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.

1. Position

Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren. […] → zu Ende lesen

Die Krawatte als Ausdruck der Bescheidenheit

In unserer Einführung zur Serie über Stil haben wir bereits darauf hingewiesen, dass ein Großteil der heute gültigen Benimmkonventionen willkürlich ausgewählte Symbole sind, die eine Wertschätzung der Mitmenschen demonstrieren sollen. Bestes Beispiel für solch ein Symbol ist die oft ungeliebte Krawatte. Sie erfüllt keinen funktionalen Zweck, sondern schränkt im Gegenteil nur die eigene Freiheit ein. Dahinter steckt System.

Warum bestehen Personalchefs auf Krawattenzwang für Mitarbeiter mit Kundenkontakt? Wieso muss es immer so förmlich sein, wenn ein Vorstellungsgespräch ansteht? Es gibt eine bessere Begründung als „weil sich das so gehört“. […] → zu Ende lesen



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