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	<title>Kontextschmiede &#187; Menschliches</title>
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		<title>Mal was Gutes tun</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 21:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Winter können wir uns regelmäßig vor Spendenaufrufen kaum retten. Angesichts des überbordenden Elends in der Welt und der gleichzeitigen Kommerzialisierung von Wohltätigkeitsorganisationen mag sich mancher in Zynismus flüchten. Ich möchte mich an dieser Stelle gegen den Zynismus aussprechen und anmerken, dass bei mittlerweile 7 Milliarden Menschen mehr denn je Solidarität und Empathie die entscheidenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Winter können wir uns regelmäßig vor Spendenaufrufen kaum retten. Angesichts des überbordenden Elends in der Welt und der gleichzeitigen Kommerzialisierung von Wohltätigkeitsorganisationen mag sich mancher in Zynismus flüchten. Ich möchte mich an dieser Stelle gegen den Zynismus aussprechen und anmerken, dass bei mittlerweile 7 Milliarden Menschen mehr denn je Solidarität und Empathie die entscheidenden Währungen der gegenseitigen Unterstützung sind. Wir alle können einander auf die ein oder andere Weise helfen.</p>
<p>Ich habe für mich ein paar Projekte entdeckt, in denen ich mit meinem bescheidenen Beitrag etwas ausrichten kann. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Bei einem dieser Projekte, für die UNESCO Stiftung Bildung für Kinder in Not, habe ich kürzlich inhaltliche Schützenhilfe geleistet. Die Arbeit habe ich als Video aufbereitet, damit ich die enthaltene Botschaft weiter verbreiten kann. Ich hoffe, ich kann damit meinem Publikum ein wenig Mut machen. Es lohnt sich, zu helfen, egal, was Ihr konkret in Angriff nehmt. Gemeinsam können wir viel bewegen. Also los, packen wir’s an!</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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    		<iframe src="http://player.vimeo.com/video/32641930" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe>
    		</p><p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/mal-was-gutes-tun-spenden-video-unesc//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Wenn die Welt auf dem Kopf steht</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 11:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Angesicht einer Katastrophe sehen wir Menschen, deren Welt zusammen gebrochen ist. Vom Bettler bis zum Banker sind alle gleich in ihrem Bemühen, aus den Trümmern aufzustehen und der Rest der Welt fühlt sich ihrem Schicksal in Anteilnahme verbunden. In dieser mittelbaren Hilflosigkeit fällt es uns Zuschauern schwer, den Sinn zu finden für eine Welt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Angesicht einer Katastrophe sehen wir Menschen, deren Welt zusammen gebrochen ist. Vom Bettler bis zum Banker sind alle gleich in ihrem Bemühen, aus den Trümmern aufzustehen und der Rest der Welt fühlt sich ihrem Schicksal in Anteilnahme verbunden. In dieser mittelbaren Hilflosigkeit fällt es uns Zuschauern schwer, den Sinn zu finden für eine Welt, in der wir Mitmenschen beim Kampf ums nackte Überleben zusehen. An dieser Stelle wird Kommunikation zu einem Akt der Schöpfung. Konstruktivismus, die menschliche Eigenschaft sich eine eigene Realität zu schaffen, ist nirgends sichtbarer, niemals greifbarer als in Zeiten wo die Realität uns einholt und mit unserer verdrängten Ungewissheit konfrontiert.</p>
<p>Heute können wir Zeuge werden, wie Menschen, die wir ohne die <em>social networks</em> des Internetzeitalters nie kennen gelernt hätten, ihre Realität neu justieren. Wir können aus erster Hand beobachten, wie verschiedene Gesellschaften eine gemeinsame Perspektive teilen und wir können erfahren, wo sich diese Perspektiven unterscheiden. Eine Beobachtung aus den Informationsströmen des Twitterversums, wie auch der traditionellen Massenmedien war ziemlich eindrücklich. Das <a  title="Wikilink: Framing (englisch)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Framing_%28social_sciences%29" target="_blank">framing</a> (siehe auch <a  title="Framing im Zusammenhang mit Diskursen am Beispiel Sarrazins erklärt" href="http://kontextschmiede.de/uber-diskussionskultur-wahrheitlichkeit-und-berufsdemagogen/">diesen Artikel</a>) des Erdbebens, des folgenden Tsunamis und schließlich der drohenden Katastrophe in den japanischen Kernkraftwerken unterschied sich deutlich, je nach Nationalität, Kultur und Struktur der menschlichen Netzwerke. Auf Seiten der New York Times dauerte es einen ganzen Tag, bis die Angst vor einer Kernschmelze die Berichterstattung zur humanitären Katastrophe im Erdbebengebiet als Leitthema verdrängte. Die deutschen Leitmedien hatten bereits am ersten Tag diesen Aufhänger ganz oben auf den Startseiten platziert. Diese Themensetzung schlug sich analog bei Twitter nieder, auf englischsprachigen Timelines war Fukushima zunächst kaum ein Thema.<span id="more-2845"></span></p>
<p>Auch wenn Fukushima ob seines Gefahrenpotentials von den Nachrichtenorganen weltweit zwischenzeitlich zum Leitthema erhoben wurde, den Mustern des Hype-Cycles der größtmöglichen Angstverkaufe von Massenmedien folgend, unterscheiden sich die lokalen Eigenheiten, die das Thema Atomkraft mit sich bringt. Die Zusammensetzung der Schlüsselspieler in den nationalen Diskursen und ihre jeweilige Agenda unterscheiden sich so deutlich, dass daraus andere Diskurse erwachsen. Damit erwächst aus den Diskursen eine andere Realität, die jede Gesellschaft für sich schafft. Die deutsche Gesellschaft beispielsweise ist für das Thema Atomkraft deutlich mehr sensibilisiert als es für die Amerikaner der Fall wäre und sieht die Welt in dieser Frage folglich ganz anders.</p>
<p>Nun wäre es naiv anzunehmen, dass in Diskursen nur objektive Argumente ausgetauscht würden, um so mehr bei Themen, die handfeste Interessen mächtiger Spieler in Frage stellen. Und doch brauchen wir angesichts einer immer stärker polarisierenden Debatte nicht hinter jedem Gegenargument eine Verschwörung zu wittern. In einer Weltsicht macht es Sinn, die Menschen zu beruhigen und ihnen zu versprechen, dass alles gut wird. Ich wünsche mir für meine Freunde in Japan schließlich, dass sie sich sich auf die Probleme konzentrieren, auf die sie Einfluss haben, statt sich um Dinge zu sorgen, die sie ohnehin nicht ändern können. Aus einer anderen Perspektive ist es aber genau so gerechtfertigt, Alarm zu schlagen und Kräfte zu bündeln, um die Welt von den Geistern, die wir riefen, zu befreien. Ohne einen solchen Rahmen ist es schließlich kaum möglich, sich gegen die Interessen der Mächtigen aufzulehnen.</p>
<h4>Menschen und ihre Wahrnehmung</h4>
<p>Die Beschwichtiger und die Mahner nehmen beide das Rationalitätsmonopol für sich in Anspruch. Auf beiden Enden des Meinungsspektrums mag es Stimmen geben, die wider besseren Wissens aus bloßem Eigennutz sprechen und vorsätzlich die Wahrheit verdrehen. Aber was wir in der Masse der Stimmen am ehesten sehen, sind ganz normale Menschen, die darum ringen, ihrer Welt wieder einen Sinn zu geben. Sie tun, was Menschen immer tun. Sie glauben das, was sie glauben wollen, seien es die beruhigenden Beschwichtigungen von Atomkraftbefürwortern oder der Alarmismus von Atomkraftgegnern, die ihnen ein Gefühl von Struktur in der Welt geben, ein Gefühl von richtig und falsch.</p>
<p>Diese Art der selektiven Wahrnehmung gilt auch für die tapferen Ingenieure vor Ort, die ihr Leben riskieren, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ich setze ich meine ganze Hoffnung auf diese Ingenieure und vertraue darauf, dass ihre Expertise unübertroffen ist. Trotzdem bleibt Fukushima für Sterbliche bis auf weiteres eine <em>black box</em>. Während ich vorsichtig optimistisch bin, dass der Schaden zumindest eingegrenzt werden kann, gibt es für niemanden auf der Welt objektive Gewissheit. Gerade deswegen bin ich froh, dass Menschen so gut darin sind, sich selbst zu täuschen und die Welt durch den Filter ihrer Wahrnehmung zu sehen. Wie sonst sollten die Ingenieure ein Gefühl von Kontrolle aufrecht erhalten, selbst wenn es von einer Fülle unbekannter Variablen zur bloßen Illusion degradiert sein mag, wenn diese Ingenieure als rationale Denkmaschinen funktionieren müssen, statt als angstgesteuerte Menschen?</p>
<p>Das Feld der Realitätsverzerrung menschlicher Wahrnehmung wird durch Kommunikation allerdings drastisch aufgebläht. Gerade wenn überprüfbare Informationen rar sind und spärliche Meldungen sich durch eine Kaskade von filternden Frames bewegen, werden schließlich die Frames selbst zur Botschaft. Das geht sogar über McLuhans Schlagwort »the medium is the message« hinaus: Selbst die Eigenschaften der übertragenden Medien bleiben hinter der prägenden Kraft der Frames zurück, die mit der Botschaft verwoben sind. Diese Frames filtern unsere Realität. Diese Frames sind außerdem ein soziales Konstrukt, sie sind es, mit denen Menschen ihre jeweilige Welt erschaffen.</p>
<h4>Wie meine Welt aussieht, die meiner Freunde hier und in Japan</h4>
<p>Aus den Unterhaltungen mit befreundeten Ingenieuren, derem Rat ich vertraue, bin ich zuversichtlich, dass eine Eskalation des nuklearen Gefährdungsszenarios auf das Niveau von Tschernobyl nahezu ausgeschlossen ist. Gleichzeitig ist ein Schaden, der weit über die offiziellen Statements hinausgeht, allzu möglich. Worüber sich meine Freunde besonders aufegen, sind Stimmen, die Autorität in der Frage um die Bewertung Fukushimas beanspruchen. Zu wenig weiß man über die Lage vor Ort, um irgendeine Prognose jenseits des Aufzeigens alternativer Szenarios abzugeben. Besonders vor dem Hintergrund, dass zusätzlich zur spärlichen Informationspolitik der Regierung die Betreiberfirma Tepco den Ruf hat, gerne einmal Dinge jenseits der offiziellen Richtlinien zu unternehmen.</p>
<p>Das entscheidende Merkmal meiner Welt ist jedoch momentan dieses: Ich bin unendlich erleichtert, dass meine Freunde in Japan in den Ballungszentren unversehrt sind und sich so gut es geht mit den Ausfällen der Infrastruktur arrangieren. Sie werden unterstützt von den Errungenschaften menschlicher Ingenieurskunst und einer Gesellschaft, die schon lange auf ihren Zusammenhalt vertraut, sich den Fährnissen der Geschichte entgegen zu stemmen. Ihre Welt ist auf den Kopf gestellt. Wer bin ich, ihnen zu sagen, wie diese Welt aus meiner Perspektive aussieht, wenn alle Information, die ich habe, durch Schicht um Schicht von Frames gefiltert ist?</p>
<p>Ich bin jemand, der bereit ist, beim Wort genommen zu werden für ein Versprechen, von dem ich glaube, dass es unausgesprochen die Grundlage von Freundschaft ist. Möge diese Botschaft durch alle Kanäle tragen: Ich trage euch und die euren in meinem Herzen. Wenn ihr mich braucht, werde ich alles geben, um eure Welt zum Besseren zu verändern.</p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/wenn-die-welt-auf-dem-kopf-steht//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Was ist eigentlich »kulturelle Identität?«</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 13:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Integrationsdebatte in Deutschland tritt auf der Stelle. Nun ist Integration auch kein einfaches Thema. Nicht, weil die damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme so komplex wären. Sie sind nicht komplizierter als die meisten anderen gesellschaftlichen Probleme. Kompliziert ist heutzutage scheinbar jedes Problem und befriedigende Lösungen sind ohnehin nicht die Stärke des politischen Betriebes. Trotzdem finden in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Integrationsdebatte in Deutschland tritt auf der Stelle. Nun ist Integration auch kein einfaches Thema. Nicht, weil die damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme so komplex wären. Sie sind nicht komplizierter als die meisten anderen gesellschaftlichen Probleme. Kompliziert ist heutzutage scheinbar jedes Problem und befriedigende Lösungen sind ohnehin nicht die Stärke des politischen Betriebes. Trotzdem finden in den anderen Debatten die betroffenen Teilnehmer der Gesellschaft statt, selbst wenn sie nur wütenden Protest beitragen können. Die von der Integrationsdebatte betroffenen Mitglieder finden in der Debatte um ihre ureigenen Interessen aber nicht statt.</p>
<p>Die Integrationsdebatte tritt auf der Stelle, weil die Bewertung dieser Probleme so fundamental mit den persönlichen Vorstellungen von Kultur verknüpft ist, dass sich die meisten Diskussionsteilnehmer einer kritischen Überprüfung dieser Vorstellung verweigern — das würde nämlich einer kritischen Überprüfung des eigenen Identitätsentwurfs erschreckend nahe kommen. Und wer hinterfragt seine Überzeugungen schon gern? Die von der Integrationsdebatte betroffenen Menschen sind jedenfalls nicht irgendwelche Ausländer. Die Menschen, um die es in dieser Debatte eigentlich geht, sind wir. Es sind wir alle, die wir Mitglieder dieser Gesellschaft sind.<span id="more-2750"></span></p>
<p>Der öffentliche Diskurs, der sich mit Integration beschäftigt, ist jedenfalls von einer geradezu aggressiven Verweigerungshaltung geprägt, sich mit der eigenen Identität zu befassen. Es wird auf eine Leitkultur verwiesen, die es für alle zu definieren gälte, als wäre Kultur ein Wertekanon, den ein externes Gremium erarbeiten müsste, damit wir uns faul zurücklehnen und konsumieren können. Dabei wird der Kulturbegriff ständig als Schablone für das verwendet, was »die anderen« tun und denken sollen, unsere eigenen Widersprüche und Ungereimtheiten werden nie Teil der Integrationsdebatte.</p>
<p>Gerade weil es uns Menschen so schwer fällt, die Widersprüche in unseren Weltbildern zu erkennen oder gar zu akzeptieren, läuft jeder Diskurs über Kultur Gefahr, von Selbstbetrug unterhöhlt zu werden. Warum ist die Begegnung mit unbekannten Weltbildern häufig so feindselig? Weil sie nicht nur durch ihre bloße Existenz das eigene Weltbild als das einzig Wahre in Frage stellen, sondern damit gleich auch die ganz persönliche Identität. Wann immer Merkmale in Frage stehen, mit denen wir uns selbst identifizieren, ist eine Abwehrhaltung die naheliegende, menschliche Reaktion. Trotzdem sind wir Mensch genug, uns in einer Gemeinschaft irgendwie zu organisieren und weiterzuentwickeln. Das aktuelle Kabinett der Bundesrepublik wäre mit dem Selbstverständnis der Konservativen von vor 30 Jahren völlig unvereinbar gewesen.</p>
<p>Heute fordern konservative Politiker, dass Videos von küssenden Schwulenpärchen Teil der Integrationskurse für Ausländer sein sollen. Sie beschwören das Ende von »Multikulti« oder der Zuwanderung aus Kulturen, die noch fremder sind, als die »abendländisch jüdische Kultur,« die sie gerade erst herbeikonstruiert haben. Die Kulturbegriffe, mit denen die Debattenverweigerer, egal welcher politischen Ausrichtung, hantieren, sind allerdings allesamt steinzeitlich. Wer heute noch dem Multikulturalismus das Wort redet, hat die 30 Jahre, in denen so mancher Wertewandel anscheinend unbemerkt blieb, völlig verschlafen. Zumindest unter den Akademikern, die sich mit Kultur beschäftigen und auch mal dahin gehen, wo es weh tut, also an das eigene Selbstbild, ist »Multikulti« nämlich schon lange kein Thema mehr. Weil es einem Abgleich mit der Realität nicht standhält.</p>
<p>Der Begriff des »melting pots« wurde schon in Schulbüchern der 80er Jahre zugunsten der frischen Metapher der »salad bowl« aufgegeben, schließlich ging es im Englischunterricht auch um eine fremde Kultur — und trotzdem werden beide Begriffe noch als <a  title="Klaus Kocks - Schmelztiegel, Salatschüssel oder Mosaik: Was denn nun, Herr Bundespräsident?" href="http://starke-meinungen.de/blog/2010/11/21/schmelztiegel-salatschussel-oder-mosaik-was-denn-nun-herr-bundesprasident/" target="_blank">Bereicherung der Debatte</a>, die 2010 statt findet angesehen? <a  title="Stern - Schröder zur Integrationsdebatte" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/schroeder-zur-integrationsdebatte-gewaltverherrlichende-machokultur-1627899.html" target="_blank">Wenn Deutsche von Deutschen als Deutsche beschimpft werden</a> ist das ein Integrationsproblem? <a  title="Annika Joeres - Wenn der Integrationskurs stumm macht" href="http://www.ruhrbarone.de/wenn-der-integrationskurs-stumm-macht/" target="_blank">Integrationskurse sind die Allzweckwaffe</a>, auf die sich die politische Kaste einigen kann, obwohl deren Zielgruppe davon nur sehr begrenzt profitiert? Obwohl das Problem ohnehin <a  title="Michael Spreng - Verlogener Integrationsgipfel" href="http://www.sprengsatz.de/?p=3527" target="_blank">an anderer Stelle</a> liegt?</p>
<p>Es wird ziemlich deutlich, dass in der Debatte völlig untergeht, wo Kultur überhaupt herkommt, obwohl Kultur doch eigentlich das zentrale Thema der Debatte sein soll. Dabei ist es gar nicht so schwierig: Kultur kommt aus uns. Wir sind es, die die Kultur machen, von der wir geprägt werden. Alle gemeinsam.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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    		<iframe src="http://player.vimeo.com/video/17198694" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe>
    		</p><p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/was-ist-eigentlich-kulturelle-identitat//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Über Diskussionskultur, Wahrheitlichkeit und Berufsdemagogen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 12:38:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[analytisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Was können wir von Thilo S. lernen? Wir leben in einem Zeitalter der normativen Kraft der Öffentlichkeit. Hinter der Wirkmacht von Öffentlichkeit steht das Faktische längst zurück. Schon vor Jahren prägte der amerikanische Satiriker Stephen Colbert das Wort der Truthiness. Truthiness (Wahrheitlichkeit) bezeichnet »Wahrheiten«, die aus dem Bauch heraus gefühlt werden und keiner rationalen, logischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was können wir von Thilo S. lernen? Wir leben in einem Zeitalter der normativen Kraft der Öffentlichkeit. Hinter der Wirkmacht von Öffentlichkeit steht das Faktische längst zurück. Schon vor Jahren prägte der amerikanische Satiriker Stephen Colbert das Wort der <a  title="Wikilink: Truthiness (englisch)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Truthiness" target="_blank">Truthiness</a>. Truthiness (Wahrheitlichkeit) bezeichnet »Wahrheiten«, die aus dem Bauch heraus gefühlt werden und keiner rationalen, logischen oder faktischen Überprüfung standhalten müssen. Wenn solche »Wahrheiten« nur oft und laut genug wiederholt werden, werden sie in den Köpfen der Menschen zur Realität. Dank Truthiness sind es nicht nur Meinungen, die jedem Menschen frei zustehen. Mittlerweile scheint auch jeder frei über Fakten verfügen zu dürfen.<span id="more-2719"></span></p>
<p><a  title="Tobias Kniebe verzweifelt an der Welt" href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33007/" target="_blank">Frei erfundene Fakten</a>, wie Thilo S. sie in die Welt setzt, sind ein Problem für öffentliche Diskurse. Wenn ein Abgleich mit der Realität es nicht mehr erlaubt, Argumente zu widerlegen, werden Diskussionen beliebig. Das stärkere Argument zeichnet sich nicht länger durch Plausibilität sondern nur noch durch Lautstärke aus. Je stärker eine Truthiness im Resonanzkörper der Öffentlichkeit wiederhallt, je gefühliger und knackiger sie vielleicht Vorurteile bedient, desto mehr wird sie zur Wahrheit. Schnell wird ein frei erfundenes Diktum in den Strukturen der modernen Aufmerksamkeitsökonomie tatsächlich psychologische Realität. So glaubt ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung mittlerweile an die absurde Behauptung, Barack Obama sei Muslim.</p>
<p>Hier deutet sich ein neues Phänomen für die Medientheorie an: Weil die Empfänger von Informationen den Gehalt der Information über ihre aktive Suche mitgestalten, weil sie zum Beispiel in Suchmaschinen nach ein paar Schlüsselworten suchen, entsteht eine positive Rückkopplung von Framing. Framing bedeutet, dass Begriffe ihren Kontext mit sich tragen. Wenn ein Begriff für ein Ereignis geprägt wird, sagen wir »Jahrhundertflut«, dann ist mit der Bezeichnung einer solchen Flut untrennbar der Rahmen oder implizite Kontext verbunden, diese Flut sei die schlimmste Flut unseres Jahrhunderts, selbst wenn es deutlich größere Flutkatastrophen in den letzten hundert Jahren gegeben hat. Nun wird dieser Rahmen der Information aber verstärkt, weil Leser im Internet nach dem Begriff »Jahrhundertflut« suchen und die Einträge zu diesem Begriff nur die neue, womöglich schwächere Flut zum Inhalt haben.</p>
<p>Die Aufmerksamkeitsökonomie tut ihr übriges. Alle Medienproduzenten, die ihre Inhalte an Leser verbreiten wollen, müssen deren Suchanfragen berücksichtigen. Wenn sie die aktuelle Flut nicht als Jahrhundertflut bezeichnen und so zur Verbreitung eines kontrafaktischen Rahmens beitragen, werden sie von den Lesern nicht gefunden. Suchmaschinenoptimierung bringt »Supermeme« hervor, Schlüsselworte, die sich in der positiven Rückkopplungsschleife gegen andere Deutungsmuster des gleichen Sachverhaltes unweigerlich durchsetzen. Dafür gibt es längst handfeste Beispiele.</p>
<p>So wurde im amerikanischen Sommerloch erbittert über den Bau einer Moschee an Ground Zero, dem Ort des Anschlags auf das World Trade Center gestritten. Obwohl sich einige Presseagenturen gegen diese Rahmung wandten, waren sie machtlos gegen die Faktizität des Öffentlichen. Die Moschee, die nicht wirklich an Ground Zero sondern einige Blocks entfernt in New York gebaut werden soll, wird nur noch als »mosque at ground zero« bezeichnet. Von Google wird sie nur als solcherart gesucht auf den vorderen Plätzen gefunden und Kraft des Rückkopplungseffektes im kollektiven Gedächtnis der USA wahrhaftig zur Moschee an Ground Zero. Kelly McBride zeichnet den Verlauf verständlich nach: <a  title="Poynter Online" href="http://www.poynter.org/column.asp?id=136&#038;aid=189467" target="_blank">SEO Makes It Too Late for Truth for ›Ground Zero Mosque‹</a>.</p>
<p>Wie sich obendrein Muster in diesem kollektiven Gedächtnis einer Öffentlichkeit auf die Gesetzmäßigkeiten der modernen Aufmerksamkeitsökonomie zurückführen lassen, beschreibt David McCandless von Information is Beautiful in <a  title="Information is Beautiful" href="http://www.informationisbeautiful.net/2009/patterns-in-the-group-mind/" target="_blank">Patterns in the Group Mind</a>. Pünktlich zu Weihnachten und dem Jahrestag des Amoklaufs von Columbine veröffentlichen amerikanische Medien Artikel über Gewalt in Computerspielen. Warum? Weil sie so die gehäuften Suchanfragen zu diesen Zeitpunkten bedienen. Auch das Sommerloch ist so ein Resonanzpunkt für spezielle Themen. In Deutschland wird in dieser Zeit regelmäßig über <a  title="Jedes Jahr das gleiche Spiel - Scheindebatten zur Bildungspolitik" href="http://kontextschmiede.de/jedes-jahr-das-gleiche-spiel-scheindebatten-zur-bildungspolitik/">Bildung</a> debattiert.</p>
<h4>Die Diskussionskultur eines deutschen Glenn Beck</h4>
<p>Berufsdemagogen wie Thilo S. machen sich diese neue Medienwirklichkeit zu nutze. Der viel zitierte Meister der Wahrheitlichkeit, gerne auch »unbequeme Wahrheit« genannt, ist statt Vordenker doch nur Kind des Zeitgeistes, denn mit der gleichen Virtuosität auf der Klaviatur der Aufmerksamkeitsspirale heizt der Selbstdarsteller Glen Beck die amerikanische Empörungskultur an. Dabei geht es diesen modernen Demagogen überhaupt nicht um politische Fragen oder eine inhaltlich geführte Debatte. Die Aufmerksamkeit an sich ist der Wert, auf den es beiden ankommt. Sie sind »in it for the money« und mit ihnen ihre Plattformen aus der <a  title="Der Sprengsatz seziert die Inszenierung" href="http://www.sprengsatz.de/?p=3474" target="_blank">Medienökonomie</a>. Das Strohmannargument haben sie zur Größe Potemkinscher Dörfer aufgeblasen, Fakten erfinden sie sich nach Belieben, die Truthiness ist ihr wichtigstes Werkzeug.</p>
<p>Es könnte tatsächlich etwas Gutes aus dem <a  title="misik.at" href="http://www.misik.at/sonstige/die-freude-andere-menschen-verachten-zu-durfen.php" target="_blank">Anschlag auf die Diskussionskultur</a> seitens der Demagogen erwachsen. Wenn die Demagogen als solche entlarvt würden und die Mechanismen der Diskussion hinterfragt würden, aus denen Demagogen ihre Macht schöpfen, wären inhaltliche Debatten vielleicht produktiver. Die Schwäche der Debattenkultur liegt schließlich nicht allein in der Steigbügelhaltermentalität der willfährigen »Qualitätsmedien« verborgen. Natürlich ist es ein Belastungstest für die Tischplatten kritisch denkender Menschen, wenn der Spiegel sich einen Eklat komplett selbst inszeniert: Erst bietet er eine Plattform für Thesen, die er selbst sogleich als krude skandalisiert,  und begleitet dann die Resonanz auf die kruden Thesen mit empörter Distanzierung. Christian Jakubetz bringt diesen <a  title="JakBlog" href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/08/30/ein-abgrund-an-journalismus-verrat/" target="_blank">Abgrund an Journalismusverrat</a> auf den Punkt. Trotzdem gibt es gerade in der Resonanz auf dieses perfekt auf das Sommerloch abgestimmte Konglomerat aus den Themen Bildung und Demographie gepaart mit der Truthiness von Überfremdung und schlichtem Rassismus einiges zu entdecken.</p>
<p>Das Phänomen der Empörungsspirale bei moralisch aufgeladenen und semantisch entleerten Reizworten wird immer mehr zur Gesetzmäßigkeit, die eine inhaltliche Auseinandersetzung verhindert. Auch jene, die anders als Berufsdemagogen an solchen Debatten interessiert sind, müssen feststellen: Es findet ständig Abgrenzung statt inhaltlicher Auseinandersetzung mit Begriffen statt, die zu Kampfbegriffen geworden sind. Rassismus oder Sexismus sind Beispiele für solche Kampfbegriffe, die in Debatten nicht mehr zur Reflexion der eigenen Position dienen, sondern nur über ihre negative Konnotation wirken. Rassismus ist böse, also will ich nichts damit zu tun haben und distanziere mich nachdrücklich — egal, ob meine Aussagen womöglich tatsächlich rassistisch waren.  Die Magie des Bauchgefühls, kein Rassist zu sein, ist stärker als Argumente sein könnten. Truthiness at work.</p>
<p>Wie der Vorwurf »Sexismus« dazu führt, dass sich die Inhaltsleere der bloßen Ablehnung des Wortes selbst entlarvt, lässt sich an Nadine Lantzschs Beitrag <a  title="Medienelite" href="http://medienelite.de/2010/08/25/das-dampfschiff/" target="_blank">Das Dampfschiff</a> und den anschließenden Kommentaren eindrucksvoll nachvollziehen. Begriffe wie Demokratie oder Aufklärung sind umgekehrt positiv konnotierte Begriffe, die sich jeder gerne attestiert, ohne dass darüber auch nur ein Jota an Klärung der eigenen argumentativen Position erwächst.</p>
<p>Die historisch gewachsenen Kategorisierungen tun ihr übriges zur Verklärung von Zusammenhängen und Wirkmechanismen. Rassismus wird dem »rechten Spektrum« zugeordnet, Antikapitalismus ist ein angeblich linkes Phänomen — solche Zuordnungen sind Teil der durch Wiederholung zum Faktum gewordenen Behauptungen. Ist das linke China antikapitalistisch? Warum soll Rassismus ein Privileg des konservativen Millieus sein?</p>
<p>Wenn wir aus dem Echo, das auf die kruden Thesen des Thilo S. folgt, etwas lernen können, dann dass solche Kategorisierungen längst ihrer Sinnhaftigkeit beraubt sind. Der Rassismus ist quer durch die Gesellschaft vertreten, er sucht sich allenfalls verschiedene Opfer, je nach persönlichen Überzeugungen und Ängsten. Thilo S. vom Vorwurf des Rassismus freizusprechen, weil dieser sich ja bloß auf  einen hundert Jahre alten biologistischen Diskurs berufe, ist eine Bankrotterklärung für die Diskursmacht unserer Leitmedien. <a  title="Integrationsdebatte in der FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1E30FB65E1E44794BFFEB5A2B73DE7EA~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Schirrmacher</a> ist halt auch nur ein weiteres Opfer der Truthiness.</p>
<p>Wollen wir hoffen, dass wir, die wir über unsere Gesellschaft diskutieren möchten, uns über Wahrheitlichkeit und Scheinargumente erheben können und uns unsere Diskussionskultur nicht von Berufsdemagogen diktieren lassen.</p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/uber-diskussionskultur-wahrheitlichkeit-und-berufsdemagogen//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Wozu noch Feminismus in Blogs? Eine Frage der Perspektive</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 10:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[meinungsstark]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frauen im deutschen Netzdiskurs verschaffen sich gerade mächtig Gehör — gemessen an der Lautstärke, die sie bislang an den Tag legten. Als Anne Roth im Freitag die Frage stellte, warum es keine Frauen unter den meinungsführenden deutschen Bloggern gäbe, bekam dieses oftmals unbemerkt vor sich hin köchelnde Thema Öffentlichkeit. Daraufhin wurde sie von Philip [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frauen im deutschen Netzdiskurs verschaffen sich gerade mächtig Gehör — gemessen an der Lautstärke, die sie bislang an den Tag legten. Als <a  title="Wichtige Blogs" href="http://www.freitag.de/community/blogs/anne-roth/wichtige-blogs" target="_blank">Anne Roth im Freitag</a> die Frage stellte, warum es keine Frauen unter den meinungsführenden deutschen Bloggern gäbe, bekam dieses oftmals unbemerkt vor sich hin köchelnde Thema Öffentlichkeit. Daraufhin wurde sie von Philip Banse für seine <a  title="Philip Banse befragt unter anderem Anne Roth" href="http://philipbanse.de/wp/blogger-interviews-fur-dctp-tv-3/" target="_blank">dctp.tv-Interviewreihe</a> mit Bloggern befragt. Zeitnah gab es eine Wahl zur <a  title="Mädchenmannschaft: Nominierungen zur Bloggerin des Jahres 2009" href="http://maedchenmannschaft.net/jetzt-abstimmen-die-bloggerin-des-jahres/" target="_blank">Bloggerin des Jahres</a> und damit einher ging ein weiterer Zuwachs an Öffentlichkeit femininer und feministischer Diskurse. Denn viele der beteiligten Bloggerinnen bekennen sich zu Feminismus, Frauenrechten und Geschlechterdebatten.</p>
<p>Prompt <a  title="Nochmal die Mädchenmannschaft: Ihr durchtriebenen, miesen Fotzen" href="http://maedchenmannschaft.net/ihr-durchtriebenen-miesen-fotzen/" target="_blank">werden sie dafür angefeindet</a>. Selbst wenn wir die Trolle und Idioten vernachlässigen, die um des Radaus willen oder aus überzeugter Ignoranz gegen solche Emanzipationsbemühungen anstänkern, müssen wir feststellen: Der Teil des Netzes, in dem Meinung gemacht wird, ist ein von Männern dominierter Diskursraum und damit ein Paradebeispiel für <a  title="Wikilink: Androzentrismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Androzentrismus" target="_blank">patriarchalische </a>Strukturen. Die Stimmen von Frauen werden marginalisiert, auch aufgeklärte, moderne Männer betreiben unwillentlich beständig<em> <a  title="Wikilink: Othering" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering" target="_blank">othering</a></em> und gemäß dem Wesen von struktureller Diskriminierung arbeiten auch Frauen an der Bestätigung fremdbestimmter Selbstbilder mit<em>.</em></p>
<p>Wie sehr die eigene Perspektive von einem patriarchalischen System und den darin begründeten Erwartungen geprägt ist? Der geneigte Leser und auch die geneigte Leserin möge sich fragen: <strong>Was sind vier erfolgversprechende Verhaltensregeln, die Frauen Schutz vor Vergewaltigung bieten?</strong><span id="more-2526"></span></p>
<p>Jetzt runterscrollen.</p>
<p>Weiter.</p>
<p>OK.</p>
<ol>
<li>Wenn Du eine Frau siehst, die aufreizende, dich sexuell stimulierende Kleidung trägt, versuche, das nicht als Einladung zur Vergewaltigung zu verstehen.</li>
<li>Wenn Dir beim Ausgehen eine Frau begegnet, die sich ohne Begleitung zum Vergnügen bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt, schließe nicht daraus, dass sie vergewaltigt werden will.</li>
<li>Wenn Deine Frau oder Freundin keine Lust hat, mit Dir zu schlafen, auch wenn sie es sich erst im Bett anders überlegt, bemühe Dich, diesen Wunsch zu respektieren und sie nicht zu vergewaltigen.</li>
<li>Wenn du alleine in eine unbeleuchtete Gegend gehen willst und Angst hast, deinen Trieb nicht kontrollieren zu können, falls eine Frau dir dort begegnen würde, rufe einen Freund an und bitte ihn, auf dich aufzupassen.</li>
</ol>
<p>Bei einer kleinen Stichprobe im Freundeskreis antworteten auch gut ausgebildete, emanzipierte Frauen spontan, dass ein guter Rat vielleicht sei, nicht zu kurze Röcke zu tragen. So sehr ist unser Weltbild von Denkstrukturen traditioneller Rollenklischees geprägt. Die Frau muss sich dem Mann anpassen. Implizit wird ihr sogar noch eine Mitschuld zugesprochen, wenn sie vergewaltigt wird. Und da fragt sich mancher ernsthaft, ob es vielleicht mal langsam Gut sei, mit Emanzipation?</p>
<h4>Für mehr Diversität im Blogmainstream</h4>
<p>Die Umkehrung der Perspektive aus dem obigen Beispiel konnte ich bis zu diesem <a  title="How to prevent rape: Tips for Men" href="http://womensstudies.homestead.com/tipsformen.html" target="_blank">Beitrag von Jennifer Robinson</a> verfolgen. Kluge Beobachtungen über die Privilegien von Männern und in amerikanischer Perspektive besonders die des weißen Mittelschichtsmannes, des »defaults«, finden sich bei <a  title="The male privilege checklist" href="http://www.amptoons.com/blog/the-male-privilege-checklist/" target="_blank">Alas</a>.</p>
<blockquote><p>Das erste Privileg der Weißen, von Männern, Mitgliedern bessergestellter Gesellschaftsschichten, der Heterosexuellen, der Nichtbehinderten ist, völlig in Ignoranz der Tatsache zu leben, dass sie privilegiert sind.</p>
<p><cite>Unbekannt</cite></p>
</blockquote>
<p>Flannel apparel war im letzten Jahr von der <a  title="flannel apparel: Helden in Hosenträgern" href="http://flannelapparel.blogspot.com/2009/04/helden-in-hosentragern.html" target="_blank">Bräsigkeit altherrlichen Alphabloggertums</a> schon ermüdet. Die Mädchenmannschaft arbeitet nicht erst seit der <a  title="Rückblick auf die re:publica 2009 aus feministischer Perspektive" href="http://maedchenmannschaft.net/ein-resumee/" target="_blank">vergangenen re:publica</a> an einer Vernetzung weiblicher Stimmen im Internet und ist vorsichtig optimistisch, dass die neue Öffentlichkeit auch erhöhte Wahrnehmung für ihre Anliegen mitbringt. Trotz dem Anne Roth mir auf Anfrage beschied, dass sie so kurz nach ihrem Interview außer leicht erhöhten Leserzahlen noch keinen eindeutigen Effekt ihres Wirkens auf die Blogosphäre feststellen könne (allerdings gebe es mehr Anfragen seitens der alten Medien), habe ich das Gefühl, dass mir Beiträge von Frauen in letzter Zeit häufiger aufgefallen sind als früher.</p>
<p>Das mag damit zu tun haben, dass ich jetzt sensibilisiert bin und darauf achte, von wem die Texte stammen. Aber ich glaube, dass gerade auch feministische Themen bei Aggregatoren wie Rivva in letzter Zeit vermehrt auftauchen. Die <a  title="Über Medien, Datenschutz, Journalismus, Blogs, Frauen und vieles mehr" href="http://opalkatze.wordpress.com/" target="_blank">Opalkatze</a> antwortete mir, sie habe sicher an Einfluss gewonnen. Der Erfolg sei messbar in Anfragen wie der meinen,und die Verlinkung bei Christiane Schulzki-Haddoutis <a  title="Kooperative Technologien in der sozial-medialen Revolution" href="http://blog.kooptech.de/" target="_blank">kooptech</a> (übrigens fallen mir neben ihr viele weitere Frauen aus meinem Feedreader ein, die auch ohne Topplatzierung in den Blogcharts sicher hohe Relevanz in ihren Themenbereichen haben), <a  title="Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit" href="http://carta.info/" target="_blank">Carta</a> und dem <a  title="Ein Watchblog für deutsche Medien" href="http://www.bildblog.de/" target="_blank">Bildblog</a> hätten sicher nicht geschadet.</p>
<p>Da scheint mein Eindruck vielleicht doch nicht zu trügen. Bleibt zu hoffen, dass die Diversität der deutschen Blogosphäre weiter zunimmt und die Vernetzung gleich mit. Und dass das erste Privileg der Privilegierten nicht länger Bestand haben möge.</p>
<p><em>Nachtrag 28.2. 22:00: Während ich den Artikel schrieb, wurde in der Piratenpartei gerade wieder eine Diskussion um den »Postfeminismus« losgetreten. Auch wenn ich persönlich Gründe für und wider den Stein des Anstoßes nachvollziehen kann, ein geschlossenes Forum in der Piratenpartei als Schutzraum für eine Diskussion unter Frauen einzurichten, so hoffe ich doch mich mit diesem Artikel eindeutig gegen die Annahme ausgesprochen zu haben, irgendetwas in unserer Gesellschaft und sei es auch die Piratenpartei, sei »Post-Gender«.</em></p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/wozu-noch-feminismus-in-blogs-eine-frage-der-perspektive//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Wie Elisabeth Wienbeck ihr Herz an Afghanistan verlor</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maks</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Würde der Menschen in Afghanistan wird auch in Deutschland von Menschen wie Elisabeth Wienbeck gestützt und getragen. Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit, letztendlich Recht auf Leben wird für die afghanische Bevölkerung nicht mit der Waffe in der Hand und nicht von Angst hinter Panzerglas gewährleistet, sondern mit Hilfe jener Menschen verwirklicht, die sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>D<em>ie Würde der Menschen in Afghanistan wird auch in Deutschland von Menschen wie Elisabeth Wienbeck gestützt und getragen. Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit, letztendlich Recht auf Leben wird für die afghanische Bevölkerung nicht mit der Waffe in der Hand und nicht von Angst hinter Panzerglas gewährleistet, sondern mit Hilfe jener Menschen verwirklicht, die sich von ihrem Gewissen und ihrer Neugier leiten lassen. Von diesen stillen Helden berichtet Maksim Hartwig.</em></p>
<p>Düsseldorf im Winter 2010. Hinter dem Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität steht ein Reihenhaus. Am Hauseingang ist ein Namensschild angebracht: »Wienbeck«. Alles, was ich hinter dieser Tür erfahren werde, liegt fern von diesem Ort. Afghanistan ist weit weg, und dennoch fand das Land einen Platz im Herzen des Menschen, der mir mit einem ruhigen und freundlichen Lächeln die Tür öffnet. Das Leben von Elisabeth Wienbeck ist unzertrennlich mit Afghanistan und seinen Menschen verbunden. »Das Afghanistan-Virus hat mich erwischt«, erklärt sie und im gleichen Atemzug: »Man wird unweigerlich davon befallen, wenn man einmal in das Land gereist ist und dort Menschen kennen gelernt hat.« Ich will versuchen, dieses »Virus« zu verstehen…<span id="more-2295"></span></p>
<p>Elisabeth Wienbeck macht ihre erste Erfahrung mit Afghanistan im Sommer 2003. Dort wird sie zu einer Schule am Rande von Kabul geführt. Die Schule wurde während des Krieges zerstört und ist eigentlich nicht für offizielle Besuche gedacht. Kinder sitzen im Freien entlang einer hohen Mauer, die früher einmal die Rückwand ihrer Klassenräume war. Viele finden keinen Platz im Schatten. Sie sitzen in Gruppen auf dem lehmigen Boden und lauschen aufmerksam ihren Lehrern oder hören den Mitschülern zu, die vor der Klasse etwas vortragen. Jungs und Mädchen sitzen getrennt. Ein Platz unter freiem Himmel, der von einer hohen Mauer umschlossen ist – eine Schule, wie sie in ähnlicher Form auch an vielen anderen Orten in Afghanistan zu finden ist. Aber lieber eine solche Schule als gar keine: Viele afghanische Kinder, besonders Mädchen, haben keine Chance auf Bildung. Frauen mit Ausbildung sind noch selten erwünscht in Afghanistan.</p>
<div id="attachment_2415" class="wp-caption alignright"><img class="size-medium wp-image-2415" src="http://kontextschmiede.de/wpkontext_333/wp-content/uploads/Maedchenschule_Gulbahar_Unterricht2-348x400.jpg" alt="Lehrerin in Afghanistan" width="348" height="400" /><span class="wp-caption-text">Mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Wienbeck</span></div>
<p>Seit ihrem Besuch dieser Schule engagiert sich Elisabeth Wienbeck als Schulbeauftragte in dem Verein <a  href="http://http://www.bildung-fuer-afghanistan.de/">Bildung für Afghanistan e.V. (BfA)</a>. Drei Mädchenschulen und eine Schule für Jungs werden vom Verein getragen. Die erste Mädchenschule, »Malalai«, die der Verein bauen ließ, wurde im Dorf Lalam errichtet. Das Dorf liegt in der Provinz Wardak, einer im Süd-Westen an Kabul angrenzenden Region. Auf Drohungen der Taliban hin wurde diese Mädchenschule wieder geschlossen. Seitdem dürfen im Dorf Lalam nur Jungs zu Schule gehen. Die Mädchenschule »Diwa« im Dorf Yusof Khel, das auch in der Provinz Wardak liegt, wurde ebenfalls aus Angst vor Taliban geschlossen, nachdem der Schulleiter entführt und seine Familie bedroht worden war.</p>
<p>In letzter Zeit ist die Lage in der Region nicht mehr überschaubar. Immerhin: In der Provinz Parwan, die im Nord-Westen an Kabul angrenzt, hält eine Mädchenschule, deren Bau die BfA unterstützt hat, noch ihre Pforten geöffnet.  1500 Schülerinnen kann die Schule »Gulbahar« hinter ihren Mauern beherbergen, 100 km von Kabul entfernt. Im selben Ort wurde auch eine Schule für Jungs gebaut.</p>
<p>Im vergangenen Jahr wurde eine weitere Mädchenschule in Mohmandan nördlich von Mazar-i-Sharif gebaut, die inzwischen schon erweitert werden musste, weil sie so regen Zuspruch fand.  Ein kleiner, aber auch ein sehr wichtiger Beitrag zum Bildungssystem Afghanistans, wenn man bedenkt, dass von den 25 Millionen Einwohnern etwa 90% Analphabeten sind.</p>
<p>Zeitgleich mit den Wahl-Unruhen wurden alle Schulen in Afghanistan im Oktober 2009 geschlossen. »Wegen des Schweinegrippen-Virus«, hieß es. Auch jetzt bleiben die Schulen zu. In der Winterzeit ist der Schulweg zu mühsam,  besonders für schlecht ernährte und notdürftig gekleidete Kinder. Die Winterferien dauern von Dezember bis zum Beginn des neuen Jahres — in Afghanistan beginnt das  Jahr nach islamischer Zeitrechnung im März.</p>
<p>Elisabeth Wienbeck hält inne…</p>
<p>Wir sitzen im Gästezimmer auf der weichen Couch, zwischen uns stehen auf dem Tisch Kaffee und Kekse. Ich nippe verlegen an der Kaffeetasse. Sie redet, ich höre zu. Ich schaue kurz zum großen Terassenfenster, das zum Garten im Innenhof des Hauses führt. Alles scheint eingefroren — draußen duckt sich ein Magnolienbaum unter der Schneelast, drinnen stehen zwei Schaukelstühle still. Im Raum ist es kühl.</p>
<p>Frau Wienbeck hat in Afghanistan einen schmerzlichen Verlust erlitten. Ihr Mann ist in Kabul verunglückt. Im April 2005 wurde er mit seinem Fahrrad von einem Polizeiauto erfasst. Er starb am Unglücksort. Jetzt ist an dieser Stelle entlang der Straßenmitte eine hohe  Betonmauer errichtet  – als Schutz eines Ministeriums  vor Anschlägen.</p>
<div id="attachment_2316" class="wp-caption alignright"><img class="size-medium wp-image-2316" src="http://kontextschmiede.de/wpkontext_333/wp-content/uploads/DSC00110-400x300.jpg" alt="Menschen vor Klinikeingang" width="400" height="300" /><span class="wp-caption-text">Mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Wienbeck</span></div>
<p>Prof. Dr. med. Martin Wienbeck gründete 2001 die <a  href="http://http://www.foundation.wienbeck.net/">Stiftung Wienbeck für medizinische Entwicklung</a>. Ziel der Stiftung ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Sie bildet unter anderem in Afghanistan Ärztinnen und Ärzte  im Bereich der Gastroenterologie, Endoskopie und Sonographie aus und schickt die dafür notwendigen medizinischen Geräte hin. Ein Viertel aller Erkrankungen in Afghanistan sind Darmerkrankungen.</p>
<p>Elisabeth Wienbeck hat nach dem Tod ihres Mannes die Stiftung übernommen. Mittlerweile unterhält die Stiftung sechs Endoskopiezentren in verschiedenen Regionen über Afghanistan verteilt,  in Kandahar, Kunduz, Herat, Masar-e-Sharif und Kabul.</p>
<p>Für ihre Stiftungen fliegt Elisabeth Wienbeck regelmässig nach Afghanistan, besucht Schulen, medizinische Einrichtungen, verhandelt mit den Ministerien, betreut Stipendiaten aus Afghanistan in Deutschland, führt Aufklärungsarbeit an deutschen Schulen durch, sammelt Spenden für medizinische Einrichtungen und für die Schulprojekte in Afghanistan…</p>
<p>In einem Brief beichtete sie kürzlich einer amerikanischen Freundin, dass sie immer öfter mit ihrem Engagement identifiziert wird. Immer seltener wird sie als der Privatmensch Elisabeth wahrgenommen. Allerdings gibt sie zu, dass das Engagement in Afghanistan sehr viel von ihrer Zeit und Energie in Anspruch nimmt. Das Land sei zu einem der wichtigsten Bezugspunkte in ihrem Leben geworden. Die Möglichkeit, so viel von diesem Land und seinen Menschen zu erfahren, sei der Lohn für ihr Bemühen. »It enriches my life, in spite of all the difficulties and frustration,« schrieb sie in dem Brief an ihre Freundin.</p>
<div id="attachment_2330" class="wp-caption alignright"><img class="size-medium wp-image-2330 " src="http://kontextschmiede.de/wpkontext_333/wp-content/uploads/Maedchenschule_Gulbahar_Pause-400x300.jpg" alt="Kinder laufen" width="400" height="300" /><span class="wp-caption-text">Mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Wienbeck</span></div>
<p>Es gibt viele Fehlschläge und Enttäuschungen, die mit den Projekten in Afghanistan verbunden sind. Die Bedrohung der Schulen durch die Taliban, die Korruption im Land und die bürokratischen Hürden bei den medizinischen Projekten. Die Erfolge aber, die mit der Arbeit erzielt werden, überwiegen die Frustrationen. Seit den Präsidentschaftswahlen im September 2009 hat sich die Lage weiter verschlechtert. Und dennoch: Schon bis zur Wahl wurden Schulen gebaut und medizinische Einrichtungen gespendet. Mit Hilfe der Stiftung ausgebildete afghanische Ärztinnen können selbstständig weitere Frauen ausbilden. Die Freude der Kinder, die in den letzten Jahren zur Schule gehen durften, kann ihnen nicht mehr genommen werden.</p>
<p><em>»</em>Es gibt viele stille Helden in Afghanistan, die helfen wo sie können, ohne Gegenleistung oder Anerkennung zu verlangen. Man erfährt nichts über sie in der Öffentlichkeit, aber es gibt sie<em>,«</em> erklärt Elisabeth Wienbeck, als ich ihr meine Vermutung mitteile, dass es wahrscheinlich wenige Menschen gibt, die nach Afghanistan gehen, um dort humanitäre Hilfe zu leisten.</p>
<p>Zu meiner Frage, was ihre Pläne, Befürchtungen oder Hoffnungen für die Zukunft sind, muss sie nicht lange überlegen. Sie kam von ihrem letzten Besuch in Afghanistan hochmotiviert nach Deutschland zurück: Sie wird ihr Engagement in Afghanistan fortsetzen, so lange es möglich ist. Und sie hofft, dass diese Möglichkeit ihr lange erhalten bleibt.</p>
<h4>Eindrücke aus Afghanistan mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Wienbeck:</h4>

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</ol>]]></content:encoded>
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		<title>Dem Tag mehr Leben geben</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/dem-tag-mehr-leben-geben/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 15:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>else</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ramona Burger arbeitet im Düsseldorfer Kinderhospiz »Regenbogenland«. Im vergangenen Jahr sind hier drei Kinder gestorben. Düsseldorf, im Dezember. Manchmal, sagt Ramona Burger, sei ihr danach, richtig auf die Rolle zu gehen. Alles rauszulassen, zu tanzen, den Kopf freizubekommen. »Man muss einen guten Freizeitausgleich haben, sonst geht es nicht«, sagt sie und rückt ihr milchgelbes Polohemd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ramona Burger arbeitet im Düsseldorfer Kinderhospiz »Regenbogenland«. Im vergangenen Jahr sind hier drei Kinder gestorben.</em></p>
<p>Düsseldorf, im Dezember. Manchmal, sagt Ramona Burger, sei ihr danach, richtig auf die Rolle zu gehen. Alles rauszulassen, zu tanzen, den Kopf freizubekommen. »Man muss einen guten Freizeitausgleich haben, sonst geht es nicht«, sagt sie und rückt ihr milchgelbes Polohemd zurecht. Ramona Burger arbeitet im Düsseldorfer Kinderhospiz »Regenbogenland«. In diesem Jahr sind hier drei Kinder gestorben. Doch vom Tod ist wenig zu spüren an diesem Montag nach den Weihnachtsfeiertagen.</p>
<p><span id="more-2195"></span><br />
 In den hellen Räumen mit dem Parkettboden sieht es aus wie im Lager des Christkinds. Warm ist es hier und bunt, von der Decke baumeln Geschenke, auf den Tischen stehen Teller mit Schokolade. Wer mag, kann mit riesigen Stofftieren spielen, dem Panda aus »Kung Fu Panda«, dem Hasen aus »Keinohrhasen«, Tigerenten und Teddybären. Neben der Hängematte steht ein gluckerndes Wasserbett, ein ferngesteuertes Auto liegt bereit, und der CD-Player spielt Musik von Rolf Zuckowski.</p>
<p>Als Moritz vor einigen Wochen hier war, war die Musik aus. Ramona hielt damals den sechs Wochen alten Säugling auf dem Arm. Er war blau im Gesicht, und sie pumpte mit einem Beutel Luft durch einen Schlitz in der Kehle. Eine Stunde lang. In seinem Mund steckte ein Schlauch, mit dem eine Maschine Schleim aus der Lunge saugte. Der Pulsschlag auf dem Monitor wurde immer schwächer. »Bleib noch Moritz, du musst doch auf deine Mutter warten«, hat Ramona gesagt. Moritz hat sich angestrengt und gequält, sein winziges Herz, gerade einmal so groß wie eine Walnuss, hat gepocht. Die Mutter kam, nahm das Bündel Leben in den Arm und setzte sich auf die Couch in den Abschiedsraum. Dann ist Moritz ist gestorben. Und Ramona Burger hat geweint.</p>
<p>»Es ist für die Kinder einfacher, wenn ihre Eltern sie gehen lassen wollen«, sagt die 29-Jährige mit der sportlichen Figur. Das spüren auch die Kleinsten, davon ist sie überzeugt. Ohnehin sei der Tod für die Angehörigen viel schwieriger, »für die Kinder ist er meist eine Erlösung«. So ist das Hospiz vor allem darauf ausgerichtet, Angst vor dem Tod zu nehmen. »Nicht dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben geben«, steht in einem Buch, das am Eingang ausliegt und das »Regenbogenland« vorstellt.</p>
<h4>Manche Krankheiten könnte sich der Autor eines Horrorfilms ausgedacht haben</h4>
<p>Wenn ein Kind unmittelbar vor dem Tod steht, »final wird«, wie die Pfleger es nennen, hat es fast immer eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Da gibt es Krankheiten, die so perfide sind, dass der Autor eines Horrorfilms sie erdacht haben könnte. Etwa Muskeldystrophie: Bei klarem Verstand bilden sich allmählich alle Muskeln des Körpers zurück, bis schließlich die Atemmuskulatur schwindet. Ist ein Kind an Neuronaler Ceroid-Lipofuszinose erkrankt, entwickelt es sich über Jahre wie seine Altersgenossen. Dann, anfangs kaum bemerkbar, löst sich langsam das Gehirn auf. Und mit ihm die Persönlichkeit. »Demenz der Jugend« wird die Krankheit auch genannt. Es sind Krankheitsbilder, von denen die Wissenschaft wenig versteht, weil sie so selten vorkommen.</p>
<p>Auch Ramona muss nachschlagen, wenn sie etwas darüber erfahren will. In ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester hat sie nichts darüber gelernt, genauso wenig wie über den Umgang mit geistig oder körperlich Behinderten. Nach einigen Jahren im Krankenhaus las die Duisburgerin eine Stellenanzeige für das Hospiz im nahen Düsseldorf. Ohne viel nachzudenken, bewarb sie sich und wurde prompt genommen. Was folgte, war eine Umstellung. In mehrerer Hinsicht.</p>
<p>Die Arbeit im Hospiz verlaufe ruhiger, findet sie. »Man hat mehr Zeit und kann auf Fragen der Eltern besser eingehen, der Stress ist nicht so hoch.« An die Nähe des Todes hat sie sich gewöhnt, seit sie im Sommer 2007 angefangen hat. Der Alltag lasse sich auch davon nicht aufhalten. Wenn ein Kind stirbt, ruft sie den Kinderarzt an, um den Tod feststellen zu lassen, füllt Formulare aus und wäscht den Leichnam. »Da musst du aufpassen, dass die Putzfrau nicht über den Eimer fällt«, sagt sie und lächelt.</p>
<h4>»Den Tod nimmt man mit nach Hause«</h4>
<p>Wenn sie nach der Schicht ihr Hemd gegen Jeans und Pullover tauscht, die braunen Lederstiefel überstreift und mit dem schwarzen BMW nach Hause fährt, hat Ramona den Arbeitstag manchmal schon vergessen. Als Moritz starb, war das anders. »Den Tod nimmt man mit nach Hause.« Um die Trauer zu bewältigen, geht sie ins Fitnessstudio oder spricht mit Freunden. Aber das hat Grenzen. »Wenn ich meinen Zuhörer trauriger machen würde, als ich Trost bekäme, behalte ich es lieber für mich.« Ihrer Mutter hat sie die Geschichte von Moritz nicht erzählt. Feiern ist ja auch eine gute Strategie.</p>
<p>Das soll nach Ramonas Wunsch auch für den eigenen Tod gelten. »Ich hoffe, dass die Leute Party machen.« Sie möchte unter einem Baum liegen, mit Blick aufs Spargelfeld. »Typisch deutsch, in Reih und Glied auf dem Friedhof, das ist nichts für mich.«</p>
<p>Ob dann Schluss ist?</p>
<p>»Danach ist noch irgendwas. Sonst wär’ es ja sehr, sehr traurig.«</p>
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		<title>Wir und die Anderen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 12:41:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An Diskriminierung und einer ihrer Spielarten, dem Rassismus, ist wenig Fremdes. Im Gegenteil: Das Perfide am Rassismus ist seine Menschlichkeit. Jeder Mensch ist Rassist. Denn jeder Mensch kann nicht anders, als seine Umwelt zu diskriminieren. Gefährlich wird es dann, wenn die Natur des Rassismus verkannt oder gar geleugnet wird. Das allerdings geschieht ständig. Deutsch zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An Diskriminierung und einer ihrer Spielarten, dem Rassismus, ist wenig Fremdes. Im Gegenteil: Das Perfide am Rassismus ist seine Menschlichkeit. Jeder Mensch ist Rassist. Denn jeder Mensch kann nicht anders, als seine Umwelt zu diskriminieren. Gefährlich wird es dann, wenn die Natur des Rassismus verkannt oder gar geleugnet wird. Das allerdings geschieht ständig.</p>
<p><q class="pullquote">Deutsch zu sein bedarf es wenig, schon gar keiner Selbstreflexion oder Leitkultur. Es reicht, zu wissen, wer die Anderen sind.</q></p>
<p>Wie anders ist es zu erklären, dass Roland Koch voller Empörung den Vorwurf des Rassismus von sich weist, während er gleichzeitig im Wahlkampf dafür wirbt, Jugendkriminalität anhand von ethnischer Zugehörigkeit zu bewerten? Wie sonst kann Kristina Köhler eine »deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen« herbeireden, die entgegen ihrer Weltsicht von keiner Kriminalstatistik bestätigt wird, und trotzdem überzeugt sein, dass eben diese Weltsicht notwendiger Bestandteil des demokratischen Spektrums und keinesfalls rassistisch sei? Warum sonst sollte eine Schweizer Professorin, mithin eine gebildete Frau, in einem privaten Gespräch über Politik die minarettfreien Eidgenossen vor dem Verdacht des Rassismus in Schutz nehmen und anschließend ungeniert fortfahren:</p>
<blockquote><p>Aber als wir die Religionsfreiheit eingeführt haben, da ging es um die Christen und die Juden, da war von Islam nicht die Rede.<span id="more-2158"></span></p>
</blockquote>
<p>Diskriminierung bedeutet zunächst einmal »Unterscheidung«. Unterscheidung ist psychologische Grundlage für menschliche Identität, doch der Mensch stellt sich diesem Teil seiner Natur viel zu selten und verbindet unreflektiert die psychologisch reale Unterscheidung von Gruppen mit schädlichen Vorurteilen. Daraus gewinnt Diskriminierung ihren zersetzenden Einfluss. Vielleicht hilft es, sich am folgenden Beispiel einzugestehen, dass menschliches Handeln häufig unwillkürlich ist:</p>
<p> Ein halbkreisförmiger, gepflasterter Weg verbindet Eingang und Ausgang eines Parks, durch den täglich viele Menschen auf dem Weg zu ihrer Arbeit strömen. Der Park besteht aus einer gepflegten Grünfläche ohne Hindernisse. Immer wieder kürzen Menschen den Weg zum Ausgang ab. Niemand hat ein anderes Motiv, als den schnellsten Weg zum Ausgang zu nehmen und doch wirken alle, die den Weg zu diesem Zweck verlassen, an einer gemeinsamen , unwillkürlichen Handlung mit. Sie schaffen einen Trampelpfad, der den gepflegten Rasen durchschneidet. Wenn der Pfad einmal geschaffen ist, folgen auch die weniger eiligen Parkbesucher dem kürzeren Weg.</p>
<h4>Eine Gesellschaft ist das Produkt etablierter Machtstrukturen und Rollenidentitäten</h4>
<p>Solcher Art sind Strukturen menschlichen Zusammenlebens. Sie entstehen oft zufällig und entwickeln dann eine Sogwirkung, die ihr Bestehen noch verfestigt. Der Feminismus und der Postkolonialismus haben dieses Phänomen beispielhaft anschaulich gemacht. Erst aus dem Willen zur Emanzipation, der Ablehnung von etablierten Machtstrukturen, entstand überhaupt die Erkenntnis um deren Zusammenhänge. Unschuldige Alltagshandlungen zementieren die bestehenden Strukturen von Machtgefügen und Rollenidentitäten. Neben den Profiteuren der bestehenden Machtverhältnisse sind es stets auch die nachteilig Betroffenen selbst, die im Kollektiv unwillkürlich ihre Benachteiligung verfestigen, indem sie Rollenklischees erfüllen, die im Einzelfall einen persönlichen Vorteil bedeuten.</p>
<p>Die hübsche Mitarbeiterin, die ihre Reize statt ihrer Qualifikation betont und damit ihre Karriere kurzfristig dank eines empfänglichen Vorgesetzten beschleunigt, dabei aber bestehende Vorurteile unterschwellig bedient, folgt diesem Muster.  Selbst Angela Merkel, die sich bis heute für ihre Garderobe und ihren Haarschnitt rechtfertigen muss, unterliegt noch als mächtigste Frau der Welt einer patriarchalischen Weltsicht. Bis heute ist den meisten Menschen in Deutschland die strukturelle Dimension von Geschlechterdiskriminierung weitgehend unverständlich. Und das, obwohl eine populäre Bewegung es sich zum Ziel gemacht hat, gegen diese Benachteiligung anzukämpfen. Eine dem Feminismus vergleichbare Bewegung gegen Rassismus und andere Formen struktureller Diskriminierung gibt es bis heute nicht. Da ist es kein Wunder, wenn Ausmaß und Form von Diskriminierung in ihrem schädlichen Einfluss unerkannt bleibt.</p>
<p>Strukturelle Benachteiligung, wie Rassismus, speist sich aus zwei grundsätzlichen Elementen menschlichen Zusammenlebens. Hierarchie und Identität. Wo zwei Menschen aufeinandertreffen, gibt es für jeden Moment ihrer Interaktion eine Balance der Hierarchie. Einer hat mehr Macht als der Andere. Hierarchien sind offensichtlich, wie die zwischen Eltern und Kind, oder auch subtil, wie die zwischen besten Freundinnen. Sie können je nach Kontext wechseln und ganze Gruppen einschließen, aber sie sind immer da. Und sie sind verknüpft mit Identität.</p>
<p>Identität entsteht aus Unterscheidung. Ich oder wir sind nicht wie Leute, die nicht ich oder nicht wir sind. Das sind die Anderen. Die Anderen sind die Abweichung von einem Standard, der keiner weiteren Definition bedarf, der nicht hinterfragt wird. Deutsch zu sein bedarf es wenig, schon gar keiner Selbstreflexion oder Leitkultur. Es reicht, zu wissen, wer die Anderen sind. Damit wird bereits eine Hierarchie etabliert. Das Andere muss sich rechtfertigen, das Eine, die Norm, nicht.</p>
<h4>Wenn aus Beobachtungen Verallgemeinerungen werden</h4>
<p>Eine weitere psychologische Eigenschaft des Menschen, die Unterteilung der Welt in Kategorien, tut ihr Übriges. Für Kategorien braucht es Eigenschaften. Wir erkennen einen Kreis daran, dass er rund ist. Wir unterscheiden Menschen anhand ihrer Muttersprache, Hautfarbe, ihrem bevorzugten Fußballverein und unzähliger weiterer Eigenschaften. Und für jede Kategorie, die wir auf Andere anwenden, kommen schnell einige Eigenschaften zusammen, die kaum eine Grundlage haben oder wo schlicht falsche Zusammenhänge hergestellt werden. Hier begegnet uns noch ein Fallstrick des menschlichen Geistes. Wir ziehen voreilige Schlüsse. Alle Schwäne sind weiß. Alle Neger sind schwarz. Alle Ausländer sind faul und wollen uns die Arbeitsplätze wegnehmen.</p>
<p>Wie sehr solche Klischees psychologische Realität werden, zeigen <a  title="Eine kurze Einführung in den stereotype threat (Wikipedia, auf Englisch)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Stereotype_threat" target="_blank">einfache Versuche.</a> Schwarze Studenten wurden in Amerika zum Vergleich in zwei Situationen auf ihre Rechenfähigkeit getestet. Einmal wurden sie ohne besondere Vorbereitung getestet und einmal in einem Umfeld, in dem sie von der Versuchsleitung mit Stereotypen über die akademische Unzulänglichkeit von Schwarzen konfrontiert wurden. Die Studenten schnitten schlechter ab, wenn sie vor dem Test an ihre Ethnie erinnert wurden, weil sie schwarzen Studenten, genau wie jeder andere Rassist, weniger zutrauten.</p>
<p>Auf der anderen Seite können sich die gleichen Stammtischbrüder, die Angst vor Überfremdung haben, mit ihrem türkischen Taxifahrerkollegen solidarisieren. Das ist ja unser Ali, der ist nicht wie die anderen Ausländer. Die wollen wir lieber nicht hier haben. Ali nickt und schweigt, damit er seine Rolle als exotisches Mitglied der Gruppe nicht gefährdet. Der ehemalige Steinewerfer und überzeugte Bildungsbürger prahlt mit seiner Weltoffenheit, wenn er seine Tochter mit Ausländerkindern spielen lässt. Aber den Türkenjungen heiraten, das muss dann doch nicht sein. Der Junge mit ghanaischem Vater, der in Deutschland aufgewachsen keinem afrikanischen Einfluss als dem seiner Gene ausgesetzt war, lässt sich eigens für seine Bewerbung bei einem Musiksender Rastalocken drehen, weil Exotik ein gewünschtes Merkmal ist. Er erfüllt ein Rollenklischee, das gar nicht seiner deutschen Identität entspricht und beschwert sich hinterher bei seinen Freunden über Rassismus in Deutschland. Wir alle sind Rassisten. Ist es nicht besser, sich selbstkritisch mit diesem Schatten auf unserer Seele auseinanderzusetzen, als ihn zu leugnen?</p>
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