An Diskriminierung und einer ihrer Spielarten, dem Rassismus, ist wenig Fremdes. Im Gegenteil: Das Perfide am Rassismus ist seine Menschlichkeit. Jeder Mensch ist Rassist. Denn jeder Mensch kann nicht anders, als seine Umwelt zu diskriminieren. Gefährlich wird es dann, wenn die Natur des Rassismus verkannt oder gar geleugnet wird. Das allerdings geschieht ständig.
Deutsch zu sein bedarf es wenig, schon gar keiner Selbstreflexion oder Leitkultur. Es reicht, zu wissen, wer die Anderen sind.
Wie anders ist es zu erklären, dass Roland Koch voller Empörung den Vorwurf des Rassismus von sich weist, während er gleichzeitig im Wahlkampf dafür wirbt, Jugendkriminalität anhand von ethnischer Zugehörigkeit zu bewerten? Wie sonst kann Kristina Köhler eine »deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen« herbeireden, die entgegen ihrer Weltsicht von keiner Kriminalstatistik bestätigt wird, und trotzdem überzeugt sein, dass eben diese Weltsicht notwendiger Bestandteil des demokratischen Spektrums und keinesfalls rassistisch sei? Warum sonst sollte eine Schweizer Professorin, mithin eine gebildete Frau, in einem privaten Gespräch über Politik die minarettfreien Eidgenossen vor dem Verdacht des Rassismus in Schutz nehmen und anschließend ungeniert fortfahren:
Aber als wir die Religionsfreiheit eingeführt haben, da ging es um die Christen und die Juden, da war von Islam nicht die Rede. […] → zu Ende lesen