Krimispiel: Das schmutzige Spiel der feinen Gesellschaft.

Das auf die­ser Seite ein­ge­bet­tete Doku­ment ist eine Anlei­tung samt Spiel­zu­be­hör für ein Detek­tiv­spiel, das auf pri­va­ten Par­ties mit 26 Gäs­ten gespielt wer­den kann. Nach­dem ich bei der Suche nach einem sol­chen Spiel zu kei­nem befrie­di­gen­den Erge­bis kam, habe ich kur­zer­hand selbst eines geschrie­ben. Es steht zum Down­load zur Ver­fü­gung, falls noch jemand ande­res eine Kri­mi­party in die­ser Grö­ßen­ord­nung selbst orga­ni­sie­ren möchte.

Außer­dem ist es eine Übung in ange­wand­ter Gamei­fi­ca­tion — die­ses Buz­zword bekommt in letz­ter Zeit immer mehr Auf­merk­sam­keit. Sinn­voll ver­wen­det beschreibt es einen Ansatz, wie sich Regel­sys­teme aus Spiel­wel­ten zur Moti­va­tion bestimm­ter Nut­zer­hand­lun­gen im Design­pro­zess inte­grie­ren las­sen. Wenn es mehr sein soll als über­flüs­sige Punk­te­hatz, müs­sen natür­lich auch grund­le­gende Erkennt­nisse ver­ar­bei­tet wer­den, wie Spiele über­haupt funk­tio­nie­ren; wie intrin­si­sche Moti­va­tion von Spie­lern sich in inter­ak­ti­ven Model­len aus­wirkt und durch Regeln steu­ern lässt.

Diese theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen kön­nen allen Hob­by­de­tek­ti­ven natür­lich egal sein. Viel Spaß bei der Mör­der­hatz im eige­nen Haus. […] → zu Ende lesen

Medienkunst. Medien-​​Art. Sound-​​Art: Ein Interview mit Lilian Beidler

Und noch mal… Medi­en­kunst. Medien-​​Art. Sound-​​Art… name drop­ping für die Begriffe, die Nut­zer vir­tu­el­ler Such­ma­schi­nen mög­li­cher­weise mit die­sem Inter­view ver­bin­den. Die Suche nach Infor­ma­tio­nen zu die­sem Thema könnte einige Lese­rin­nen und Leser jetzt zwar erfolg­reich zu die­sem Text füh­ren, aber noch nicht die Erfah­rung bie­ten, die man mit dem Thema Medi­en­kunst gern ver­bun­den hätte. Sol­che Erfah­rung konnte man während der »inter­face« – Tage am Forum Freies Thea­ter (FFT) in Düsseldorf am Wochen­ende von 21 bis 22 Januar 2011 machen.

Was ist das Neue an Medi­en­kunst? Wie ändert sich die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Werk, wenn ver­schie­de­nen Medien gleich­zei­tig im Spiel sind? Die Bezie­hung zwi­schen dem Schaf­fen­den und dem Geschaf­fe­nen, sowie zwi­schen dem Werk und dem Betrach­ter ist ein Pro­zess von dia­lek­ti­scher Dyna­mik. Auf diese Weise wird das Kunst­werk als ein Gan­zes gese­hen, das aus dem Künstler, dem Objekt und dem Betrach­ter besteht. Was be-​​zieht sich zu was? Und wer ist der Hin-​​gezogene? Peter Slo­ter­dijk sagte: »Der Künstler und Ero­ti­ker lebt unter dem Ein­druck, dass eher die Dinge etwas von ihm wol­len als er von ihnen, und dass sie es sind, die ihn in das Aben­teuer der Erfah­rung verwickeln.«

Um die­sen Fra­gen näher zu kom­men, sprach ich mit Klang­künst­le­rin Lilian Beid­ler. […] → zu Ende lesen

Wikileaks, Justin Bieber und die Echokammern des Netzes

Einige der inter­es­san­tes­ten Erkennt­nisse, die Wiki­leaks ermög­licht, stam­men nicht aus gehei­men Doku­men­ten, son­dern aus den Dis­kus­sio­nen, die um die Platt­form ent­ste­hen. Da sind zum einen die Reak­tio­nen der betrof­fe­nen Amts­trä­ger, die das Selbst­ver­ständ­nis des Staa­tes, wie er von den Volks­ver­tre­tern in Demo­kra­tien ver­stan­den wird, ver­deut­li­chen. Clay Shirky hat die not­wen­dige Abwä­gung von berech­tig­ten Inter­es­sen nach Trans­pa­renz aber auch nach Geheim­hal­tung in demo­kra­ti­schen Sys­te­men schön erläu­tert, John Naugh­ton kom­men­tiert im Guar­dian, wie das Selbst­ver­ständ­nis von Staat durch Wiki­leaks in Frage gestellt wird. Zum ande­ren sind auch die Bür­ger selbst in die Mei­nungs­bil­dungs­pro­zesse inte­griert. Dies geschieht durch die ver­mit­telnde Funk­tion von Mas­sen­me­dien, durch die Instanz zwi­schen Bür­ger und Staat, die sich gerne vierte Gewalt nennt. Und durch die Äuße­run­gen in den vie­len Foren und Publi­ka­ti­ons­for­men, die das Inter­net bie­tet. Diese Netz­werke von öffent­li­chen Mei­nungs­be­kun­dun­gen wer­den immer mehr Teil der vier­ten Gewalt, weil die ent­hal­te­nen Infor­ma­tio­nen von den tra­di­tio­nel­len Mas­sen­me­dien gie­rig auf­ge­so­gen und ver­brei­tet wer­den. […] → zu Ende lesen

Das Werkzeug ist nicht das Medium

Der Begriff »Medium« wird in vie­len ver­schie­de­nen Bedeu­tun­gen gebraucht. Nicht sel­ten kommt es dabei zu Miß­ver­ständ­nis­sen und fehl­ge­lei­te­ten Annah­men über das Wesen von Kom­mu­ni­ka­tion. Spe­zi­ell die Ver­ein­nah­mung der Begriffe »Medien« und »Kom­mu­ni­ka­tion« durch Publi­zis­tik und PR trübt den Blick dar­auf, wie Bedeu­tung zwi­schen Men­schen über­tra­gen wird, wenn es nicht gerade darum geht, Inhalte oder das Image eines Unter­neh­mens zu verkaufen.

Wenn wir uns nur Epiphä­no­mene der Kom­mu­ni­ka­tion anse­hen, weil wir zu sehr dar­auf fokus­siert sind, wel­che Akteure sich im gesell­schaft­li­chen Mei­nungs­bil­dungs­pro­zess posi­tio­nie­ren, ver­ste­hen wir nie die zugrunde lie­gen­den Wirk­me­cha­nis­men und gelan­gen schnell zu fal­schen Ver­all­ge­mei­ne­run­gen. Der Dis­kurs über neue Medien ist selbst ein gutes Bei­spiel dafür, wie Dis­tri­bu­ti­ons­ka­näle und Medium in einen Topf gewor­fen wer­den. […] → zu Ende lesen

Medienkompetenz ist soziale Kompetenz

Wie­der ein­mal zer­bre­chen kluge Köpfe sich den ihri­gen, Regeln auf­zu­stel­len für den Umgang, den Men­schen mit­ein­an­der pfle­gen.  Mensch­li­ches ist den Nut­zern des Inter­nets zwar schon lange ver­traut, doch die tech­ni­schen Ver­bin­dun­gen des Net­zes ent­pup­pen sich schließ­lich auch den Lord­sie­gel­be­wah­rern des rich­ti­gen Lebens im Unge­ho­bel­ten als soziale Bande. Nun gilt es, Eti­ket­te­ver­stöße die­ses digi­ta­len Men­schelns anzu­grei­fen. Wer bes­ser als der Name Knigge stünde für ein Unter­fan­gen, Rat zu bie­ten wider die Fall­stri­cke des Sozia­len Net­zes? Wie sich her­aus­stellt: Jeder mit einer Spur von Medienkompetenz.

Der 2005 als Mar­ke­ting­platt­form für teil­neh­mende Benimm­be­ra­ter und –Auto­ren gegrün­dete Knigge-​​Rat hat in einer Pres­se­mit­tei­lung »[…] die For­de­rung von Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Ilse Aigner nach neuen Ver­hal­tens­re­geln im Netz auf­ge­grif­fen und einen Social-​​Media-​​Knigge erar­bei­tet.« Das Ergeb­nis ist eine Kata­stro­phe. Gleich­zei­tig ist es ein gutes Bei­spiel für die These, dass Medi­en­kom­pe­tenz zu nicht gerin­gen Tei­len soziale Kom­pe­tenz ist. Für Umgangs­for­men gilt: Es gibt kaum »rich­ti­ges Beneh­men«. Es gibt nur ange­mes­se­nes Ver­hal­ten. […] → zu Ende lesen

Wie der Schmutz ins Internet kommt

Viele Medi­en­schaf­fende publi­zie­ren Bei­träge im Inter­net, mit denen sie sich an Debat­ten betei­li­gen wol­len. Man­che stel­len dafür sogar ihre eigene Platt­form zur Ver­fü­gung, auf der Leser sich mit eige­nen Bei­trä­gen betei­li­gen kön­nen. Wenn wir sol­che Platt­for­men als Gesprächs­an­ge­bote und die dar­auf statt fin­den­den Dis­kus­sio­nen als Gesprä­che betrach­ten, kön­nen wir eine drän­gende Frage der Platt­form­an­bie­ter neu bewer­ten: Wie kann ich die Qua­li­tät »mei­ner« Debat­ten stei­gern?

Für die Ana­lyse von Gesprä­chen gibt es sehr spe­zi­fi­sche wis­sen­schaft­li­che Modelle und Erklä­rungs­an­sätze. Erkennt­nisse der Sozio­lin­gu­is­tik, der Prag­ma­tik und der CMC-​​Forschung bie­ten sich als dank­bare Werk­zeuge an, neue Inter­pre­ta­tio­nen für das Wesen der Kom­men­tar­spal­ten im Inter­net zu fin­den. Denn vor der Frage nach dem »wie« sich die Qua­li­tät von Online­de­bat­ten stei­gern lässt, steht die Frage nach dem »warum«  diese Debat­ten so sind, wie sie sind. Dabei bie­tet kein Ansatz für sich eine all­um­fas­sende Lösung, aber jen­seits des anwen­dungs­be­zo­ge­nen Community-​​Managements sind einige theo­re­ti­sche Über­le­gun­gen der Sprach­wis­sen­schaf­ten ver­blüf­fend robust. Online­de­bat­ten ver­hal­ten sich tat­säch­lich häu­fig wie Gesprä­che. […] → zu Ende lesen



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