Sommerfernsehen – Cooles aus dem Internet

Heute ist es dank des Internets möglich, sein Fernsehprogramm selbst zusammenzustellen. Wer heute also von sich sagt, er habe keinen Fernseher mehr, muss deswegen nicht gleich auf spannende Fernsehproduktionen verzichten. Er greift vielleicht sogar gezielter auf diese zurück, als es der gewohnheitsmäßige Zuschauer tut. Nicht genug, dass er sich dazu der Zweitverwertung derjenigen deutschen Sender bedient, die ihre Werke auch online zur Verfügung stellen. Er kann als sein eigener Programmdirektor auch in den Genuss solcher Produktionen kommen, die noch gar nicht für den deutschen Fernsehmarkt verwertet wurden – und womöglich nie verwertet werden. Viele amerikanische Sender stellen ihre Serien kurz nach dem Ausstrahlungstermin zur Verfügung. Wer nicht streamen mag, kann bei iTunes und anderen Onlinewarenhäusern einzelne Episoden und ganze Staffeln einkaufen.

Durch das neue Medienangebot ergeben sich neue Konsumgewohnheiten. Serienfolgen müssen nicht länger an ihrem Ausstrahlungstermin gesehen werden. Das Internet fungiert als der größte Videorekorder der Welt und erlaubt endlich spannendes Frühstücksfernsehen. Gleichzeitig passt sich der deutsche Serienfreund den amerikanischen Sendegewohnheiten an. Dort werden Serienproduktionen der großen Netzwerke anhand der Vorgaben von Sendeplätzen in einem Kalenderjahr gedreht. Um die reibungslose Zweitverwertung solcher Produktionen auf anderen Sendern und Tochternetzwerken zu ermöglichen, hat sich ein Standard von Folgen pro Staffel, Wechsel von Sommer- und Winterprogramm, Pausen für große Sportereignisse und mehr herausgebildet, der eine eigene Form der Jahreszeiten für den Fernsehzuschauer bildet.
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Poetryslam als Teamwettbewerb rockt!

Lyrik, Epik und Drama in popkultureller Interpretation vereint, das ist Poetryslam. Wenn Wortakrobaten sich zusammentun, um in koordinierter Form ihre Texte auf der Bühne abzufeiern, dann ist das Teamslam, die selten zelebrierte Teamversion des Poetryslam. Im Zakk durfte das Düsseldorfer Publikum am vergangenen Sonntag zum ersten Mal diesem speziellen Genre beiwohnen und bekam einen Vorgeschmack darauf, wie der Mannschaftswettbewerb auf den im Herbst stattfindenden Deutschen Meisterschaften wohl aussehen könnte.

Leere BühneNoch ist alles entspannt in der Halle.„Nur du, das Mikrofon und dein Text!“ Das Düsseldorfer Urgestein Sushi speit seinen Freestyle außer Konkurrenz ins Mikrofon, weil sein Partner ihm zur teambildenden Mehrzahl fehlt. „Und ihr natürlich, diese Bühne und dieses Publikum und ich und mein Mikrofon.“ Alles geht auf der Bühne. Schweiß und Speichel begleiten die stimmgewaltigen Vorträge, wenn der ganze Körper zum Vehikel der Poesie wird. Langweilige Lesungen waren vorgestern, beim Poetryslam konkurrieren die Dichter mit allen Mitteln um die Gunst des Publikums. Nur die überzeugende Performance wird von den Zufallsjuroren belohnt und kommt in die nächste Runde. Poesieschlacht Punktacht ist eine feste Größe im Zakk, die von der Nischenveranstaltung zum Publikumsmagneten avancierte und vom kleinen Club in die große Halle umziehen musste. Von kurz nach halb neun an erwartete die Gäste dort eine besondere Form des Dichterwettstreits, der Teamslam. Teamperformances bekommt man sonst nur auf den deutschsprachigen Meisterschaften zu hören, auf die sich auch die Teilnehmer dieses Abends vorbereiten. Choreographien wollen geprobt werden, Reaktionen des Publikums getestet.
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Dreiecksbeziehungen und Diagramme

Leser lieben Diagramme. Ich zumindest bin stets aufs neue angetan, wenn große Zusammenhänge auf eine kleine Grafik reduziert werden. Völlig von der Hand zu weisen ist der Zauber der Diagramme nicht. Wenn man wechselseitige Beziehungen und Interdependenzen detailliert erklären will, kann man drei Absätze schreiben und so manchen Leser dabei verlieren. Man kann auch einfach ein Dreieck zeichnen.

Nehmen wir als Beispiel das Grunddilemma der Informationsbeschaffung. Die Beschaffenheit von Information, die man suchen und aufbereiten kann, ist in einer Drei-Wege-Beziehung zu definieren.

  1. schnell
  2. gut
  3. günstig

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Geschichten erzählen mit Bild und Ton

Multimedia storytelling ist ein neues, im Internet geborenes Medium, das Fotojournalisten neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet. Nach und nach zeigen auch die Onlineausgaben der großen deutschen Zeitungen Beispiele hiervon.

Moderne Fotokameras sind längst nicht mehr nur fototauglich. Modelle für professionelle Fotografen, und zunehmend auch semiprofessionelle oder gar Einsteigergeräte, können Audio und Video in hochwertiger Qualität aufzunehmen. Die neuen technischen Möglichkeiten erweitern den Spielraum für Fotojournalisten, die sich bisher auf stehende Bilder beschränken mussten. Veränderte Ausgabeformate sind die Folge. Ein neues, im Internet geborenes Medium bildet sich, für das sich im Deutschen noch kein eigener Name etabliert hat und das als Slideshow mit Audiokommentar beschrieben werden kann. Im englischen Sprachgebrauch firmiert es unter multimedia storytelling. Dieser Begriff trifft den Kern der Sache, da sich die genutzten Medien der erzählten Geschichte unterordnen und aufeinander abgestimmt sein müssen. Die Länge variiert meist zwischen fünf und 15 Minuten. […] → zu Ende lesen

Typografie: Eine Weltanschauung für Ästheten

Typografie: Eine Weltanschauung für Ästheten

Typografie ist die Kunst, Schrift in Szene zu setzen. In Zeiten von word processing und desktop publishing hat die digitale Datenverarbeitung zwar das Hantieren mit Buchstaben und Flächen allgemein zugänglich gemacht. Das Wissen um funktionale Kriterien der Lesbarkeit oder gar Gespür für die Schönheit von Schriften aber ist nicht allgemein verbreitet. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung „Typografische Botschaften“ organisierten einige Studenten der Fachhochschule Düsseldorf eine Demonstration im Stadtzentrum, um Typografie zum Volk zu bringen.

„Wir mussten einige ursprüngliche Ideen verwerfen, weil sie zu sehr erklärend und voller Fachchinesisch waren, statt plakativ die Wirkung von Schrift zu nutzen.“ erklären die Studenten. „Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger Designsünden anprangern, sondern viel mehr ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der Umgang mit Schrift auch Bedeutung transportiert. Und wir möchten die Ästhetik der Typografie vermitteln.“
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Fotokabinen in Metropolen: Echt scharf!

Das beste Image hatten Fotoautomaten nie. In zwielichtiger Gegend platziert, warten die Maschinen für gewöhnlich mit weiteren Unannehmlichkeiten auf. Während der Fotowillige den quietschenden Schraubsessel auf die passende Höhe einstellt, pfeift von unten der Wind. Zudem hämmern Bewerbungsratgeber dem unbedarften Passfotomodell ein, niemals auf die Qualität des Automaten zu setzen. Letztlich bleiben den kantigen Kabinen nur angetrunkene Kneipengänger oder verliebte Pärchen als Kunden.

Warteschlange vor der Fotokabine in Hamburg.Zeit mitbringen: Warteschlange vor der Fotokabine in Hamburg. © Johannes Martin.

Dass es auch anders geht, zeigen die Maschinen von Photoautomat. Hohe Schärfe und gute Kontrastwerte (vorausgesetzt, der Wind hebt den Vorhang nicht an) geben der Schwarz-Weiß-Darstellung einen edlen Anstrich. Für umgerechnet 50 Cent pro Bild bekommt man vier 1a-Schnappschüsse, mit denen man einiges anstellen kann, sogar eine kleine Hommage an die SZ-Magazin Interviewreihe „Sagen Sie jetzt nichts.“

In Hamburg hat sich das offenbar herumgesprochen, für die Vierer-Reihe Portraitfotos muss man unter Umständen längere Wartezeiten in Kauf nehmen. In der Hauptstadt steht gleich ein knappes Dutzend dieser Fotomaschinen, während Köln, Wien und Paris mit nur einer vorlieb nehmen müssen.
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