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	<title>Kontextschmiede &#187; Sport</title>
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		<title>Manifest eines Fußballpuristen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 19:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Respektiere das Spiel. Es beginnt und endet auf dem Platz. Alles andere ist Nebensache. Lerne das Spiel lesen, nicht die Ergebnisse. Widme deine Leidenschaft dem Spiel, nicht der seelenlosen Hülle des Events. Teile deine Leidenschaft mit anderen. … Zu diesem Artikel gehört ein Video: © Dies ist ein RSS-Feed der KontextschmiedeDen Artikel kommentierenWeitere Artikel zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Respektiere das Spiel. Es beginnt und endet auf dem Platz. Alles andere ist Nebensache.</p>
<p>Lerne das Spiel lesen, nicht die Ergebnisse.</p>
<p>Widme deine Leidenschaft dem Spiel, nicht der seelenlosen Hülle des Events.</p>
<p>Teile deine Leidenschaft mit anderen.</p>
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<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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		<title>WM-Taktikbericht: Ein Zwischenfazit</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 18:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur WM habe ich mich auf taktische Varianten gefreut und auf Innovationen durch Exoten gehofft. Anders als es die fast durchweg negativen Bewertungen der Vorrunde durch die Sportberichterstattung erwarten ließen, bin ich nicht enttäuscht: Eine Formation entwickelt sich spätestens mit diesem Turnier vom Trend zum Standard, woraufhin neue Formationen erst richtig spannend werden — und ein paar dieser Versuche, dem Standard ein Schnippchen zu schlagen waren geradezu spektakulär.<span id="more-2682"></span></p>
<p>Die <a  title="Football Further: How the quarter finalists line up" href="http://tomwfootball.wordpress.com/2010/06/30/world-cup-tactics-how-the-quarter-finalists-line-up/" target="_blank">meisten Teams</a> spielen in einem 4–2-3–1, von dem <a  title="Jonathan Wilson: Why has 4-4-2 been superseded by 4-2-3-1?" href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2008/dec/18/4231-442-tactics-jonathan-wilson" target="_blank">Jonathan Wilson</a> vor zwei Jahren bereits in seiner wunderbaren Serie zu Taktikfragen beim Guardian erklärt hat, wie es sich aus anderen Formationen entwickelt hat und welche Ausprägungen des Systems es gibt. Die komplett verschiedenen Spielanlagen von Teams bei der WM, die in diesem System spielen, dürften auch dem unbedarften Beobachter deutlich machen, dass zwei Stürmer nicht unbedingt für offensiven Fußball notwendig sind. Gleichzeitig sagt das <a  title="Formations: Cartesian coordinates or dasein" href="http://worldcupcollege.com/2010/06/18/formations-cartesian-coordinates-or-dasein/" target="_blank">System</a> wenig über die Taktik aus, die ein Team verfolgt. Berauschender Offensivfußball ist genau so möglich, wie die Igeltaktik.</p>
<p>Spannend sind die Details, in denen sich die Systeme trotzdem unterscheiden. Dank des 4–2-3–1 hat Deutschland ausgerechnet jenen Spielertypen abgeschafft, der eine recht junge Entwicklung ist und noch vor kurzem die vermeintlich wichtigste Position bekleiden sollte. Der »Sechser« nach Vorbild Claude Makeleles oder Didier Deschamps als Defensivspezialist hinter den kreativen Spielern existiert in der deutschen Ausprägung des Systems nicht mehr.</p>
<p>Statt dessen werden die defensiven Halbpositionen im Mittelfeld mit Schweinsteiger und Khedira von zwei Spielern besetzt, die bei Ballbesitz  extrem flexibel ihre Positionen in der Bewegung zu den  gegnerischen Ketten suchen — bis hin zur letzten Abwehrreihe. Dadurch  entstehen für das offensive Mittelfeld Räume zwischen den Reihen. Vorne rotieren die Spieler in ihren Positionen durch, jeder von ihnen fungiert mal als Stürmer, mal als Spielmacher. Deutschland spielt näher am Ideal des totaal voetbal als sonst ein Team  bei der WM mit diesem System.</p>
<h4>Es gibt sie noch, die Exoten</h4>
<p>Aber es gibt auch Teams mit anderen Formationen: Chile presste in einem <a  title="Zonalmarkin.net: Brazil 3 - 0 Chile" href="http://www.zonalmarking.net/2010/06/29/brazil-3-0-chile-tactics-bielsa-dunga/" target="_blank">3–3-3–1</a> einfach auf dem ganzen Feld und beeindruckte mit aggressivem Willen zur spielerischen Dominanz auch große Gegner. Mexiko wechselte zwischen mehreren Systemen hin und her, spielte mal mit drei, mal mit vier Verteidigern und bot spannende Offensivaktionen mit drei Angreifern auf einer Linie.</p>
<p>Und dann war da ja noch Nordkorea. So groß der Einbruch des Teams nach dem ersten Spiel war, so berauschend war die Defensivstrategie des »rope a dope«, bei der eine Fünferkette hinter einer Dreierkette sich mit dem Gegner  unter Druck bis fast zur Grundlinie fallen ließ, um den Druck sofort wieder nach vorne zu entladen und sich immer über die komplette Breite des Feldes dicht am Ball auszurichten. So eine flexible Wand funktioniert nur mit extremer Disziplin und Laufbereitschaft, aber davon hatten die Koreaner zur Genüge.</p>
<p>Obendrein waren sie in der Lage, bei Balleroberung sauber ausgespielte Konter zu fahren, wie Brasilien mehrfach erleben durfte. Diese Defensive bot einen Esprit auf, der nur von der dankbaren Angewohnheit der Spieler übertroffen wurde, nach Fouls einfach wieder aufzustehen. Meine Erwartung an die WM, auch exotische Strategien zu präsentieren, wurden also sowohl für die Defensive als auch für die Offensive voll erfüllt.</p>
<h4>Verkehrte Welt</h4>
<p>Spannend bleibt nun, ob sich Trends wie die Defensivspezialisierung der Doppelsechs und Außenverteidiger fortsetzen oder vielmehr <a  title="Jonathan Wilson: Where have box to box midfielders gone" href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2009/apr/22/where-have-box-to-box-midfielders-gone" target="_blank">komplette Spieler eine Renaissance erleben</a>. Und ob sich Sacchis und Levanovskis Ideen vom fluiden System doch noch im 4–2-3–1 umsetzen lassen. Als Treppenwitz der Geschichte tritt obendrein Argentinien für den <a  title="Jonathan Wilson: Wil attacking full-backs win the competition?" href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2010/jun/17/world-cup-2010-full-backs" target="_blank">Heldenfußball </a>gegen Deutschland als Vertreter des Systemfußballs an. Der <a  title="Zonalmarkin.net: Argentina - Germany, tactical preview" href="http://www.zonalmarking.net/2010/07/01/argentina-germany-tactical-preview/" target="_blank">taktische Vorteil</a> liegt dabei eindeutig auf deutscher Seite, ein Grund mehr für mich, Löws Team die Daumen zu drücken.</p>
<p>Ein Fazit kann für das Turnier jetzt schon abschließend gezogen werden: Individuelle Klasse der Spieler allein reicht nicht aus. Frankreich, England und Italien hatten neben taktischer Defizite eindeutig ein weiteres Problem: Fußball wird tatsächlich auch im Kopf entschieden.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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        </p><p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/wm-taktikbericht-ein-zwischenfazit//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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		<title>Details bei der Fußballweltmeisterschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 15:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Berichterstattung zur Weltmeisterschaft in Südafrika ist breit gefächert: Neben der Aufbereitung für den Gelegenheitsfan finden sich dank des Medienlabors Internet auch Nischen für die Details des schönen Spiels. Während das schon einschlägig zu nennende Zonalmarking sich bemüht, die Quantität der Taktikanalysen auf weltmeisterliches Niveau zu heben, finden sich grafische Detailaufnahmen auch auf Deutsch, zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berichterstattung zur Weltmeisterschaft in Südafrika ist breit gefächert: Neben der Aufbereitung für den Gelegenheitsfan finden sich dank des Medienlabors Internet auch Nischen für die Details des schönen Spiels. Während das schon einschlägig zu nennende <a  title="Zonalmarkin.net - Taktikbesprechung auf Englisch" href="http://www.zonalmarking.net/" target="_blank">Zonalmarking</a> sich bemüht, die Quantität der Taktikanalysen auf weltmeisterliches Niveau zu heben, finden sich grafische Detailaufnahmen auch auf Deutsch, zum Beispiel bei <a  title="Johan Petersen: Südafrika vs Mexiko, das 1:0" href="http://werder-fussball-blog.net/2010/06/sudafrika-vs-mexiko-das-10/" target="_blank">Johan Petersen</a>. Eine besondere Perle möchte ich hier noch mal nachdrücklich all jenen ans Herz legen, die Sport gerne aus wissenschaftlicher Perspektive betrachten:</p>
<p>Ross Tucker und Jonathan Dugass sind zwei Sportwissenschaftler aus Südafrika, deren Schwerpunkt in der Leistungsdiagnostik liegt. Auf »<a  title="Ross Tucker &amp; Jonathan Dugas - The Science of Sport" href="http://www.sportsscientists.com/" target="_blank">The Science of Sport</a>« bloggen sie darüber, wie Temperaturunterschiede sich auf Bestzeiten im Marathon auswirken, über Doping, Verletzungsanfälligkeit, Trainingssteuerung und mehr, und pünktlich zur WM im eigenen Land bloggen sie endlich auch über Fußball.<span id="more-2670"></span></p>
<p>Bei all den vielen Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entscheiden, ist physische Leistungsfähigkeit ein Bereich, in dem sich großes Erklärungspotential verbirgt. »<a  title="Ross Tucker - Physiology of football" href="http://www.sportsscientists.com/2010/06/physiology-of-football-profile-of-game.html" target="_blank">Physiology of football: profile of the game</a>« ist ein Beitrag, der die Komplexität der physischen Anforderungen des Spiels wunderbar veranschaulicht.</p>
<h4>Die Taktiktafel bei der WM</h4>
<p>Die Taktiktafel wirft einen Blick auf einzelne, interessante Details des Fußballs in Südafrika. Genau wie Blogs als Labor für neue Medienkonzepte dienen, stellt sich die WM auch immer wieder als Labor  für Fußballkonzepte dar. Trotz der weltweiten Kommunikationsnetzwerke und Scoutingabteilungen prallen Taktiken, Systeme und Spielanlagen aufeinander, die von ihren Fußballkulturen geprägt sind.</p>
<p>Dieses Aufeinandertreffen der Kulturen bietet wertvolles Anschauungsmaterial, aus dem wieder neue Trends entstehen. Vielleicht setzt das Torwartspiel bei der WM neue Maßstäbe? Die Spieleröffnung über den Torwart als taktisches Mittel, statt als Notlösung zu betrachten, könnte dank der südafrikanischen und deutschen Vorbilder zu einem prägenden Element des Fußballs werden.</p>
<p>Es gibt übrigens einen Faktor, der bei einem Turnier immer wieder von Bedeutung ist. Zuverlässig entscheidet die mentale Stärke eines Teams über das Weiterkommen. Deswegen ist es nach der Vorrunde viel zu früh, Favoriten schon abzuschreiben, nur weil deren Leistung (noch) nicht ihrem nominellen spielerischen Vermögen entspricht.</p>
<p>Enttäuschende Franzosen und statische Argentinier können sich im Verlauf des Turniers erst zusammenreißen. Momentum kann ein Team weit tragen, ein Phänomen, das besonders dem jeweiligen Gastgeber immer wieder zu überraschender Stärke verholfen hat.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass die deutsche Mannschaft berauschenden Kombinationsfußball mit geistiger Frische und psychischer Stärke verbinden kann. Denn für den ganz speziellen Taktikfreund geht es alle vier Jahre zwar vor allem darum, Fußball aufzusaugen. In jedem verdammten Spiel. Aber wenn Deutschland spielt, dann muss die kalte Analyse hinter Endorphinen und Adrenalin zurückstehen. Euphorie pur. Endlich wieder WM. Viel Spaß uns allen!</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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		<title>Spielbericht: Bayern München gegen Olympique Lyon</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 12:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Taktiktafel wurde in dieser Woche bei einem Experiment der taz in ein neues Medium transportiert. Dort möchte man sehen, ob eine taktische Analyse neben der klassischen Spielberichterstattung funktioniert und natürlich schauen, wie die Leser so eine Neuerung annehmen. Ich selbst versuche ja mit dieser Reihe, das Interesse für die Hintergründe des <em>beautiful game</em> beim Leser zu wecken, die mögliche Erklärungsansätze bieten, wie der Fußball funktioniert. Dabei werden zwar manche Bereiche des Sports entmythologisiert, dafür aber erkennt der Betrachter vielleicht eine  ungeahnte Komplexität des Spieles und neue, spannende Eindrücke, die Fußball immer wieder reizvoll machen. Nicht zuletzt den Spaß an Spielen, die »nur was für Taktikfreunde sind«, wie es manchmal abfällig heißt. Nicht selten übrigens zu unrecht, weil Spiele auch einfach nur grottenlangweilig sein können.<span id="more-2636"></span></p>
<p>Je nach Medium und der dort lesenden Zielgruppe muss ich abwägen, welche Kenntnisse ich beim Leser voraussetzen kann und was ich an Information einführen muss. Die entscheidende Limitierung in der Zeitung ist dabei natürlich der Platz. Ohne ein solches Limit ist die Aufmerksamkeitsspanne der Leser die Grenze für die Fülle von Informationen, die ich präsentieren will. Die kompakte Bewertung der taktischen Maßnahmen, die von Bedeutung für das Championsleaguehalbfinale waren, findet der Interessierte Leser oder die Leserin in der heutigen Ausgabe der taz. Hier auf der Kontextschmiede habe ich dafür eine detailliertere Zusammenfassung des Geschehens in einer Animation verarbeitet, um die jeweiligen Vorzüge des Mediums herauszustellen. Es bleibt dem Betrachter überlassen, das Experiment zu bewerten und den Transport von Information über die Medien hinweg einzuschätzen.</p>
<p>Falls die Bewertung positiv ausfällt, ist es natürlich im Sinne des Taktikfreundes, der taz in Leserbriefen seine oder ihre Zustimmung auch mitzuteilen. Bis auf weiteres war diese Zusammenarbeit nämlich nur ein einmaliger Versuch. Über Rückmeldungen freue ich mich natürlich immer ungemein, schließlich werde ich hier versuchen, aus den Erfahrungen neue Erkenntnisse abzuleiten.</p>
<p>Übrigens, bei allem Hang zur Kritik an der Fußballberichterstattung des   Mainstreams: Nicht nur der Blick in die SZ von heute sollte dem   anspruchsvollen Leser vor Augen führen, dass es so schlecht um   die Sportpresse in Deutschland nicht bestellt ist und auch taktische   Erwägungen längst Eingang in journalistische Betrachtungen von Fußball   gefunden haben. Es könnte halt nur immer etwas mehr sein.</p>
<h4>Meta-Analyse</h4>
<p>Weitere Informationen, die für Fußball uninteressant, aber für Medienschaffende vielleicht von Bedeutung sein könnten: Ich habe das Spiel nur im Fernsehen (auf meinem Computer) sehen können und mitgeschnitten. Zusätzlich zu meinen Notizen während des Spiels habe ich dann aus Standbildern verschiedener Perspektiven in Zeitlupen und Wiederholungen die Positionen der Spieler ermittelt. Der Arbeitsaufwand für die Analyse und die Vorlage, die ich den Grafikern bei der taz zugeschickt habe, liegt etwa bei sechs Stunden, von denen knapp drei Stunden meiner Unfähigkeit geschuldet sind, die der begleitende Redakteur Michael Brake in Telefonaten geduldig und hilfreich kompensiert hat.</p>
<p>Die Weiterverarbeitung der »Daten« in die Animation mit Keynote, die Nachvertonung und der Schnitt haben dann nochmal sechs Stunden gedauert. Für die Animationen kann ich mittlerweile auf einige Vorlagen und eine beginnende Routine zurückgreifen. Da besteht realistisch immer noch etwas Optimierungspotential, aber entscheidend ist vor allem, das theoretisch so eine Multimediaberichterstattung zeitnah am nächsten Mittag möglich wäre. Falls sich Onlinemagazine je dahingehend professionalisieren sollten, dass es Bedarf dafür gäbe, sollte ein Autor also einen hochwertigen Bericht binnen 24 Stunden liefern können.</p>
<p>Bleibt mir nur noch, mich noch einmal bei <a  title="Profil von Michael Brake bei der ZIA" href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/mitarbeiter/brake.html" target="_blank">Michael Brake</a>, der <a  title="Die taz" href="http://www.taz.de/" target="_blank">taz </a>und unseren Leserinnen und Lesern zu bedanken und viel Spaß mit der Analyse  der Championsleaguehalbfinalbegegnung (!) zwischen Olympique Lyon und dem FC Bayern München zu wünschen.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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		<title>Erfolg im Fußball: Das Glück erzwingen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 18:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es waren erfolgreiche Wochen für den Branchenprimus der Bundesliga. Für die Taktiktafel aber deutlich ergiebiger als eine Diskussion über Erfolg ist die Erkenntnis: Das Ballgeschiebe, mit dem die Bayern ab und zu noch am Durchhaltewillen fußballerisch limitierter Bundesligisten scheitern, folgt immer offensichtlicher einem Plan. Das kann man in einer Liga, deren Fans bis heute zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es waren erfolgreiche Wochen für den Branchenprimus der Bundesliga. Für die Taktiktafel aber deutlich ergiebiger als eine Diskussion über Erfolg ist die Erkenntnis: Das Ballgeschiebe, mit dem die Bayern ab und zu noch am Durchhaltewillen fußballerisch limitierter Bundesligisten scheitern, folgt immer offensichtlicher einem Plan. Das kann man in einer Liga, deren Fans bis heute zu großen Teilen dem Heldenfußball und der Überhöhung des individuellen Genius frönen, kaum überbewerten. Nach vorne richtet es bei Bayern eben nicht ausschließlich die individuelle Klasse der Offensivspieler. Die spielerische Dominanz, die der FCB besonders im Hinspiel gegen United entwickelte, wurde von fleißigen und disziplinierten Arbeitern im Kollektiv erzeugt.</p>
<p>Natürlich sind in einem Sport, dessen Spielziel im Vergleich zu anderen Sportarten selten erreicht wird, Einzelaktionen häufig entscheidend. Viel häufiger als etwa beim Basketball oder beim Handball kann ein einziger Moment, ein Dribbling, ein Torschuss, das komplette Spiel entscheiden. Eine Abseitsentscheidung, der Pfosten oder eine Rasenunebenheit aber eben auch. Fußball ist wegen der geringen Anzahl an Toren anfällig für den Zufall. Favoriten scheitern viel häufiger am Underdog, als in anderen Sportarten. Erst in der Summe vieler Spiele gleichen sich die Zufälle aus. Eine 20% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit macht sich irgendwann in der Tabelle bemerkbar.<span id="more-2600"></span></p>
<p>Um so wichtiger ist es für die Trainer, den Zufall so weit wie möglich einzuschränken und die Erfolgswarscheinlichkeit zu erhöhen.  Jedes Prozent mehr zählt. Erfolg als solcher ist nicht planbar, aber Leistung, die für eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit steht, ist es sehr wohl. Louis van Gaal hat bei den Bayern eindrucksvoll gezeigt, dass die dort einstudierten Offensivbemühungen sein Team in die Lage versetzen, sich von den genialen Einzelaktionen seiner Stars zu emanzipieren. Das sollte gleichzeitig Warnung an all jene sein, die sich große Chancen ausrechnen, nur weil ein Superstar des Gegners sich verletzt. Natürlich kann ein herausragender Spieler immer wieder herausragende Leistungen zeigen. Aber Genialität ist leider nicht planbar, wehe, wenn es keinen Plan B für einen schlechten Tag gibt.</p>
<p>Wie groß der Anteil des <a  title="SpOn: Fußball ist Glücksspiel" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,467126,00.html" target="_blank">Zufalls im Fußball</a> ist, können Statistiker mit ihren Modellen recht genau nachvollziehen. Einige <a  title="Gesammelte Studien auf Fußball-Ökonomie.de (PDFs)" href="http://www.fussball-oekonomie.de/Studien.htm" target="_blank">Studien</a> bemühen sich, die vielen Stellschrauben zu erkennen, an denen ein Trainer überhaupt drehen kann, um das Glück zu seinen Gunsten zu beeinflussen. In den Statistiken liegen Hinweise auf eine <a  title="Scinexx Dossier: Fußball" href="http://www.g-o.de/dossier-detail-403-6.html" target="_blank">Ordnung im Chaos</a> verborgen, die zu entschlüsseln neue Ansätze für Erfolg verspricht. Bücher wie die Fußball-Matrix und ein wachsender Trend zum Hinterfragen der Ursachen von Erfolg und Misserfolg in der Sportberichterstattung zeugen davon, dass immer mehr Fußballfreunde ihren Sport besser verstehen wollen. Nicht zuletzt in den neuen Medien kann der geneigte Leser seinen Horizont erweitern, wie bei <a  title="Die User arbeiten zusammen: Taktikecke" href="http://www.spox.com/myspox/group-blog/Taktikecke,178411.html" target="_blank">Spox</a> oder dem geschätzten Kollegen Petersen vom <a  title="Johan Petersen: Dortmund vs Werder, das 1:0" href="http://werder-fussball-blog.net/2010/04/dortmund-vs-werder-das-10/" target="_blank">Werder-Fußball-Blog</a>. Der Mythos des Fußballs wird um neue Kapitel erweitert, statt entzaubert, wenn wir nach und nach die Komplexität des Spiels begreifen und stets auf neue Geheimnisse stoßen.</p>
<p>Nun ist die Erkenntnis, dass der Zufall der Feind des planbaren Erfolges  ist, kein großes Geheimnis. Trotzdem hakt es bei vielen Teams an der  Akribie in der Umsetzung. Wie sonst ist zu erklären, dass <a  title="SZ: Interview mit Jens Lehmann Dezember 2008" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/670/451384/text/4/" target="_blank">Jens Lehmann  im Interview</a> ausplaudert, Aleksander Hleb sei am Training bei Arsenal  fast verzweifelt, weil auch vermeintlich technisch beschlagene Stars  sich erst an die Intensität und die Geschwindigkeit des Trainings von  Arsene Wenger gewöhnen müssten? Fast wortgleich argumentiert Louis van  Gaal, wenn er erklären will, warum die Früchte seiner Trainingsarbeit  sich nicht sofort zeigten. Als Edgar Davids übrigens nach seiner Zeit in  Italien zu Gast bei van Gaal mittrainierte, konnte er sich fast nahtlos  in die Übungseinheiten einfügen. Die meisten davon kannte er noch aus  dem Training bei Ajax Amsterdam. Trainer, die das Offensivspiel  forcieren wollen, müssen Automatismen in die Köpfe ihrer Spieler  bekommen. Sonst sind sie dem Zufall ausgeliefert.</p>
<p>Wenn ein Trainer es jedoch schafft, seine Mannschaft taktisch zu schulen, kommt er dem Ziel des planbaren Erfolgs schon näher. Seine Mannschaft kann verlässlich häufiger eigene Großchancen herausarbeiten oder gegnerische Großchancen verhindern. Die Laufwege und Passwege sind so abgestimmt, dass es weniger auf den genialen Geistesblitz ankommt, sondern viel mehr die Genauigkeit der Umsetzung, die natürlich auch mit der individuellen Qualität der Spieler zunimmt. Wenn man sich das Angriffsspiel der Bayern in der Rückrunde anschaut, sieht man immer wiederkehrende Situationen. Da ist Struktur drin, oder das, was gerne auch als Handschrift eines Trainers bezeichnet wird.</p>
<p>Spieler auf der ballabgewandten Seite werden isoliert. Nach Ballgewinn fallen die Innenverteidiger zurück. Vertikale Pässe in der eigenen Hälfte bis zum gegnerischen Strafraum sind fast immer diagonal, auch die nach hinten. Die gegnerischen Außenverteidiger werden durch Hinterlaufen mit hohem Tempo weit zurückgedrängt. Und vor allem: Es gibt eindeutige Phasen im Angriffsspiel. Erst wenn gewisse Räume besetzt sind und der Ball dort gesichert werden kann, rücken die Abwehrketten nach und es werden andere Passwege gesucht. Bis irgendwann das Spiel komplett in die Hälfte des Gegners verlagert ist und die Spieler nur noch nach der Möglichkeit zum finalen Pass suchen. Beeindruckend.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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		<title>Das Rubikonproblem im Fußball</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 12:53:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im letzten Teil der Taktiktafel haben wir erläutert, wie Entscheidungen das Spiel prägen. Darauf aufbauend wollen wir uns heute konkreten Beispielen widmen, wie gute Spieler ihre Entscheidungen treffen. Mein persönlicher Favorit ist der Schrecken deutscher Fans und internationaler Abwehrreihen. Womöglich werden wir sein Genie beim nächsten Championsleaguespiel der Rossoneri das letzte mal international bewundern dürfen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Teil der Taktiktafel haben wir erläutert, wie Entscheidungen das Spiel prägen. Darauf aufbauend wollen wir uns heute konkreten Beispielen widmen, wie gute Spieler ihre Entscheidungen treffen. Mein persönlicher Favorit ist der Schrecken deutscher Fans und internationaler Abwehrreihen. Womöglich werden wir sein Genie beim nächsten Championsleaguespiel der Rossoneri das letzte mal international bewundern dürfen. <a  title="Wikilink: Pippo Inzaghi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filippo_Inzaghi" target="_blank">Filippo »Superpippo« Inzaghi</a>.</p>
<p>Inzaghi ist das positive Beispiel für eine Mischung aus Abschlußstärke (keine drei S in meinen Artikeln!) und Abgezocktheit. Wenn Pippo in der Nachspielzeit Elfmeter schindet, muss er ja erst mal einen Dummen finden, der ihn zu Fall bringt. Ein Freund von mir nannte Inzaghi den letzten Assassinen. Er erkennt die Schwäche seines Opfers, wie kein anderer Spieler, und beutet sie konsequent aus. So einen Spezialisten können Fans wohl nur lieben, wenn er für das eigene Team spielt. Alle anderen fürchten ihn. Anders als der grinsende Ohrschrauber macht Inzaghi aus seinen Absichten keinen Hehl und trägt die Aura des ruchlosen Killers mit Stolz.<span id="more-2498"></span></p>
<p>Ein anderer Italiener legte vor etwas mehr als 2000 Jahren eine Volte hin, nach der ein <a  title="Wikilink: Rubikonmodell der Entscheidungsphasen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rubikon-Modell_der_Handlungsphasen" target="_blank">Phänomen der Entscheidungspsychologie </a>benannt wurde, das im Fußball besondere Bedeutung hat. Mitsamt seinem Heer überquerte Gaius Iulius Caesar den Rubikon und machte damit seine Entscheidung, gegen den Senat Roms in den Krieg zu ziehen, unumkehrbar. Der <em>point of no return</em> der Entscheidungsfindung wurde obendrein in seinem oft falsch übersetzten Ausspruch pointiert beschrieben:</p>
<blockquote><p>Alea iacta est.</p>
<p><cite title="Gaius Iulius Caesar">Caesar</cite></p>
</blockquote>
<p>Der Würfel ist geworfen. Auch im Fußball gibt es immer wieder den Punkt, an dem die Entscheidung für eine Handlung unumkehrbar wird. Am deutlichsten wird das in Situationen, in denen Spieler den Abschluss suchen. Wenn Arjen Robben wieder einmal seine besser postierten Nebenspieler ignoriert und sein Dribbling mit einem Torschuss beendet, kann man manchmal sogar vorher schon den Punkt sehen, ab dem er nicht mehr in der Lage ist, die Situation neu zu bewerten. Dann geht der Kopf runter, der Tunnelblick fokussiert sich auf Ball und Gegenspieler. Halbwegs selbstkritisch bemerkte er im Interview nach dem Spiel gegen Mailand sogar, dass er eine schlechte Entscheidung getroffen habe, als er blind aufs Tor schoss, statt überlegt in die Ecke zu schieben. Er muss sich allerdings nicht zu sehr grämen. Das <a  title="Das Geheimnis des commitment erläutert am Beispiel des Freeclimbing (auf Englisch)" href="http://www.climbing.com/print/techtips/ttsport233/" target="_blank"><em>commitment</em></a>, die völlige Verpflichtung zur Erfüllung der Entscheidung ist es, die seine Stärken erst zum Tragen kommen lässt.</p>
<p>Andere Spieler haben die besondere Gabe, die endgültige Entscheidung für Pass, Dribbling oder Torschuss immer weiter aufzuschieben. Sie haben die Vision, das Geschehen um sich herum stets neu bewerten zu können. Deswegen können sie gegnerische Abwehrreihen überraschen. Iniesta hat vielleicht die beste Vision der Welt, Zidane konnte sich scheinbar zu jedem Zeitpunkt neu orientieren und Mesut Özil hatte in der Hinrunde manchmal eine Sekunde mehr Zeit als alle anderen Spieler auf dem Platz. Miroslav Klose kann in Hochform seinen Nebenmann einsetzen, wie kaum ein zweiter Stürmer, weil er den Moment der Entscheidung so weit hinauszögert, wie kein anderer Stürmer von Weltformat. An ihm sieht man aber auch, warum Stürmer in der Regel eher durch ihre Abschlußstärke glänzen. Denn Klose ohne Topform fehlt der Fokus auf den Torerfolg, mit dem Stürmer das Glück erzwingen. Ruud van Nistelrooy ist da von anderem Kaliber.</p>
<p>Anders herum ist der Tunnelblick nicht jedem Spieler dienlich. Ohne belastbare Statistiken zu bemühen, ist Trochowski wohl der Spieler der Liga, der die meisten Fahrkarten schießt. Immer wieder legt er sich den Ball zwei Schritte vor, nimmt den Kopf runter und die Balljungen gehen schon mal in Position, weil Trochowski nicht mehr auf den Verteidiger reagiert, der den Schuss blockieren wird. Vielleicht hört er von zu vielen Kommentatoren, dass er so eine tolle Schusstechnik habe, jedenfalls lassen seine Entscheidungen oft die Vision für das Spielgeschehen vermissen.</p>
<p>Pippo hingegen hat eine geradezu teuflische Gabe, das <em>commitment</em>, mit dem man Situationen für sich entscheidet, mit einem Gespür für Gelegenheiten jenseits des Abschlusses zu verbinden. Fast wünsche ich mir, er möge in seinem nächsten Spiel gegen United noch einmal zeigen, wie ein Assassine Fußball spielt.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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		<title>Wahre Liebe — Bremer Fans versuchen Zuculinis Herz zu erobern</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 21:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fortuna Köln, seines Zeichens NRW-Ligist, hat über die Plattform deinfussballclub.de (DFC), über die auch die Kontextschmiede  berichtete, vor gut einem Jahr für deutschlandweite Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto »Manage ein echtes Fußballteam!« nehmen derzeit beinahe 11000 User mit prominenter Unterstützung durch Sönke Wortmann und Jens Nowotny Einfluss auf diverse Entscheidungen rund um Mannschaft und Verein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Fortuna Köln, seines Zeichens NRW-Ligist, hat über die Plattform <a  href="http://www.deinfussballclub.de/">deinfussballclub.de (DFC)</a>, über die auch die <a  href="http://kontextschmiede.de/zwei-seelen-in-fortunas-brust/">Kontextschmiede  berichtete</a>, vor gut einem Jahr für deutschlandweite Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto »Manage ein echtes Fußballteam!« nehmen derzeit beinahe 11000 User mit prominenter Unterstützung durch Sönke Wortmann und Jens Nowotny Einfluss auf diverse Entscheidungen rund um Mannschaft und Verein. Neben alltäglichen Dingen, wie der Mannschaftsaufstellung, steht zur Zeit beispielsweise eine Abstimmung über einen Antrag für die Lizenz zur Regionalliga-Saison 2010/11 auf der Agenda der Teilnehmer.</em></p>
<p>Etwas subtiler werden Fans des SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim (Dienstag, 09.02.2010, ab 20:15 live in der ARD) versuchen, die Geschicke ihres Vereins zu beeinflussen:<span id="more-2473"></span> Nach dem<a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/werder/2009/06/22/franco-zuculini/jan-schindelmeiser-klagt-werder-bremen-an.html"> Transfergerangel</a> um Argentiniens Jung-Nationalspieler <a  href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/vereine/1-bundesliga/0/1899-hoffenheim-3209/56993/spieler_zuculini-franco.html">Franco Zuculini</a> im Sommer versuchen nun User des inoffiziellen Werder Bremen-Fan-Forums <a  href="http://www.worum.org">worum.org</a>, dem in Hoffenheim kaum eingesetzten Mittelfeldspieler ihre Zuneigung zu zeigen. Unter dem Namen »<a  href="http://www.worum.org/viewtopic.php?f=3&#038;t=2943&#038;start=0">FREE FRANCO</a>« läuft seit Ende November eine Kampagne um Zuculini, der in den Augen vieler Werder-Fans mit seinem Wechsel ins Kraichgau die falsche Entscheidung traf, nach Bremen »heimzuholen«. Im Rahmen des Pokalspiels soll in der Bremer Fankurve ein <a  href="http://www.tortured-pixels.de/worum/zucubanner_01_hoch.jpg">Banner</a> so angebracht werden, dass es dem Spieler sowie sämtlichen Verantwortlichen auffallen muss. Um das Unterfangen bekannt zu machen, wurde aus dem worum eine konzertierte E-Mail-Aktion an die ARD organisiert, in der Hoffnung, dass das Banner auch im TV zu sehen sein wird. Die üblichen Verdächtigen unter den Web 2.0-Produkten, Facebook, StudiVZ und Twitter, sollen ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, das Vorhaben der Fans sowohl vor als auch nach dem Spiel einer möglichst breiten Öffentlichkeit darzustellen. Auch der Spieler selbst wird von den Initiatoren noch vor Beginn der Partie in Kenntnis gesetzt werden.</p>
<p>Ein bislang in Deutschland wohl einzigartiger Versuch, Fan-Wünsche in Vereins– bzw. Transferpolitik  einfließen zu lassen. Zumal die Liebes-Kampagne einem Spieler gilt, der weder jemals für Werder Bremen die Stiefel schnürte noch in Deutschland bisher nennenswert in Erscheinung trat. Man stelle sich vor, Zuculini wechselt in der nächsten Transferperiode tatsächlich nach Bremen. Er wäre wohl schon vor seinem ersten Ballkontakt ein Publikumsliebling. Die User von <a  title="Homepage von DeinFußballclub" href="http://www.deinfussballclub.de/">deinfussballclub.de (DFC)</a> zahlen jährlich 39,95€ für den Luxus der intensiven Teilnahme an Vereinsentscheidungen bei Fortuna Köln. Dafür können sie sich auch gewiss sein, dass ihre Stimme Gehör findet und Geltung hat. Die Fans, die sich Zuculini im Bremer Mittelfeld wünschen, können lediglich wie der mittelalterliche Minnesänger um das Herz des Objektes ihrer Begierde werben. Ob ihre Zuneigung durch den Spieler erwidert wird oder sich die Verantwortlichen beider Vereine von der Kampagne beeindrucken lassen, wird frühestens während des Transferfensters im Sommer zu beobachten sein.</p>
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		<title>Ungewisse Zukunft</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 16:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>csp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tennis]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Australian Open sind das Grand Slam-Turnier mit den meisten Überraschungen. In down under stand einmal sogar ein gewisser Rainer Schüttler im Endspiel. Die diesjährige Auflage schreibt allerdings ihre eigenen Geschichten und hatte bislang, bis auf das Ausscheiden der amtierenden US Open-Champions Kim Clijsters und Juan Martin del Potro, wenig Sensationelles zu bieten. Auch der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Australian Open sind das Grand Slam-Turnier mit den meisten Überraschungen. In down under stand einmal sogar ein gewisser Rainer Schüttler im Endspiel. Die diesjährige Auflage schreibt allerdings ihre eigenen Geschichten und hatte bislang, bis auf das Ausscheiden der amtierenden US Open-Champions Kim Clijsters und Juan Martin del Potro, wenig Sensationelles zu bieten. Auch der Sieg von Andy Murray im Viertelfinale nach Rafael Nadals Aufgabe gehört nicht in diese Kategorie. Das tragische Ausscheiden des Titelverteidigers wird dennoch in Erinnerung bleiben.</em></p>
<p>Verletzungspause, dritter Satz. Schmerzverzehrt wendet sich Rafael Nadal von seinem rechten Knie und den helfenden Händen des Physiotherapeuten ab. Nadal schaut sorgenvoll in den Melbourner Nachthimmel und der Eindruck entsteht, als müsse das spanische Kraftpacket die Tränen zurückhalten. Der Titelverteidiger der Australian Open kehrt zwar noch einmal auf den Platz zurück, nur wenige Minuten später ist es jedoch traurige Gewissheit. Rafael Nadal muss seine Viertelfinalbegegnung gegen den Briten Andy Murray aufgeben.<span id="more-2356"></span></p>
<p><q class="pullquote">Seit Jahren schont der Mallorquiner weder die Nerven seiner Fans noch seinen eigenen Körper.</q></p>
<p>Tapfer ins Publikum winkend verabschiedet sich die Nummer zwei der Weltrangliste von seinen Fans in Australien. Wie es im Innern des verletzungsgeplagten Superstars aussieht ist nur zu erahnen, ob Nadal in der Kabine seinen Tränen freien Lauf lässt, nicht überliefert. Die erneute Knieverletzung bedeutet für den 23-Jährigen jedoch einen erneuten Rückschlag in seiner bislang so steil verlaufenden Karriere.</p>
<p>Das Phänomen Rafael Nadal. Der spanische Champion gehört zu den größten Kämpfern auf der Tennis-Tour. Seit Jahren schont der Mallorquiner weder die Nerven seiner Fans noch seinen eigenen Körper. Kein Ball ist aussichtslos, kein Match frühzeitig verloren. Das spürten die Zuschauer in der ausverkauften Rod Laver Arena auch, nachdem Nadal bereits 3:6, 6:7 (2) zurück lag. Im Vollbesitz seiner Kräfte wäre dieser 0:2-Satzrückstand sicherlich keine Vorentscheidung gewesen. Doch wieder einmal streikte Nadals Knie. Die Patellasehnenentzündung, die ihm im Vorjahr die Chance raubte, seinen Wimbledon-Titel zu verteidigen, schien ausgeheilt. Nadal beteuerte jedenfalls zu jeder Gelegenheit, die Verletzung sei nicht chronisch gewesen und nun ausgestanden. Sein emotionaler  Abgang in Melbourne offenbarte jedoch ein anderes Bild.</p>
<p>Selbst Kontrahent Andy Murray hatte wohl nicht mit der frühzeitigen Aufgabe gerechnet. Ungläubig nahm der Schotte Nadals Erklärungen und Glückwünsche entgegen. Zuvor hatte Murray ein zauberhaftes Match abgeliefert und mit vielseitigem Tennis die Kritiker Lügen gestraft, die seiner Art zu spielen die Grand Slam-Tauglichkeit abgesprochen hatten. Serve-and-volley bei wichtigen Punkten, krachende Returns und eine doppelhändige Rückhand, die auch den gesunden Rafael Nadal vor große Probleme gestellt hätte, untermauerten Murrays Ambitionen als erster Brite seit Fred Perry einen Major-Titel auf die Insel zu holen.</p>
<p>Im Halbfinale von Melbourne wartet nun Marin Cilic. Der Kroate kämpfte in seinem dritten Fünfsatzspiel im Turnierverlauf den angeschlagenen Andy Roddick nieder. Acht Stunden verbrachte Cilic länger auf den blauen Courts der Australian Open 2010 als Murray. Und obwohl Cilic seinen Vorschlussrundengegner bei den letztjährigen US Open geschlagen hatte, gilt der Schotte als klarer Favorit auf seine zweite Endspielteilnahme bei einem Grand Slam-Turnier.</p>
<p>Rafael Nadals Zukunft ist dagegen ungewisser denn je. So genannte Tennis-Experten empfehlen dem Spanier, sein Spiel umzustellen, um nicht mehr für jeden Punktgewinn an die körperlichen Grenzen gehen zu müssen. Auf seine größte Stärke verzichten kann Nadal jedoch trotz einer offensiveren Spielanlage nicht. Bleibt abzuwarten, ob oder wie schnell er sich von dem erneuten Rückschlag erholen kann. Sein Kampf gegen die Tränen in der Rod Laver Arena verhieß wenig Gutes.</p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/ungewisse-zukunft//#respond">kommentieren</a></strong></p><small>Weitere Artikel zu diesem Thema:</small><ol>
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