Es waren erfolgreiche Wochen für den Branchenprimus der Bundesliga. Für die Taktiktafel aber deutlich ergiebiger als eine Diskussion über Erfolg ist die Erkenntnis: Das Ballgeschiebe, mit dem die Bayern ab und zu noch am Durchhaltewillen fußballerisch limitierter Bundesligisten scheitern, folgt immer offensichtlicher einem Plan. Das kann man in einer Liga, deren Fans bis heute zu großen Teilen dem Heldenfußball und der Überhöhung des individuellen Genius frönen, kaum überbewerten. Nach vorne richtet es bei Bayern eben nicht ausschließlich die individuelle Klasse der Offensivspieler. Die spielerische Dominanz, die der FCB besonders im Hinspiel gegen United entwickelte, wurde von fleißigen und disziplinierten Arbeitern im Kollektiv erzeugt.
Natürlich sind in einem Sport, dessen Spielziel im Vergleich zu anderen Sportarten selten erreicht wird, Einzelaktionen häufig entscheidend. Viel häufiger als etwa beim Basketball oder beim Handball kann ein einziger Moment, ein Dribbling, ein Torschuss, das komplette Spiel entscheiden. Eine Abseitsentscheidung, der Pfosten oder eine Rasenunebenheit aber eben auch. Fußball ist wegen der geringen Anzahl an Toren anfällig für den Zufall. Favoriten scheitern viel häufiger am Underdog, als in anderen Sportarten. Erst in der Summe vieler Spiele gleichen sich die Zufälle aus. Eine 20% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit macht sich irgendwann in der Tabelle bemerkbar. […] → zu Ende lesen