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	<title>Kontextschmiede &#187; Fußball</title>
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		<title>Das Rubikonproblem im Fußball</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 12:53:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[analytisch]]></category>
		<category><![CDATA[hilfreich]]></category>
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		<description><![CDATA[Im letzten Teil der Taktiktafel haben wir erläutert, wie Entscheidungen das Spiel prägen. Darauf aufbauend wollen wir uns heute konkreten Beispielen widmen, wie gute Spieler ihre Entscheidungen treffen. Mein persönlicher Favorit ist der Schrecken deutscher Fans und internationaler Abwehrreihen. Womöglich werden wir sein Genie beim nächsten Championsleaguespiel der Rossoneri das letzte mal international bewundern dürfen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Teil der Taktiktafel haben wir erläutert, wie Entscheidungen das Spiel prägen. Darauf aufbauend wollen wir uns heute konkreten Beispielen widmen, wie gute Spieler ihre Entscheidungen treffen. Mein persönlicher Favorit ist der Schrecken deutscher Fans und internationaler Abwehrreihen. Womöglich werden wir sein Genie beim nächsten Championsleaguespiel der Rossoneri das letzte mal international bewundern dürfen. <a  title="Wikilink: Pippo Inzaghi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filippo_Inzaghi" target="_blank">Filippo »Superpippo« Inzaghi</a>.</p>
<p>Inzaghi ist das positive Beispiel für eine Mischung aus Abschlußstärke (keine drei S in meinen Artikeln!) und Abgezocktheit. Wenn Pippo in der Nachspielzeit Elfmeter schindet, muss er ja erst mal einen Dummen finden, der ihn zu Fall bringt. Ein Freund von mir nannte Inzaghi den letzten Assassinen. Er erkennt die Schwäche seines Opfers, wie kein anderer Spieler, und beutet sie konsequent aus. So einen Spezialisten können Fans wohl nur lieben, wenn er für das eigene Team spielt. Alle anderen fürchten ihn. Anders als der grinsende Ohrschrauber macht Inzaghi aus seinen Absichten keinen Hehl und trägt die Aura des ruchlosen Killers mit Stolz.<span id="more-2498"></span></p>
<p>Ein anderer Italiener legte vor etwas mehr als 2000 Jahren eine Volte hin, nach der ein <a  title="Wikilink: Rubikonmodell der Entscheidungsphasen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rubikon-Modell_der_Handlungsphasen" target="_blank">Phänomen der Entscheidungspsychologie </a>benannt wurde, das im Fußball besondere Bedeutung hat. Mitsamt seinem Heer überquerte Gaius Iulius Caesar den Rubikon und machte damit seine Entscheidung, gegen den Senat Roms in den Krieg zu ziehen, unumkehrbar. Der <em>point of no return</em> der Entscheidungsfindung wurde obendrein in seinem oft falsch übersetzten Ausspruch pointiert beschrieben:</p>
<blockquote><p>Alea iacta est.</p>
<p><cite title="Gaius Iulius Caesar">Caesar</cite></p>
</blockquote>
<p>Der Würfel ist geworfen. Auch im Fußball gibt es immer wieder den Punkt, an dem die Entscheidung für eine Handlung unumkehrbar wird. Am deutlichsten wird das in Situationen, in denen Spieler den Abschluss suchen. Wenn Arjen Robben wieder einmal seine besser postierten Nebenspieler ignoriert und sein Dribbling mit einem Torschuss beendet, kann man manchmal sogar vorher schon den Punkt sehen, ab dem er nicht mehr in der Lage ist, die Situation neu zu bewerten. Dann geht der Kopf runter, der Tunnelblick fokussiert sich auf Ball und Gegenspieler. Halbwegs selbstkritisch bemerkte er im Interview nach dem Spiel gegen Mailand sogar, dass er eine schlechte Entscheidung getroffen habe, als er blind aufs Tor schoss, statt überlegt in die Ecke zu schieben. Er muss sich allerdings nicht zu sehr grämen. Das <a  title="Das Geheimnis des commitment erläutert am Beispiel des Freeclimbing (auf Englisch)" href="http://www.climbing.com/print/techtips/ttsport233/" target="_blank"><em>commitment</em></a>, die völlige Verpflichtung zur Erfüllung der Entscheidung ist es, die seine Stärken erst zum Tragen kommen lässt.</p>
<p>Andere Spieler haben die besondere Gabe, die endgültige Entscheidung für Pass, Dribbling oder Torschuss immer weiter aufzuschieben. Sie haben die Vision, das Geschehen um sich herum stets neu bewerten zu können. Deswegen können sie gegnerische Abwehrreihen überraschen. Iniesta hat vielleicht die beste Vision der Welt, Zidane konnte sich scheinbar zu jedem Zeitpunkt neu orientieren und Mesut Özil hatte in der Hinrunde manchmal eine Sekunde mehr Zeit als alle anderen Spieler auf dem Platz. Miroslav Klose kann in Hochform seinen Nebenmann einsetzen, wie kaum ein zweiter Stürmer, weil er den Moment der Entscheidung so weit hinauszögert, wie kein anderer Stürmer von Weltformat. An ihm sieht man aber auch, warum Stürmer in der Regel eher durch ihre Abschlußstärke glänzen. Denn Klose ohne Topform fehlt der Fokus auf den Torerfolg, mit dem Stürmer das Glück erzwingen. Ruud van Nistelrooy ist da von anderem Kaliber.</p>
<p>Anders herum ist der Tunnelblick nicht jedem Spieler dienlich. Ohne belastbare Statistiken zu bemühen, ist Trochowski wohl der Spieler der Liga, der die meisten Fahrkarten schießt. Immer wieder legt er sich den Ball zwei Schritte vor, nimmt den Kopf runter und die Balljungen gehen schon mal in Position, weil Trochowski nicht mehr auf den Verteidiger reagiert, der den Schuss blockieren wird. Vielleicht hört er von zu vielen Kommentatoren, dass er so eine tolle Schusstechnik habe, jedenfalls lassen seine Entscheidungen oft die Vision für das Spielgeschehen vermissen.</p>
<p>Pippo hingegen hat eine geradezu teuflische Gabe, das <em>commitment</em>, mit dem man Situationen für sich entscheidet, mit einem Gespür für Gelegenheiten jenseits des Abschlusses zu verbinden. Fast wünsche ich mir, er möge in seinem nächsten Spiel gegen United noch einmal zeigen, wie ein Assassine Fußball spielt.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
        	<br />
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        </p><p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/das-rubikonproblem-im-fusball//#respond">kommentieren</a></strong></p>

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<li><a href='http://kontextschmiede.de/position-vs-funktion-begriffsklarung-fur-die-taktiktafel/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Position vs Funktion — Begriffsklärung für die Taktiktafel'>Position vs Funktion — Begriffsklärung für die Taktiktafel</a></li>
<li><a href='http://kontextschmiede.de/falsche-freunde-im-fusball/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Falsche Freunde im Fußball'>Falsche Freunde im Fußball</a></li>
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		<title>Wahre Liebe — Bremer Fans versuchen Zuculinis Herz zu erobern</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 21:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Fortuna Köln, seines Zeichens NRW-Ligist, hat über die Plattform deinfussballclub.de (DFC), über die auch die Kontextschmiede  berichtete, vor gut einem Jahr für deutschlandweite Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto "Manage ein echtes Fußballteam!" nehmen derzeit beinahe 11000 User mit prominenter Unterstützung durch Sönke Wortmann und Jens Nowotny Einfluss auf diverse Entscheidungen rund um Mannschaft und Verein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Fortuna Köln, seines Zeichens NRW-Ligist, hat über die Plattform <a  href="http://www.deinfussballclub.de/">deinfussballclub.de (DFC)</a>, über die auch die <a  href="http://kontextschmiede.de/zwei-seelen-in-fortunas-brust/">Kontextschmiede  berichtete</a>, vor gut einem Jahr für deutschlandweite Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto »Manage ein echtes Fußballteam!« nehmen derzeit beinahe 11000 User mit prominenter Unterstützung durch Sönke Wortmann und Jens Nowotny Einfluss auf diverse Entscheidungen rund um Mannschaft und Verein. Neben alltäglichen Dingen, wie der Mannschaftsaufstellung, steht zur Zeit beispielsweise eine Abstimmung über einen Antrag für die Lizenz zur Regionalliga-Saison 2010/11 auf der Agenda der Teilnehmer.</em></p>
<p>Etwas subtiler werden Fans des SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim (Dienstag, 09.02.2010, ab 20:15 live in der ARD) versuchen, die Geschicke ihres Vereins zu beeinflussen:<span id="more-2473"></span> Nach dem<a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/werder/2009/06/22/franco-zuculini/jan-schindelmeiser-klagt-werder-bremen-an.html"> Transfergerangel</a> um Argentiniens Jung-Nationalspieler <a  href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/vereine/1-bundesliga/0/1899-hoffenheim-3209/56993/spieler_zuculini-franco.html">Franco Zuculini</a> im Sommer versuchen nun User des inoffiziellen Werder Bremen-Fan-Forums <a  href="http://www.worum.org">worum.org</a>, dem in Hoffenheim kaum eingesetzten Mittelfeldspieler ihre Zuneigung zu zeigen. Unter dem Namen »<a  href="http://www.worum.org/viewtopic.php?f=3&#038;t=2943&#038;start=0">FREE FRANCO</a>« läuft seit Ende November eine Kampagne um Zuculini, der in den Augen vieler Werder-Fans mit seinem Wechsel ins Kraichgau die falsche Entscheidung traf, nach Bremen »heimzuholen«. Im Rahmen des Pokalspiels soll in der Bremer Fankurve ein <a  href="http://www.tortured-pixels.de/worum/zucubanner_01_hoch.jpg">Banner</a> so angebracht werden, dass es dem Spieler sowie sämtlichen Verantwortlichen auffallen muss. Um das Unterfangen bekannt zu machen, wurde aus dem worum eine konzertierte E-Mail-Aktion an die ARD organisiert, in der Hoffnung, dass das Banner auch im TV zu sehen sein wird. Die üblichen Verdächtigen unter den Web 2.0-Produkten, Facebook, StudiVZ und Twitter, sollen ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, das Vorhaben der Fans sowohl vor als auch nach dem Spiel einer möglichst breiten Öffentlichkeit darzustellen. Auch der Spieler selbst wird von den Initiatoren noch vor Beginn der Partie in Kenntnis gesetzt werden.</p>
<p>Ein bislang in Deutschland wohl einzigartiger Versuch, Fan-Wünsche in Vereins– bzw. Transferpolitik  einfließen zu lassen. Zumal die Liebes-Kampagne einem Spieler gilt, der weder jemals für Werder Bremen die Stiefel schnürte noch in Deutschland bisher nennenswert in Erscheinung trat. Man stelle sich vor, Zuculini wechselt in der nächsten Transferperiode tatsächlich nach Bremen. Er wäre wohl schon vor seinem ersten Ballkontakt ein Publikumsliebling. Die User von <a  title="Homepage von DeinFußballclub" href="http://www.deinfussballclub.de/">deinfussballclub.de (DFC)</a> zahlen jährlich 39,95€ für den Luxus der intensiven Teilnahme an Vereinsentscheidungen bei Fortuna Köln. Dafür können sie sich auch gewiss sein, dass ihre Stimme Gehör findet und Geltung hat. Die Fans, die sich Zuculini im Bremer Mittelfeld wünschen, können lediglich wie der mittelalterliche Minnesänger um das Herz des Objektes ihrer Begierde werben. Ob ihre Zuneigung durch den Spieler erwidert wird oder sich die Verantwortlichen beider Vereine von der Kampagne beeindrucken lassen, wird frühestens während des Transferfensters im Sommer zu beobachten sein.</p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/wahre-liebe-bremer-fans-versuchen-zuculinis-herz-zu-erobern//#respond">kommentieren</a></strong></p>

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		<title>Entscheidungen im Fußball — von der Individualtaktik zur Mannschaftstaktik</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 18:11:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[analytisch]]></category>
		<category><![CDATA[hilfreich]]></category>
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		<category><![CDATA[zeitlos]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese Feststellung gilt insbesondere für den sportlichen Wettkampf, folglich auch für den Fußball. Es geht in jeder Stuation des Spiels darum, die besseren Entscheidungen zu treffen. Die Grundlagen für diese Entscheidungen werden zwar im Training gelegt, aber jeder Trainer muss schließlich Adi Preißler zustimmen: "Entscheidend is auf'm Platz."
Het [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese Feststellung gilt insbesondere für den sportlichen Wettkampf, folglich auch für den Fußball. Es geht in jeder Stuation des Spiels darum, die besseren Entscheidungen zu treffen. Die Grundlagen für diese Entscheidungen werden zwar im Training gelegt, aber jeder Trainer muss schließlich Adi Preißler zustimmen: »Entscheidend is auf’m Platz.«</p>
<blockquote><p>Het moeilijkste voor een coach is de spelers de keuze te laten. Maar dat is wel wat het is; voetbal is een keuzesport.</p>
<p><cite title="Visie">Louis van Gaal</cite></p>
</blockquote>
<p><span id="more-2184"></span>Diese Erkenntnis ist einer der Grundpfeiler von Louis van Gaals Vision. Der kauzige Niederländer wird ob seines herablassenden Umgangs mit der Presse von dieser gerne verkannt. Auch wenn er in seinem Habitus an andere Vertreter seiner Zunft erinnert, die gerne mit dem Prädikat »alte Schule« versehen werden, ist er in seinem Selbstverständnis als Trainer progressiv bis zur Grenze der Esoterik. Er vertritt in seiner Biographie vehement das »<a  title="Portrait van Gaals im Volkskrant (auf Holländisch)" href="http://www.volkskrant.nl/sport/article1137357.ece/Van_Gaal_vindt_zich_geen_schoolmeester">totale mens-principe</a>« und sieht sich als Vermittler, statt als Schulmeister.</p>
<p>Die Aufgabe eines Trainers ist es, die Spieler auf Situationen vorzubereiten, die ihnen im Spiel begegnen werden. Grundlage sind die körperlichen und geistigen Anlagen eines jeden Spielers, die es in den Bereichen Kondition, Technik und Taktik zu entwickeln gilt. Nebenbei muss der Trainer auch noch die gruppendynamischen Prozesse von Mannschaftsgeist und Hierarchien im Sinne einer zielgerichteten Harmonie beeinflussen. Trainingserfolg entsteht aus der richtigen Balance dieser Komponenten und macht jeden Spieler, aber auch das Zusammenspiel der Mannschaft,  jeden Tag ein wenig besser.</p>
<p>Die Situationen, denen Fußballer im Spiel oder in den Trainingsformen begegnen, erfordern immer drei Ebenen der Entscheidung:</p>
<h4>Individualtaktik</h4>
<p>Individualtaktik bezeichnet die Menge der individuellen Entscheidungen, in der ein Spieler eine Option wählt, ob und wie er einen Zweikampf bestreitet, wohin er läuft, woran er sich orientiert, ob er einen Pass spielt oder schießt und wie die motorische Ausführung seiner Wahl vonstatten gehen soll. Neben den körperlichen und technischen Voraussetzungen, die einem groß gewachsenen Spieler zum Beispiel das Kopfballspiel erleichtern, ist es auch das Naturell eines Spielers, sein Selbstbild, das dessen individualtaktisches Verhalten beeinflusst. Ein Spieler, der sich selbst als Flügelspezialist empfindet, wird häufiger nach Außen ausweichen als ein Kollege, der sich als zentralen Abräumer begreift. Diese Identität eines Spielers mit der Funktion, die er im Team einnehmen soll, zu koordinieren, ist eine der schwierigeren Übungen.</p>
<p>Speziell, wenn seine Anlagen ihn für eine andere Funktion oder Position prädestinieren, als es die Identität des Spielers vorsieht, prallen widerstreitende Interessen aufeinander. In dieser Hinsicht ist van Gaal kompromisslos: »Du willst auf der 10 spielen? In der zweiten Mannschaft. Der und der Spieler sind für mich auf dieser Position wertvoller, an denen musst du erst vorbei.« Die individualtaktischen Anlagen eines Spielers bestimmen dessen Rolle in den übergeordneten Ebenen. Deswegen ist es nicht unbedingt Verzweiflung, sondern häufig logische Konsequenz, wenn ein Spieler mit besonderen Qualitäten an anderer Position als seiner gewohnten eingewechselt wird. Für manche Spielsituationen ist es die beste Lösung, einen Koloss wie Daniel van Buyten als Sturmspitze aufzubieten.</p>
<h4>Gruppentaktik</h4>
<p>Sobald Entscheidungen mehrerer Spieler unter einen Hut gebracht werden sollen, finden diese auf der Ebene der Gruppentaktik statt.  Das Verschieben im Verbund beispielsweise muss immer als Block geschehen, damit in den Abständen zwischen den Spielern keine Lücken  entstehen, die dem Gegner Räume zur Spielentfaltung bieten. Laufwege und Passgeschwindigkeit müssen abgestimmt sein, damit das Bewegen des Balles nicht zu Ballverlust sondern größtmöglichem Zeitgewinn führt. Grundsätzlich gilt auch für van Gaal, was längst sprichwörtlich geworden ist: Der Spieler ohne Ball bestimmt, wo der Ball hin soll.</p>
<p>Gezielte Trainingsformen zur schnellen Ballverlagerung und der für den Raumgewinn optimalen Anspielstation schaffen die notwendigen Automatismen eines Angriffsverbundes, aus denen Handlungsschnelligkeit entsteht. So wird die Ballzirkulation zielgerichtet und bietet  wirkungsvolle Optionen für das Flügelspiel oder auch Kurzpässe durch die Mitte.</p>
<h4>Mannschaftstaktik</h4>
<p>Die Mannschaftstaktik ist die Vorgabe für die Verbünde, sich gemeinsam als Organismus auf Spielsituationen einzustellen. Die Grundordnung zählt dazu, die Anweisungen zur Neuordnung in den Umschaltsituationen und die daran anschließende Defensivtaktik oder Offensivtaktik. Hier greifen alle individuellen Entscheidungen ineinander. So können in Abstimmung auf die Taktik des Gegners gewisse Spielsituationen vermieden oder heraufbeschworen werden.</p>
<p>Optimal ist es natürlich, wenn die individualtaktischen Voraussetzungen der Spieler verschiedene Mannschaftstaktiken erlauben. Es geht nicht unbedingt darum, dogmatisch an einem 1–4-3–3 (der Torwart zählt für van Gaal zu den Feldspielern) festzuhalten, sondern auch auf dieser Ebene Lösungen für wechselnde taktische Fragestellungen zu finden.</p>
<p>Was sind gute Lösungen? Sind Handlungsanweisungen wie die für den Verteidiger im Video einleuchtend und sinnvoll? Vielleicht kennen ja der geneigte Leser oder die Leserin Patentrezepte, mit denen spezielle Situationen auf dem Feld gelöst werden können. Die Taktiktafel kann sicherlich vom Crowdsourcing profitieren. Zumindest wird sie mit diesem Ziel zur Serie.</p>
<p><small>Zu diesem Artikel gehört ein Video:</small>
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<li><a href='http://kontextschmiede.de/position-vs-funktion-begriffsklarung-fur-die-taktiktafel/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Position vs Funktion — Begriffsklärung für die Taktiktafel'>Position vs Funktion — Begriffsklärung für die Taktiktafel</a></li>
<li><a href='http://kontextschmiede.de/ungewisse-zukunft/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ungewisse Zukunft'>Ungewisse Zukunft</a></li>
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		<item>
		<title>Position vs Funktion — Begriffsklärung für die Taktiktafel</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/position-vs-funktion-begriffsklarung-fur-die-taktiktafel/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 20:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.</p>
<h4>1. Position</h4>
<p>Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren.<span id="more-2088"></span></p>
<p>In der geläufigen Diskussion werden deswegen Spielsysteme herangezogen, mit denen die Grundordnung der Spieler einer Mannschaft auf dem Feld beschrieben werden soll: 4–3-3, 4–3-2–1, 3–5-2, das WM-System und dergleichen mehr. Wer sich um Präzision der Spielbeschreibung bemüht, unterscheidet immerhin zwischen der Grundordnung bei eigenem gegenüber der von gegnerischem Ballbesitz. Es wird zum Beispiel ein 4–3-3 in der Rückwärtsbewegung zu einem 4–5-1. All diese Formationen unterteilen das Spielfeld in Zonen, die jeweils die gesamte Breite des Spielfeldes einnehmen.  Sie bieten somit einen Kompromiss zwischen absoluter Positionierung  der Spieler auf dem Feld und relativer Positionierung der Spieler auf einer vertikalen Achse. Eine Beschreibung wie »4–4-2 mit Raute« oder 4–1-2–1-1 erläutert, dass es mehr als nur drei Zonen gibt, auf die Spieler sich verteilen. Es sollte dem Fußballfreund allerdings stets bewusst sein, dass diesem statischen Modell  eine Reihe von Informationen fehlen.</p>
<p>Wie viele Spieler sollen bei gegnerischem Ballbesitz hinter dem Ball Räume und Passwege einschränken? Welche Spieler sollen vor dem Ball als Gefahrenquelle bei Balleroberung Unruhe stiften? Welche Abstände sollen die Spieler hinter dem Ball zu ihren jeweiligen Nebenmännern einnehmen? Auf welcher Distanz vom eigenen Tor wird die Verknappung des Raumes angestrebt? Welche Räume werden bei Ballbesitz gezielt gesucht und welche als freier Raum für Spielverlagerungen frei gehalten? Diese und ähnliche Fragen werden durch eine statische Beschreibung der Formation nicht beantwortet. Schlimmstenfalls verschleiert der Blick auf die absolute Grundordnung sogar den Blick auf die entscheidenden taktischen Anweisungen.</p>
<p>Wer sich das Spiel aus der Vogelperspektive anschaut, sieht schnell, dass sich alle Akteure stets um den Ball herum gruppieren und sich gewisse Muster je nach Spielsituation an verschiedenen Orten des Platzes wiederholen. Eine Beschreibung dieser Choreografie kann die Reduzierung taktischer Überlegungen auf statische Modelle nicht leisten.</p>
<h4>2. Funktion</h4>
<p>Ein noch viel gravierenderes Problem und womöglich eine deutsche Eigenheit des Fußballdiskurses ist die mangelnde Trennung von Position und Funktion. Beide werden ständig unter einen gleichlautenden Begriff zusammengefasst, gerne eine historisch positionsgebundene Rückennummer. So kommt es zu skurrilen Zahlenspielen ohne inhaltlichen Wert. Beispielsweise fabuliert der Kaiser persönlich, dass Michael Ballack kein klassischer Zehner sei, aber auch kein richtiger Sechser. Der Achter sei ohnehin der Zehner des neuen Jahrtausends und in den 80ern war Pink das neue Schwarz. Die Fixierung auf Zahlen, die für Positionen stehen, die aber gleichzeitig eine damit einhergehende Funktion des Spielers auf dieser Position erläutern sollen, haben Monster wie die Doppelsechs hervorgebracht. Bevor noch eine dreiköpfige Kreatur mit der mythologischen Urgewalt des Zerberus den Raum vor dem Strafraum bewacht, sollte diese Chimäre von Position und Funktion aus dem Diskurs über Fußball verbannt werden.</p>
<p>Die Position eines Spielers gibt keine umfassenden Informationen über dessen Funktion vor. Ein Spieler, der in der Defensive den Raum zentral vor den auf einer Linie verteidigenden Abwehrspielern besetzt, kann sich bei Ballbesitz darauf beschränken, als Anspielstation für Kurzpässe der Verteidiger zu dienen und Bälle stets auf kurzem Weg in den Fuß der Mitspieler zu spielen. Er kann aber genau so gut die Anweisung haben, selbst den Ball durch das Mittelfeld zu tragen und nach Lücken für Zuspiele in den freien Raum über mehrere gegnerische Spieler hinweg zu suchen. In der Defensive kann er sich darauf beschränken, Passwege zu blockieren und Laufwege einzuschränken. Er kann aber auch der Spieler sein, auf den die Mitspieler in seiner Nähe den gegnerischen ballführenden Spieler lenken, damit er die Balleroberung durch direktes Tackling versucht.</p>
<p>Selbst der Ausdruck Verteidiger beschreibt eher die Position des Spielers als seine Funktion. Manchem Spieler, der in der Grundordnung bei gegnerischem Ballbesitz auf einer Linie mit anderen Abwehrspielern das Zentrum vor dem Tor besetzt, ist es bei eigenem Ballbesitz gestattet, als Anspielstation bis in den gegnerischen Strafraum vorzustoßen. Wenn der Gegner auf breite Kontrolle des Mittelfelds bedacht ist und dafür nur einen Stürmer in die Nähe des Strafraums stellt, kann von vier Verteidigern einer gemäß den Anschauungen des Totaalvoetbal seine Freiheit nutzen, sich in der Offensive zu betätigen. Lucio nahm sich solche Freiheiten gerne auch ungeachtet der gegnerischen Raumaufteilung.</p>
<h4>Neue Fußballsprache braucht das Land</h4>
<p>Einige der Anglizismen und Wortneuschöpfungen, die in jüngerer Zeit Eingang in den Diskurs finden, sind dem Bedürfnis nach genaueren Beschreibungen geschuldet. All zu häufig werden sie von den reaktionären Kräften der Stammtischkultur  vorschnell verhöhnt und abgelehnt. Selbst wenn der »Umschaltspieler« nicht leicht von der Zunge geht oder der »target player« als englischer Ausdruck die Anmutung des Unternehmensberaterjargons hat, sind beides Begriffe, die eindeutig eine Funktion eines Spielers beschreiben. Manche Ausdrücke mögen tatsächlich überflüssig sein und zu Recht wieder aus dem Wortschatz der deutschen Fußballsprache verschwinden. Zumindest aber für die Beschreibung von Position und Funktion oder Aufgabe eines Spielers in taktischen Überlegungen sollten wir uns nicht mit Chimären wie der Doppelsechs begnügen. Bis treffendere Bezeichnungen ihren Weg in den Wortschatz der Fußballdiskussion gefunden haben, wird diese Reihe sich mit ausschweifenden Beschreibungen um Präzision bemühen.</p>
<p>Anhand von horizontalen Positionsangaben »links, halblinks, zentral, halbrechts und rechts« werden die Spieler in einem Verbund sortiert. Mehr als fünf Spieler in eine Reihe zu stellen, läuft meines Wissens einer effizienten Raumverknappung zuwider. Sollte es trotzdem Gegenbeispiele geben, muss ich wohl Abbitte leisten und nachbessern.  Die vertikale Ordnung soll durch eine Unterteilung von »Abwehr, defensives Mittelfeld, Mittelfeld, offensives Mittelfeld, hängende Spitze, Spitze« nachvollzogen werden. So weit es passend erscheint, möchte ich auf vertraute Begriffe zurückgreifen und diese nach Bedarf präzisieren. Wenn wir darauf achten, dass aus der Position nicht gleich die Aufgabe eines Spielers eindeutig definiert ist, können wir uns mit Attributen, die wir für die jeweilige Position vergeben, ein recht präzises Bild von taktischen Anweisungen machen.</p>
<p>Dann kann ein zentraler Mittelfeldspieler, der sich bei Ballbesitz in einem Korridor kurz vor der gegnerischen Abwehrkette zum Ball hin anbietet und Flügelläufe über Pässe in den Raum initiiert, den »klassischen Zehner« ablösen. Vor allem, wenn er bei gegnerischem Ballbesitz dafür zuständig ist, das Pressingopfer zu isolieren und zu attackieren. Das sollte heute keiner von Günter Netzer verlangen.</p>
<p>Vielleicht hat die ein oder andere Leserin oder auch manch ein Leser ja eigene Vorstellungen, welche Feinheiten taktischer Analysen genauerer Bezeichnungen bedürfen. In den verschiedenen Sprachen der Welt, in denen über Fußball diskutiert wird, finden sich sicherlich Anregungen für das Deutsche. Und für die Taktiktafel.</p>
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		<title>Falsche Freunde im Fußball</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 13:18:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[kurzweilig]]></category>

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		<description><![CDATA[Als falschen Freund bezeichnet man in Lehrerkreisen jene Vokabeln einer Fremdsprache, die sich so sehr anhören wie ein Wort aus der Muttersprache, dass der Schüler gerne annimmt, das Wort schon zu kennen. Zwar finden sich ab und an tatsächlich Wörter in einer Fremdsprache, die der eigenen Sprache entlehnt sind. Leider ist die Bedeutung von gleichlautenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als falschen Freund bezeichnet man in Lehrerkreisen jene Vokabeln einer Fremdsprache, die sich so sehr anhören wie ein Wort aus der Muttersprache, dass der Schüler gerne annimmt, das Wort schon zu kennen. Zwar finden sich ab und an tatsächlich Wörter in einer Fremdsprache, die der eigenen Sprache entlehnt sind. Leider ist die Bedeutung von gleichlautenden Wörtern jedoch häufig grundverschieden. Ein englisches <em>genie</em> zum Beispiel ist ein deutscher Flaschengeist. Dieses Problem, dass sich scheinbar bekannte Inhalte in vertrauten Aussagen verbergen, macht auch vor dem Fußball nicht halt.</p>
<p><q class="pullquote">Der Gefoulte schießt nie selbst: Ziemlich egal und ausländischen Stürmern ein ungläubiges Kopfschütteln wert.</q>Wenn über Fußball gesprochen wird besteht immer der Bedarf, die Komplexität des Fußballs auf einfache Aussagen zu reduzieren. Dabei scheint es den Protagonisten der Berichterstattung allerdings mehr um Knackigkeit als um Richtigkeit der Aussage zu gehen. Ein Phrasenschwein adelt Allgemeinplätze noch zusätzlich — anstatt hohle Phrasen als sinnfrei zu entlarven, bekommen sie den Anstrich der trivialen Sinnhaftigkeit. Dadurch wird die Tendenz, dass im Fußball alte Weisheiten nie überprüft werden, noch gefördert: Die alten Sinnsprüche werden durch bloße Wiederholung zur unangreifbaren Wahrheit und es kommen stets neue hinzu. <a  title="Biermann bei SpOn über Loys Kampf gegen falsceh Wahrheiten im Fußball" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,494638,00.html" target="_blank">Roland Loy</a> verrichtet im wahrsten Sinne Sisyphusarbeit, wenn er versucht, mit falschen »Wahrheiten« aufzuräumen.<span id="more-2032"></span></p>
<p><q class="pullquote">Treffer zum psychologisch günstigen Zeitpunkt: Tore sind immer gut.</q></p>
<p>Ganz schlimm wird es allerdings, wenn Sportweisheiten aus dem Ausland importiert werden, die wie selbstverständlich Teil dieses Schatzes an Bonmots und Zitaten werden, mit dem in der Diskussion Fußball erklärt werden soll. Eine Recherche, wann und wie genau die unsägliche Sinnlosigkeit »offense wins games, defense wins championships« nach Deutschland gekommen ist, war leider wenig erfolgreich: Bild hat den Spruch zumindest seit 2008 im Repertoire. Die Googlesuche ergab für »offense wins games« im Archiv des Guardian, meiner persönlichen Referenz für englische Sportberichterstattung, genau einen Treffer. In einem <a  title="Der Guardian mit dem einzigen Beitrag zu &quot;offense wins games&quot;" href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2007/jan/12/airmcnairreadytosoaragain" target="_blank">Artikel über American Football</a>. Selbst in Amerika ist nicht zweifelsfrei geklärt, woher der Ausspruch kommt; zugesprochen wird der Spruch »offense sells tickets, defense wins championships« dem Footballcoach Paul »Bear« Bryant. Die besondere Wertschätzung von Defensivleistungen ist nicht einmal im statistisch weit besser erforschten American Football unumstritten und gilt manchem als klinsmaneskes Motivationsgerede für an Fanliebesentzug leidende Abwehrarbeiter. Im deutschen Fußball ist der Spruch allerdings angesichts der letztjährigen Meisterschaft von Wolfsburg und dem regelmäßigen Abschneiden des Schalker Bollwerks wohl totaler Kokolores.</p>
<p><q class="pullquote">Never change a winning team: Mehr Aberglaube als Erfolgsgarant.</q></p>
<p>Tatsächlich sehen taktische Analytiker die Schwierigkeit im Fußball aktuell in erster Linie darin, Tore zu erzielen. Das Verhindern von Toren ist weit weniger an fußballerische Qualität im Sinne von Ballbehandlung und Spielwitz gebunden. Erprobte Taktiken und Lösungsanstze zur Torverhinderung der letzten Jahre ermöglichen es auch Teams mit kleinerem Budget, aus einer soliden Abwehr heraus zu agieren. Nicht wenige Trainer bauen deswegen ihr Team »von hinten« auf und entwickeln erst im zweiten Schritt offensive Lösungsansätze. Aber selbst im Tabellenkeller der Bundesliga sind in den letzten Jahren nicht unbedingt die defensivschwächsten Teams <a  href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2008-09/0/0/spieltag.html">abgestiegen</a>. In den letzten drei Saisons waren es vielmehr jeweils die drei Teams, die die wenigsten Tore geschossen hatten, obwohl es defensiv schwächere Teams gab.  Nur Aachen ist vor drei Saisons trotz guter Torausbeute wegen einer viel zu schwachen Abwehr abgestiegen.</p>
<p><q class="pullquote">Abwehr können alle: Kurz, knackig, aber wahr?</q></p>
<p>Die sogenannten Fußballweisheiten sind also, ganz wie die falschen Freunde des Vokabelpaukens, dem Verständnis eher hinderlich. Wer sich auf die Aussagen solch falscher Freunde verlässt, für den bleibt ein Fußballgenie ein magischer Flaschengeist. Ein <em>football genius</em> allerdings wird sich beizeiten daran erinnern, dass die Sinnsprüche aus dem Fußballweisheitenkalender häufig nur darin stehen, weil sie sich so bekannt anhören. Nicht, weil sie wirklich etwas wichtiges über Fußball zu sagen hätten. Wer erhellende Debatten über Fußball führen möchte, muss sich dafür von mancher Floskel und liebgewonnenem falschen Freund verabschieden.</p>
<p><small>© Dies ist ein RSS-Feed der <a  href="http://kontextschmiede.de">Kontextschmiede</a></small></p><p><strong>Den Artikel <a  href="http://kontextschmiede.de/falsche-freunde-im-fusball//#respond">kommentieren</a></strong></p>

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		<title>Bayerische Fähnchen im Wind</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 22:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich war zu lesen, Karl-Heinz Rummenigge wolle Real Madrid im Falle des weiteren Werbens um Bayern Münchens Superstar Franck Ribéry verklagen. In den wichtigen und von Natur aus bereits unruhigen Wochen der Sommervorbereitung ist es dabei durchaus verständlich, dass die bajuwarische Führungsriege empfindlich auf die ständigen Störfeuer aus der spanischen Hauptstadt reagiert. Zumal eine Kontaktaufnahme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="cap"><span>N</span></span><em>eulich war zu lesen, Karl-Heinz Rummenigge wolle Real Madrid im Falle des weiteren Werbens um Bayern Münchens Superstar Franck Ribéry <a  href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/artikel/511594/">verklagen</a>. In den wichtigen und von Natur aus bereits unruhigen Wochen der Sommervorbereitung ist es dabei durchaus verständlich, dass die bajuwarische Führungsriege empfindlich auf die ständigen Störfeuer aus der spanischen Hauptstadt reagiert. Zumal eine Kontaktaufnahme mit einem Spieler ohne vorherige Information und Zustimmung seines derzeitigen Vereins gemäß den FIFA-Statuten erst sechs Monate vor Vertragsende gestattet ist. Rummenigges Drohung mag also verständlich sein. Erst recht, wenn damit die Hoffnung verbunden ist, endlich Ruhe an der Säbener Straße einkehren zu lassen. Dennoch, Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender winkt aus dem Glashaus. Ein Kommentar der Kontextschmiede.</em><br />
<span id="more-1747"></span><br />
Via BILD-Zeitung lässt Manager und Vorstandskollege Uli Hoeneß verlauten, dass <a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/schalke/2009/07/21/uli-hoeness/manuel-neuer-wollte-zu-bayern.html">Manuel Neuer</a> sich gerne dem deutschen Rekordmeister angeschlossen hätte. Ohne vorheriges Gespräch mit dem Schalker Torwart müsste Hoeneß schon Gedanken lesen können. Neuers Vertrag endet im Übrigen in knapp drei Jahren — am 30.06.2012.</p>
<p>Auch bei der Verpflichtung Sebastian Deislers von Hertha BSC Berlin zur Saison 2002/ 2003 ist fraglich, in wie weit die Münchner im Rahmen der FIFA-Statuten gehandelt haben. Bereits knapp ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsbeginn sind auf dem Konto des damals einundzwanzigjährigen Jungnationalspielers <a  href="http://www.welt.de/print-welt/article480710/Falsches_Spiel_mit_Sebastian_Deisler.html">20 Millionen Mark Handgeld</a> eingegangen. Nach einem lauten Aufschrei der Empörung in der Öffentlichkeit wurde jenes Handgeld später als Darlehen bezeichnet und von Deisler wohl <a  href="http://www.faz.net/s/Rub9F27A221597D4C39A82856B0FE79F051/Doc~E4A4D084032C04E3CBB4D2D765A5975B3~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed_sport">zurückgezahlt</a>.</p>
<p>Am <a  href="http://www.stern.de/sport-motor/fussball/:FC-Bayern-M%FCnchen-Wilderer-Flughafen/587940.html">Hannoveraner Flughafen</a> trafen sich die Münchner Macher einst mit dem damaligen Bremer Stürmer und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose um über dessen Wechsel zum deutschen Branchen-Primus zu verhandeln. Zwei Tage vor dem UEFA-Pokal-Halbfinale der Norddeutschen bei Espanyol Barcelona. Und knappe vierzehn Monate vor dessen Vertragsende.</p>
<p>Im großen Geschäft des Profi-Fußballs in dem es um Erfolg, Prestige und vor allem viel Geld geht, ist sicherlich wenig Platz für Aufrichtigkeit, Tugend und Ethos. Wahrlich auch nicht für Moralapostel. Karl-Heinz Rummenigge jedenfalls täte gut daran, den Stein, den er in seiner Hand hält, nicht zu werfen. Die Wände seines Glashauses würden bersten.</p>
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		<title>Kurioses aus dem Sommerloch: Markus Babbel</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 21:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[humorvoll]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="cap"><span>D</span></span><em class="update">ie Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten der schönsten Nebensache der Welt zwischen den Fußballjahren.</em></p>
<p>Für die meisten Fußballprofis sind die Sommerferien schon vorbei. Auf Schalke wird jetzt richtig gearbeitet und manche wünschten sich angesichts des <a  href="http://www.rp-online.de/public/article/sport/fussball/bundesliga/731475/So-quaelt-Magath-seine-Schalker.html" title="der Schleifer ist auf Schalke angekommen">harten Trainingsalltags</a> vielleicht, sie hätten sich im Urlaub nicht so gehen lassen.</p>
<p>Im Ländle wird nicht ganz so hart geschafft. Hier dürfen manche noch etwas länger auf die unbequemen Kabinenbänke verzichten: Jens Lehmann wurde zum Beispiel <a  href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/2096447" title="Welch herrliche Zeit, diese Urlaubszeit">Sonderurlaub gewährt</a>, weil er in seinem Alter Steigerungsläufe »nicht mehr machen müsse«. Diese Einsicht hatte zumindest sein gnädiger Trainer, der sich selbst Urlaub ganz anderer Art verordnete: <del>Weil er drei Jahre jünger als sein Torwart-Routinier</del> Weil er für die anstehenden Übungseinheiten als Koordinator unabkömmlich ist, drückt er sich gleich zu Beginn des neuen Schuljahres vor dem Drücken der Schulbank. Eigentlich müsste der Autodidakt beim Trainerlehrgang anwesend sein, aber er <a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/stuttgart/2009/07/13/markus-babbel/schwaenzt-zwei-tage-den-unterricht.html">kalkuliert die erlaubten Fehlzeiten so abgebrüht wie ein erfahrener Pennäler in seine Schullaufbahn ein</a>.</p>
<p>Vielleicht hat er dafür seinen Stürmer um Rat gefragt. Auch Ciprian Marica trudelte nämlich etwas später als die übrigen Kollegen zum Trainingsauftakt der Stuttgarter ein. Er hatte die Kabinenbank freiwillig gegen die Schulbank getauscht und bekam <a  href="http://vfb1.de/vfb-stuttgart/news/newsview/sj/2009/07/04/news/vfb-stuttgart-ciprian-marica-kommt-im-trainingslager-an/" title="Er kann Schule">Sonderurlaub, um in Rumänien sein Abitur nachzumachen</a>. Neben Englisch liegen seine Stärken besonders in der von ihm <a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/stuttgart/2009/07/02/ciprian-marica/im-urlaub-abitur-gemacht.html" title="Babbel, der Trainerfuchs, holt sich Rechenkompetenz in seinen Spielerstab">geliebten Mathematik</a>. Markus Babbel weiß schon, wofür er seinem Rechenkünstler frei gibt: Wenn für den Trainer die Prüfungsphase beginnt, kann ihm Marica bestimmt mit weiteren Tipps aus dem Schulalltag helfen — nicht nur mit solchen zu gekonntem Schwänzen.</p>
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		<title>Zwei Seelen in Fortunas Brust</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 16:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Beginn des Jahres 2009 läuft in Köln ein basisdemokratisches Experiment. Die Anhänger von Fortuna Köln können auf der Plattform deinfussballclub.de (DFC) die Belange des Vereins mitbestimmen. Tausende klickender Co-Trainer, die der in der NRW-Liga angekommenen Fortuna einen Geldsegen bescherten - und damit den Traum von der Rückkehr in den Profi-Fußball. Doch knapp ein halbes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="cap"><span>S</span></span><em>eit Beginn des Jahres 2009 läuft in Köln ein basisdemokratisches Experiment. Die Anhänger von Fortuna Köln können <a  href="http://www.deinfussballclub.de/" title="Homepage von DeinFußballclub">auf der Plattform deinfussballclub.de (DFC)</a> die Belange des Vereins mitbestimmen. Tausende klickender Co-Trainer, die der in der NRW-Liga angekommenen Fortuna einen Geldsegen bescherten — und damit den Traum von der Rückkehr in den Profi-Fußball. Doch knapp ein halbes Jahr nach dem Start des Projektes mehren sich rund um das Kölner Südstadion die Fragezeichen.</em></p>
<p>Vom Muster der Eckfahne bis zur Mannschaftsaufstellung bestimmen die Fans die Geschicke des Vereins. Zumindest diejenigen, die sich als Investoren am Projekt beteiligen. Dafür hat die zweite Kraft im Kölner Fußball ihre Satzung geändert, die erste Mannschaft in eine eigene Gesellschaft ausgelagert und 49 Prozent der Besitzanteile an den DFC übertragen. Rein rechtlich entscheidet zwar weiterhin der Verein, aber die Mitbestimmung ist ernst gemeint. „Das Projekt hat nur eine Zukunft, wenn wir Wort halten und die User ein 100-prozentiges Mitspracherecht haben“, kündigte Fortunas erster Vorsitzender Klaus Ulonska im Januar an.<br />
<span id="more-1539"></span><br />
Dass die Stimme der Fans so hoch im Kurs steht, hat einen einfachen Grund. Sie bescherte dem Verein zu Jahresbeginn öffentliche Aufmerksamkeit und einen beachtlichen Geldsegen. 39,95 Euro kostet den Fan eine jährliche Mitgliedschaft, 30 davon gehen an den Verein, genauer gesagt die neue Spielbetriebsgesellschaft. </p>
<h4>»Mussten den Euro viermal umdrehen«</h4>
<p><span class="halfwidth" style=""><img src="/wpkontext_333/wp-content/uploads/DFCparkplatz.jpg" alt="Container vor Stadion" /></span><span class="imagecaption">Fortuna im Umbruch — Manch ein User fürchtet um die Zukunft des Projekts</span><br />
Von den offiziell knapp 12 000 Usern sollten ab Januar auf diese Weise 360 000 Euro fließen, versprachen die Macher – zusätzlich zum regulären Etat von etwa 500 000 Euro. Viel Geld für einen Verein, der einst 26 Jahre in der 2. und ein Jahr in der 1. Bundesliga spielte und nach Absturz und gerade noch abgewendeter Insolvenz die Saison in der fünften Liga auf Rang zehn beendete. „Wir mussten den Euro viermal umdrehen, bevor wir ihn ausgegeben haben“, fasste Ulonska die Fortuna-Vergangenheit zusammen.</p>
<p>Der erste prominente Transfer gelang der Fortuna bereits abseits des Spielfeldes. Der ehemalige Nationalspieler Jens Nowotny arbeitet als Berater der Internetgemeinde. „Ich will meine Meinung abgeben, ohne Meinung zu bilden“, beschreibt der langjährige Leverkusener seinen neuen Job, für den er nach DFC-Angaben nur eine Aufwandsentschädigung bekommt. Die User stehen hinter ihm: 78 Prozent stimmten für seine Einstellung.</p>
<p>In Köln verfolgt man ehrgeizige Ziele: Nach dem <a  href="http://www.ebbsfleetunited.co.uk/eufc/" title="Link zur Homepage von Ebbsfleet United">Vorbild des englischen Fünftligisten Ebbsfleet United</a> wollte DFC binnen eines Jahres 30 000 Mitglieder gewinnen – unterstützt vom Regisseur Sönke Wortmann, der das Projekt mit dem Slogan „Köln – Ein Fußballmärchen“ bewarb. Als bis zum Winter jedoch nicht einmal die Hälfte zusammenkam, wurde der Starttermin vorgezogen.</p>
<p>Bis spätestens 2015 will man laut Präsident Ulonska in der 1. Bundesliga spielen, Nowotny hält dann immerhin die 2. Bundesliga für realistisch und die Fans im Südstadion singen lauthals: „Eines Tages wird es geschehen, da fahren wir nach Mailand, um Fortuna Köln zu sehen.“ Die vitale Fanszene, die sich im Schatten des Kölner Platzhirschs 1.FC bei der kleinen Fortuna etabliert hat, verfügt über viel Humor. Denn der rasche sportliche Erfolg, den das Projekt zum Wachsen so dringend nötig hätte, steht mehr denn je in den Sternen.</p>
<p>Knapp ein halbes Jahr nach dem Start ist trotz prominenter Namen ein Großteil der Euphorie im Kölner Süden verflogen. Der erhoffte Aufstieg in die Regionalliga wurde verpasst. Nach deutlichem Rückstand in der Meisterschaft entschieden sich die Internet-Co-Trainer mehrheitlich, die Lizenz für die höhere Klasse erst gar nicht zu beantragen. Auch in der kommenden Saison wird es mit dem Aufstieg schwer. Fraglich ist zudem, ob Fortuna bei stagnierenden Leistungen auf dem Platz weitere zahlungswillige Fans für das Projekt begeistern kann.</p>
<h4>Fortuna will die Kosten senken</h4>
<p><span class="halfwidth" style=""><img src="/wpkontext_333/wp-content/uploads/DFCeingang.jpg" alt="Stadioneingang Köln Süd" /></span><span class="imagecaption">Das Kölner Südstadion erinnert an erfolgreichere Zeiten des Klubs</span><br />
Bereits jetzt besteht Unklarheit über die tatsächliche Zahl der Mitglieder. Statt der anvisierten 360.000 Euro aus Beiträgen flossen bis Juni gerade einmal zwei Drittel dieser Summe. Ein Anzeichen dafür, dass sich die offizielle Userzahl deutlich unter den kolportierten 12.000 bewegt. Die DFC-Macher halten sich mit genauen Zahlen zurück. Der Zähler auf der DFC-Seite steht nun bei gut 10.000 Mitgliedern.</p>
<p>Fragezeichen kommen vor dem Start der ersten kompletten Saison des DFC-Projektes daher mehr denn je auch in finanzieller Hinsicht auf. In den Monaten März, April und Mai stiegen die Kosten der GmbH deutlich, die Einnahmen stagnierten jedoch gleich der sportlichen Entwicklung. Die DFC-Macher um Burkhard Mathiak geben alten Spielerverträgen die Schuld. Mit leistungsbezogenen Verträgen will Fortuna die Kosten senken. Der Verband erteilte diesen Plänen seinen Segen und vergab die Lizenz.</p>
<p>Dennoch sorgt die Planung für die neue Saison für Verunsicherung bei vielen Usern. Wird dabei doch mit weiteren 200.000 Euro von etwa 8.000 Mitgliedern gerechnet. In den DFC-Internetforen gilt es indes als nicht sehr wahrscheinlich, dass ein Großteil der Beitragszahler verlängert. Manch ein DFC-User sieht bereits den Pleitegeier über der Südstadt kreisen. „In meinen Augen scheint das Projekt einzuschlafen“, so ein Teilnehmer.</p>
<p>Alteingesessene Fortuna-Fans machen sich Gedanken, wie der Verein einen möglichen Rückzug der Internetgemeinde verkraften würde. Daniel Cronemeyer vom Fanclub SC Mülltonn warnt vor den Fehlern der Vergangenheit: „Größenwahn und teure Profis haben Fortuna fast in den Untergang geführt. Man sollte sich auf die Basis konzentrieren.“</p>
<h4>Zwei Seelen in Fortunas Brust</h4>
<p>Das Dilemma: Der Club braucht sportlichen Erfolg, um neue Internetinvestoren zu locken und die alten über das erste Jahr hinaus zu halten. Aber der Traditionsverein lebt zugleich von seinem familiären Miteinander und den langjährigen Fans. Dass diese nicht mit allen Entwicklungen einverstanden sind, bekamen die Fortuna-Oberen in der vergangenen Saison zu spüren. So erzwangen die „Mülltonnen“ per Boykott die Wiedereinführung der abgeschafften Stehplätze.</p>
<p>Nicht nur in dieser Frage ist die Vermittlung von Klaus Ulonska gefragt, der wie kein Zweiter die beiden Seelen in der Brust der Fortuna verkörpert. Seit Januar fungiert er als Geschäftsführer des DFC und spricht offen über seine Sympathie für Geldgeber wie den Hoffenheimer Dietmar Hopp. Doch bei den Heimspielen zieht er höchstpersönlich durch die Reihen und sammelt Spenden für die Jugendabteilung. Das ist die Gegenwart der Fortuna. Die Rückkehr in den Profifußball dürfte dagegen auf Dauer ein Traum bleiben.</p>
<div class="update">
<p class="updatestamp"><strong>Transparenzerklärung:</strong></p>
<p>Der Autor ist Mitglied des DFC.<br />
Dieser Artikel stützt sich auf die Recherchen zum Artikel <a  href="http://www.stadtrevue.de/index_archiv.php3?tid=1647&#038;bid=3" title="Ein Bericht über den DFC erschienen in der StadtRevue">„Eines Tages gegen Inter Mailand“</a> von Manuel Preuten und David C. Lerch.
</div>
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		<title>Kurioses aus dem Sommerloch: Valérien Ismaël</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 22:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>csp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="cap"><span>D</span></span><em class="update">ie Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten der schönsten Nebensache der Welt zwischen den Fußballjahren.</em></p>
<p>Sommerzeit ist Urlaubszeit. Ganz besonders für die monatelang hart ackernden Fußballprofis. Klar, nach einer langen Saison ist der Akku leer und muss dringend aufgeladen werden. Was liegt da näher, als das gleißende Flutlicht der Bundesliga-Stadien gegen die warme Sonne der vermeintlich schönsten Strände der Welt einzutauschen? Franck Ribéry trägt in Marbella zwar nicht die neuste Badehose zur Schau, erholt sich aber sichtlich im Kreise seiner Familie. Tim Wiese genießt die UV-Strahlung mal nicht aus der Konserve, sondern im luxuriösen Dubai. Und Dieter Hoeneß macht einen <a  href="http://kontextschmiede.de/kurioses-aus-dem-sommerloch-dieter-hoenes/">letzten Rundgang</a> durch Berlin.<span id="more-1218"></span></p>
<p><q class="pullquote">Wenn Ribéry vom Strand zurück kommt, schreibt  sein Landsmann Berichte</q>Nicht jeder Fußball-Millionär liegt in der spielfreien Zeit auf der faulen Haut. Grundsolide und zielstrebig feilt der Wahldeutsche <strong>Valérien Ismaël</strong> an seiner Zukunft. In der <a  href="http://www.weltfussball.de/news/bundesliga/_m25310_praktikant-ismael-ich-will-manager-werden/">Sparkasse Hannover</a> lässt sich der Ex-Bayern-Spieler derzeit alle Tricks und Kniffe in den Bereichen Finanzen und Menschenführung beibringen. Trotz seines noch laufenden Vertrages bereitet der verletzungsgeplagte Hannoveraner Innenverteidiger so die Karriere nach der Karriere vor. Hinterm Kunden-Schalter der Sparkasse erwirbt Praktikant Ismaël Grundkenntnisse für seinen zukünftigen Job. Die dazugehörige Theorie studiert der Manager in spe an der Fachhochschule der niedersächsischen Landeshauptstadt. Viel zu tun, denn wenn Franck Ribéry vom Strand zurück kommt, schreibt sein Landsmann noch Praktikumsberichte.</p>
<p>Den Mittelweg zwischen Urlaubsstimmung und Arbeitsalltag wählte Felix Magath auf der Mango-Plantage seines Vaters in Puerto Rico. Ein Büro der sonnigen Art; kein Vergleich zum tristen Hannover. Dabei haben beide Arbeitsplätze durchaus Gemeinsamkeiten. <a  href="http://www.tz-online.de/sport/fussball/fc-bayern/tz-neuer-am-wochenende-wird-verhandelt-371219.html">„Es gibt immer eine kaufmännische Schmerzgrenze“</a>, sagt Magaths Boss Clemens Tönnies. Das wird der Sparkassen-Direktor in Ismaëls Filiale wohl sofort unterschreiben.</p>
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		<title>Kurioses aus dem Sommerloch: Peter Neururer</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 21:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="cap"><span>D</span></span><em class="update">ie Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten der schönsten Nebensache der Welt zwischen den Fußballjahren.</em></p>
<p><strong>Peter „Ihr könnt Eimer zum Kotzen mitnehmen“ Neururer</strong>, der von Beruf <a  href="http://www.express.de/nachrichten/sport/fussball/peter-neururer-kuendigt-schalke-mitgliedschaft_artikel_1242632375056.html" title="Aus Überzeugung ausgetreten - so geht man in Herne nicht mit seinen Mitmenschen um, meine Herren!">Schalke-Fan</a> ist und bis zu seiner Berufung den MSV Duisburg trainiert, verbindet mehr mit <a  href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ned_Flanders" title="Wikilink Ned Flanders auf Englisch">Ned Flanders</a> als nur ein gottgegebenes Maß an Rechtschaffenheit, ein Talent für dudeldidenkwürdige Aussprüche und die Charakterstärke, zu seinen Überzeugungen zu stehen. Nein, Peter Neururer ist womöglich auch noch in der gleichen geheimen Bruderschaft wie Ned. Zumindest erhärtet ein Ereignis diesen Verdacht, das der Kontextschmiede aus seriöser Quelle zugespielt wurde:<br />
<span id="more-892"></span><br />
Als Peter Neururer in der Zeit zwischen <del>den Entspannungsübungen auf dem Golfplatz</del> zwei Fußballsaisons zur alljährlichen Harley-Davidson-Tour mit ein paar weiteren Motorradfreunden aus dem Ruhrgebiet aufbrach, vergaß er in der Hitze der Sonne bei der Fahrt von Jacksonville nach Savannah, seinen Helm aufzusetzen. Unsere hochseriöse Quelle recherchierte messerscharf, dass er damit <a  href="http://www.iihs.org/laws/HelmetUseCurrent.aspx" title="Anders als in Florida gilt in Georgia generell Helmpflicht für Motorradfahrer.">gegen geltendes Gesetz verstieß</a> — immerhin wurden Peter Neururer und seine Motorradgang von Vertretern des Gesetzes nach ihrem Grenzübertritt „wie im Film“ mit Blaulicht verfolgt und zum Anhalten aufgefordert. Leider hat unsere Quelle es in ihrem Kampf für die Wahrheit noch nicht geschafft, die Welt und Peter Neururer über die tückische Eigenschaft sich unterscheidender Gesetzgebung von amerikanischen Bundesstaaten aufzuklären.</p>
<p>Unsere über jeden Zweifel erhabene Quelle verriet uns, die offizielle Sprachregelung der sich im Anschluss abspielenden Szene sei „ich konnte sie mit meinem Redner-Talent etwas besänftigen“. Die Rocker aus Bochum kamen jedenfalls ohne Strafzettel mit einem Schrecken und einer mündlichen Verwarnung davon. Fotos aus geheimen, von Fox Mulder persönlich aus den Händen intriganter Weltverschwörer entrissenen Dokumentenmappen lassen diese offizielle Version der Ereignisse jedoch in sehr unscharfem Licht erscheinen. <a  href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/zweite-liga/2009/06/13/msv-duisburg/neururer-von-us-cops-gestoppt.html" title="Dieses Geheimnis darf nicht ungelöst bleiben">Dank dieses Fotos kann die Öffentlichkeit sich nun eine eigene Meinung zu diesem Vorfall bilden:</a></p>
<p>Konnte Neururer Strafe abwenden, weil er und der Sheriff im gleichen <a  href="http://www.showbizmonkeys.com/movies.php?id=861" title="Sie unterwandern unsere Gesellschaft">Geheimbund wie Ned Flanders waren?</a></p>
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