Kann Werbung Spaß machen?

Mit einer inter­es­san­ten Idee ver­sucht sich die von Benut­zern gefüt­terte Inhalts­seite digg​.com an einem neuen Para­digma zur Finan­zie­rung ihres Angebots.

Der gemeine Sur­fer hat’s nicht leicht. Um ihre Inhalte zu finan­zie­ren, geben Ver­lags­häu­ser und andere Content-​​Anbieter eine auf­dring­li­che Wer­be­me­thode nach der ande­ren in Auf­trag. Ist der geneigte Besu­cher einen Moment unauf­merk­sam und führt die Maus über eine Gra­fik, die nicht zum redak­tio­nel­len Ange­bot gehört, erklin­gen Jin­gles oder ein Video setzt sich in Bewe­gung. Halb­sei­tige Gra­fi­k­ani­ma­tio­nen rol­len sich beim Sei­ten­auf­ruf vor den Augen des Besu­chers aus, und die Suche nach dem meist gut ver­bor­ge­nen „Schließen“-Button ver­hin­dert eine genauere Beschäf­ti­gung mit der Aus­sage der Anzeige. Honig schle­cken ohne Bie­nen­sta­chel ist eben nicht mög­lich. Fai­rer­weise muss dazu gesagt wer­den, dass Pre­mium– oder Abo-​​Angebote bekannt­lich in den wenigs­ten Fäl­len funktionieren.

Neue Impulse kom­men wie­derum von Internet-​​Startups, wie zuletzt die benut­zer­ge­steu­erte Nach­rich­ten­seite digg​.com bewie­sen hat. Vor ein paar Tagen hat sie ein inter­es­san­tes Modell ange­kün­digt, das in Zukunft für Wer­be­ei­nah­men sor­gen soll. Der Clou der Seite beruht dar­auf, dass allein die Benut­zer die Rang­folge der Inhalte bestim­men. Dazu die­nen Knöpf­chen zum Aus­bud­deln („digg“) und Begra­ben („bury“) eines ein­ge­pfleg­ten Links. So fin­det sich dort ein bun­ter Medi­en­mix, der wis­sen­schaft­li­che Arti­kel neben unter­halt­sa­men Youtube-​​Videos versammelt.

Die ebenso sim­ple wie geniale Idee der Macher besteht nun darin, das erfolg­rei­che Modell unter dem Namen „Digg Ads“ auf die geschal­tete Wer­bung zu über­tra­gen. In den nächs­ten Mona­ten, wenn die Pilot­phase star­tet, tau­chen als Wer­bung gekenn­zeich­nete Bei­träge zwi­schen den inhalts­be­zo­ge­nen Ein­trä­gen auf. Je häu­fi­ger die Besu­cher auf eine Anzeige kli­cken, desto pro­mi­nen­ter erscheint sie auf der Seite. Gleich­zei­tig sinkt der Betrag, den der Kunde zu bezah­len hat. Umge­kehrt ver­schwin­den unpo­pu­läre Annon­cen aus dem Sys­tem, bei stei­gen­den Prei­sen für den Auf­trag­ge­ber. Wel­che Kon­se­quen­zen dar­aus zu erwar­ten sind, steht noch in den Ster­nen. Mög­li­cher­weise wer­den krea­tive Agen­tu­ren mit sehens­wer­ten Anzei­gen dadurch belohnt. Kann Wer­bung dann sogar Spaß machen?

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