Was ist eigentlich »Liquid Democracy?«

Die Men­schen in Deutsch­land dis­ku­tie­ren wie­der über Poli­tik und Demo­kra­tie. Darf es etwas mehr Bür­ger­be­tei­li­gung sein? Wie ver­tra­gen sich direkt­de­mo­kra­ti­sche Ansätze mit einer moder­nen, plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft?  Sol­che und andere Fra­gen erge­ben sich schnell in den Dis­kus­sio­nen über Bür­ger­ent­scheide im euro­päi­schen Umfeld und in den Bun­des­län­dern. Bür­ger bestim­men selbst, mit wel­chen Gesell­schafts­schich­ten ihre Kin­der mög­lichst kurz­fris­ti­gen Kon­takt haben sol­len oder wie tole­rant sie im Umgang mit gesund­heits­schäd­li­chen Las­tern sein wollen.

Nach und nach ver­brei­tet sich außer­dem die Erkennt­nis, dass sich unsere  poli­ti­sche Gesell­schaft zwar stets in klei­nen Schrit­ten, aber doch maß­geb­lich ver­än­dert hat. Frau Mer­kel kon­sta­tierte in einem Inter­view die Frag­men­tie­rung der Öffent­lich­keit:

Es gibt nicht mehr nur eine Öffent­lich­keit, son­dern viele Öffent­lich­kei­ten, die ganz ver­schie­den ange­spro­chen wer­den müs­sen. […] → zu Ende lesen

WM-​​Taktikbericht: Ein Zwischenfazit

Zur WM habe ich mich auf tak­ti­sche Vari­an­ten gefreut und auf Inno­va­tio­nen durch Exo­ten gehofft. Anders als es die fast durch­weg nega­ti­ven Bewer­tun­gen der Vor­runde durch die Sport­be­richt­er­stat­tung erwar­ten lie­ßen, bin ich nicht ent­täuscht: Eine For­ma­tion ent­wi­ckelt sich spä­tes­tens mit die­sem Tur­nier vom Trend zum Stan­dard, wor­auf­hin neue For­ma­tio­nen erst rich­tig span­nend wer­den — und ein paar die­ser Ver­su­che, dem Stan­dard ein Schnipp­chen zu schla­gen waren gera­dezu spek­ta­ku­lär. […] → zu Ende lesen

Details bei der Fußballweltmeisterschaft

Die Bericht­er­stat­tung zur Welt­meis­ter­schaft in Süd­afrika ist breit gefä­chert: Neben der Auf­be­rei­tung für den Gele­gen­heits­fan fin­den sich dank des Medi­en­la­bors Inter­net auch Nischen für die Details des schö­nen Spiels. Wäh­rend das schon ein­schlä­gig zu nen­nende Zonal­mar­king sich bemüht, die Quan­ti­tät der Tak­ti­kana­ly­sen auf welt­meis­ter­li­ches Niveau zu heben, fin­den sich gra­fi­sche Detail­auf­nah­men auch auf Deutsch, zum Bei­spiel bei Johan Peter­sen. Eine beson­dere Perle möchte ich hier noch mal nach­drück­lich all jenen ans Herz legen, die Sport gerne aus wis­sen­schaft­li­cher Per­spek­tive betrachten:

Ross Tucker und Jona­than Dugass sind zwei Sport­wis­sen­schaft­ler aus Süd­afrika, deren Schwer­punkt in der Leis­tungs­dia­gnos­tik liegt. Auf »The Sci­ence of Sport« blog­gen sie dar­über, wie Tem­pe­ra­tur­un­ter­schiede sich auf Best­zei­ten im Mara­thon aus­wir­ken, über Doping, Ver­let­zungs­an­fäl­lig­keit, Trai­nings­steue­rung und mehr, und pünkt­lich zur WM im eige­nen Land blog­gen sie end­lich auch über Fuß­ball. […] → zu Ende lesen

Wie der Schmutz ins Internet kommt

Viele Medi­en­schaf­fende publi­zie­ren Bei­träge im Inter­net, mit denen sie sich an Debat­ten betei­li­gen wol­len. Man­che stel­len dafür sogar ihre eigene Platt­form zur Ver­fü­gung, auf der Leser sich mit eige­nen Bei­trä­gen betei­li­gen kön­nen. Wenn wir sol­che Platt­for­men als Gesprächs­an­ge­bote und die dar­auf statt fin­den­den Dis­kus­sio­nen als Gesprä­che betrach­ten, kön­nen wir eine drän­gende Frage der Platt­form­an­bie­ter neu bewer­ten: Wie kann ich die Qua­li­tät »mei­ner« Debat­ten stei­gern?

Für die Ana­lyse von Gesprä­chen gibt es sehr spe­zi­fi­sche wis­sen­schaft­li­che Modelle und Erklä­rungs­an­sätze. Erkennt­nisse der Sozio­lin­gu­is­tik, der Prag­ma­tik und der CMC-​​Forschung bie­ten sich als dank­bare Werk­zeuge an, neue Inter­pre­ta­tio­nen für das Wesen der Kom­men­tar­spal­ten im Inter­net zu fin­den. Denn vor der Frage nach dem »wie« sich die Qua­li­tät von Online­de­bat­ten stei­gern lässt, steht die Frage nach dem »warum«  diese Debat­ten so sind, wie sie sind. Dabei bie­tet kein Ansatz für sich eine all­um­fas­sende Lösung, aber jen­seits des anwen­dungs­be­zo­ge­nen Community-​​Managements sind einige theo­re­ti­sche Über­le­gun­gen der Sprach­wis­sen­schaf­ten ver­blüf­fend robust. Online­de­bat­ten ver­hal­ten sich tat­säch­lich häu­fig wie Gesprä­che. […] → zu Ende lesen

Seid gegrüßt, Euer Diskurshoheit

Der päpst­li­che Bann­strahl trifft den deut­schen Dis­kurs an emp­find­li­cher Stelle. Der des Sprach­paps­tes, wohl­ge­merkt. »Geschwätz«, hat er gesagt, und qua sei­nes Amtes wird damit einem Groß­teil der­je­ni­gen, die sich der deut­schen Spra­che für ihre Teil­nahme an öffent­li­chen Gesprä­chen bedie­nen, die Daseins­be­rech­ti­gung in die­sen Dis­kur­sen abgesprochen.

Wolf Schnei­der hat in sei­nem Leben sicher­lich viel Rich­ti­ges gesagt. Wo er jedem Auto­ren, jeder Auto­rin emp­fiehlt, sich selbst der größte Kri­ti­ker zu sein, da fällt es schwer, ihm nicht bei­zu­pflich­ten, der er gleich­zei­tig ein gro­ßer Fan sei­nes eige­nen Schaf­fens ist. Wolf Schnei­der tut aller­dings trotz all sei­ner Bemü­hun­gen um klare Spra­che und Ver­ständ­lich­keit dem Dis­kurs nicht nur unrecht, er beschä­digt ihn durch seine bloße Anwe­sen­heit. Dafür kann er nichts, zumin­dest wird er es kaum gewollt haben. Und doch ist es seine Funk­tion in die­sem Dis­kurs, die Rolle als Sprach­papst, als letzt­in­stanz­li­che Auto­ri­tät, die ihn zum trau­ri­gen Fanal des Schei­terns von Ver­stän­di­gung macht. […] → zu Ende lesen

Spielbericht: Bayern München gegen Olympique Lyon

Die Tak­tik­ta­fel wurde in die­ser Woche bei einem Expe­ri­ment der taz in ein neues Medium trans­por­tiert. Dort möchte man sehen, ob eine tak­ti­sche Ana­lyse neben der klas­si­schen Spiel­be­richt­er­stat­tung funk­tio­niert und natür­lich schauen, wie die Leser so eine Neue­rung anneh­men. Ich selbst ver­su­che ja mit die­ser Reihe, das Inter­esse für die Hin­ter­gründe des beau­ti­ful game beim Leser zu wecken, die mög­li­che Erklä­rungs­an­sätze bie­ten, wie der Fuß­ball funk­tio­niert. Dabei wer­den zwar man­che Berei­che des Sports ent­my­tho­lo­gi­siert, dafür aber erkennt der Betrach­ter viel­leicht eine  unge­ahnte Kom­ple­xi­tät des Spie­les und neue, span­nende Ein­drü­cke, die Fuß­ball immer wie­der reiz­voll machen. Nicht zuletzt den Spaß an Spie­len, die »nur was für Tak­tik­freunde sind«, wie es manch­mal abfäl­lig heißt. Nicht sel­ten übri­gens zu unrecht, weil Spiele auch ein­fach nur grot­ten­lang­wei­lig sein kön­nen. […] → zu Ende lesen



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