The Championships: Die Auslosung der deutschen Spieler

Zwei Wochen nach dem denk­wür­di­gen French Open-​​Finale in Paris ist der Tennis-​​Zirkus im „All Eng­land Lawn Ten­nis and Cro­quet Club“ ange­kom­men. Wim­ble­don – das tra­di­tio­nelle Jah­res­high­light – besitzt noch immer eine gera­dezu mys­ti­sche Anzie­hungs­kraft auf Spie­ler und Fans. Ob dies aus­schließ­lich an den star­ren Kon­ven­tio­nen, die rund um den „hei­li­gen Rasen“ peni­bel gepflegt wer­den, liegt, bleibt jedem Tennis-​​Freund selbst über­las­sen. Trotz der Kleid­er­re­gel „pre­do­mi­nantly white“ und dem freien Umgang mit der Setz­liste prä­sen­tie­ren sich die All Eng­land Cham­pi­onships in die­sem Jahr so modern, wie nie zuvor. Das gerade von Fern­seh­an­stal­ten lang ersehnte Dach über dem Centre Court sorgt für durch­gän­gi­gen Tennis-​​Genuss. Der Aus­spruch „play sus­pen­ded due to rain“ ist somit zumin­dest auf dem größ­ten Platz der Anlage Geschichte.

In Folge eins der Wimbledon-​​Serie wirft die Kon­text­schmiede einen Blick auf die Aus­lo­sung des drit­ten Majors und beleuch­tet dabei beson­ders die Par­tien der deut­schen Spie­ler. Zehn Her­ren und fünf Damen gehen mit unter­schied­li­chen Aus­sich­ten ins Rennen.

Den Rah­men für ein unver­gess­li­ches Event set­zen die Fina­lis­ten der letz­ten Jahre. Rafael Nadal geht als ange­schla­ge­ner Titel­ver­tei­di­ger an den Start (siehe Update), Roger Fede­rer strebt die Wie­der­er­obe­rung sei­nes Ter­rains an. Dazwi­schen tum­meln sich jedoch auch einige deut­sche Akteure, deren Poten­zial auf Rasen schein­bar am bes­ten zur Gel­tung kommt.

Rai­ner Schütt­ler, an Posi­tion 18 ein­ge­stuft, pro­fi­tiert von sei­ner letzt­jäh­ri­gen Halb­fi­nal­teil­nahme und klet­tert so, abwei­chend von der aktu­el­len Welt­rang­liste, einige Setz­plätze nach oben. Trotz einer bis­lang schwa­chen Sai­son ist der „Shaker“ im Auf­takt­spiel gegen Xavier Malisse (Bel­gien) als Favo­rit zu sehen. Mit jeder Menge Selbst­ver­trauen durch sei­nen Tur­nier­sieg im west­fä­li­schen Halle im Gepäck reist Tommy Haas nach Lon­don. Als 24. der Setz­liste dürfte ihm Alex­an­der Peya (Öster­reich) kaum Pro­bleme berei­ten. Mit Phil­ipp Kohl­schrei­ber (27) taucht ein drit­ter deut­scher Spie­ler unter den Gesetz­ten auf. Der Schwung der letz­ten Wochen sollte zumin­dest für einen Erst­run­den­er­folg über Flo­rent Serra (Frank­reich) ausreichen.

Ben­ja­min Becker, vor allem als Sie­ger gegen Andre Agassi im letz­ten Match der Kar­riere des Super­stars in die Tennis-​​Geschichte ein­ge­gan­gen, hat sich unter den Top 100 zurück­ge­mel­det und ist auf Gras nicht zu unter­schät­zen. In Lon­don trifft er auf Robert Kara­nu­sic. Zu beach­ten ist auch der junge Mischa Zverev, dem zu Wün­schen ist, mehr Ver­trauen in sein vor­züg­li­ches Serve-​​and-​​volley-​​Spiel zu haben. Zum Auf­takt war­tet mit dem Rus­sen Dmitry Tur­sunov (25) aller­dings ein gesetz­ter Akteur.

Außer­dem am Start sind Phil­ipp Petz­sch­ner gegen Rajeev Ram (USA), Björn Phau gegen Vic­tor Cri­voi (Rumä­nien), Nico­las Kie­fer gegen And­rei Pavel (Rumä­nien), Simon Greul gegen Michael Yani (USA) und Andreas Beck gegen Mar­cel Gra­nol­lers (Spanien).

Im Damen-​​Tableau sind beson­ders Sabine Lisi­cki gegen die an Posi­tion 32 gesetzte Anna Chak­ve­tadze (Russ­land) und Anna-​​Lena Grö­ne­feld, die gegen die Inde­rin Sania Mirza antre­ten muss, zu beach­ten. Außen­sei­ter­chan­cen müs­sen dem deut­schen Top-​​Duo min­des­tens ein­ge­räumt wer­den. Zudem spie­len mit deut­lich weni­ger Aus­sicht auf Erfolg Tat­jana Malek gegen Jelena Dokic (Aus­tra­lien), Julia Goer­ges gegen Jelena Jan­ko­vic (6/​Serbien) und Kris­tina Bar­rois gegen Jie Zheng (16/​China).

Update 19.06. 23:50

Rafael Nadal hat sei­nen Start in Wim­ble­don abge­sagt. Der spa­ni­sche Welt­rang­lis­ten­spit­zen­rei­ter kann sei­nen Titel damit nicht ver­tei­di­gen. Nach zwei ver­lo­re­nen Test­par­tien gegen Lley­ton Hewitt (Aus­tra­lien) und Sta­nis­las Wawrinka (Schweiz) teilte Nadal sei­nen Ent­schluss auf einer eigens anbe­raum­ten Pres­se­kon­fe­renz mit. Seine Knie­pro­bleme seien zwar nicht chro­nisch, doch müsse er sich erst ein­mal erho­len, so der 23-​​Jährige. Damit eröff­net sich nun Roger Fede­rer die Mög­lich­keit, mit sei­nem sechs­ten Wimbledon-​​Erfolg an die Welt­spitze zurück zu keh­ren.

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