The Championships: Finale ohne königlichen Besuch?

Der bri­ti­sche Traum ist geplatzt. Queen Eli­sa­beth wird wohl kaum zum Wimbledon-​​Finale in den „All Eng­land Lawn Ten­nis and Cro­quet Club“ kom­men. Andy Mur­ray, lokale Tennis-​​Hoffnung auf dem „hei­li­gen Rasen“, musste sich im Halb­fi­nale Andy Rod­dick in vier Sät­zen geschla­gen geben. Damit ver­passte der Schotte die Chance, als ers­ter Brite seit Henry Aus­tin 1938 ins End­spiel des wich­tigs­ten Major-​​Events der Sai­son ein­zu­zie­hen. Zuvor wurde wild spe­ku­liert, ob die Queen zum ers­ten Mal seit 32 Jah­ren die Anlage an der Church Road beeh­ren wolle. Zumin­dest waren noch keine öffent­li­chen Ter­mine für den Final­sonn­tag ange­setzt, ver­kün­dete das Königshaus.

Ein Duell zwi­schen dem US-​​Amerikaner Rod­dick und dem Schwei­zer Tour-​​Dominator Roger Fede­rer wird sich Eli­sa­beth II. aller Wahr­schein­lich­keit nach nicht anschauen. Die Zuschauer im Lon­do­ner Bezirk SW19 dür­fen sich auch ohne ihren Lieb­ling Andy Mur­ray auf spek­ta­ku­lä­res Ten­nis freuen. Ob die Par­tie die nötige Span­nung für ein epo­cha­les End­spiel lie­fern kann, ist aller­dings frag­lich.

Bereits zwei­mal spiel­ten Fede­rer und Rod­dick um den Wimbledon-​​Titel. 2004 und 2005 setzte sich der Schwei­zer durch und gilt nicht nur durch diese bei­den Erfolge als Top­fa­vo­rit auf sei­nen 15. Grand Slam-​​Triumph. Die Art und Weise, wie Fede­rer im Halb­fi­nale Tommy Haas nach Hause schickte, hätte sogar die wenig ten­nis­be­geis­terte Queen beein­druckt. Kei­nen ein­zi­gen Break­ball konnte sich Haas erspie­len. Leicht­fü­ßig und hoch kon­zen­triert been­dete Fede­rer den Traum des Deutschen.

Die Wün­sche der bri­ti­schen Ten­nis­fans blei­ben eben­falls ein wei­te­res Jahr uner­füllt. Seit Fred Perry im Jahr 1936 konnte kein Spie­ler der Insel mehr in Wim­ble­don gewin­nen. Am enor­men Druck schei­terte bereits Tim Hen­man, der sich ver­geb­lich abmühte, das End­spiel auf dem „hei­li­gen Rasen“ zu errei­chen. Nun hielt auch Andy Mur­ray der Erwar­tungs­hal­tung sei­ner Lan­des­leute nicht stand. Andy Rod­dick reichte eine durch­schnitt­li­che Vor­stel­lung gegen den Schot­ten. Der här­teste Auf­schlä­ger der Welt hat sich die Chance auf den zwei­ten Major-​​Titel sei­ner Kar­riere mit druck­vol­lem Spiel den­noch durch­aus ver­dient. Um den mit Voll­dampf durch­star­ten­den „Fed-​​Express“ im End­spiel zu for­dern ist aller­dings eine enorme Leis­tungs­stei­ge­rung von Nöten.

Andy Mur­ray wird in den kom­men­den Jah­ren wei­tere Mög­lich­kei­ten erhal­ten, die Queen nach Wim­ble­don zu locken. Der 22-​​Jährige bleibt der Hoff­nungs­trä­ger im Tennis-​​Mekka. Tau­sende Fans auf dem »Mur­ray Moun­tain«, wie die Fans die Lie­ge­wiese nahe dem Platz eins nen­nen, wer­den ihm sicher­lich die Treue hal­ten. 73 Jahre muss­ten die bri­ti­schen Tennis-​​Fans auf einen Cham­pion war­ten. Da kommt es auf das ein oder andere Jahr mehr nun wirk­lich nicht an.

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