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	<title>Kommentare zu: Wir und die Anderen</title>
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	<description>Wir schaffen Zusammenhänge</description>
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		<title>Von: maks</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wir-und-die-anderen/comment-page-1/#comment-153</link>
		<dc:creator>maks</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 17:43:45 +0000</pubDate>
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		<description>Ich hatte mal ein kurzes Gespräch mit einem Musiker aus Südafrika gehabt. Er erzählte mir eine Geschichte: Nach einem Konzert in Deutschland wurde ihm eine Unterkunft bei einem katholischen Pfarrer zugeteilt. Der Percussionist lebt schon seit mehreren Jahren in Deutschland und hat seine Meinung über den konservativen Bürger gebildet, welcher in der Idee eines katholischen Pfarrers seiner steriotypischen Form sicherlich gerecht wird. Der Gast und der Gastgeber kannten sich nicht. Beim Betreten der Wohnung war die Meinung meines Bekannten sofort ausgehärtet. Das biedere Domizil eines Bürgers, braune Töne, ein Hirschgeweih an der Wand ließen tief in die Seele des Pfarrers blicken. Nach einem Kurzen Intermezzo mit Kaffee und Kecksen (wie typisch!), nachdem er erfuhr dass sein Gast ein Musiker ist, bot der Gastgeber meinem entmutigten Bekannten seine Schallplattensammlung anzusehen. Oh nein, gleich wird es unerträglich, Schlagermusik! dachten der Percussionist. Die Verwunderung war groß und ließ das ganze Gebilde seiner ausgehärteten Kategorien wie ein im Staub sich auflösender Golem zerspringen. Der Pfarrer besaß eine seltene Schallplatte von Fela Kuti, dem Begründer des Afrobeats.

....soviel zu Steriotypen</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mal ein kurzes Gespräch mit einem Musiker aus Südafrika gehabt. Er erzählte mir eine Geschichte: Nach einem Konzert in Deutschland wurde ihm eine Unterkunft bei einem katholischen Pfarrer zugeteilt. Der Percussionist lebt schon seit mehreren Jahren in Deutschland und hat seine Meinung über den konservativen Bürger gebildet, welcher in der Idee eines katholischen Pfarrers seiner steriotypischen Form sicherlich gerecht wird. Der Gast und der Gastgeber kannten sich nicht. Beim Betreten der Wohnung war die Meinung meines Bekannten sofort ausgehärtet. Das biedere Domizil eines Bürgers, braune Töne, ein Hirschgeweih an der Wand ließen tief in die Seele des Pfarrers blicken. Nach einem Kurzen Intermezzo mit Kaffee und Kecksen (wie typisch!), nachdem er erfuhr dass sein Gast ein Musiker ist, bot der Gastgeber meinem entmutigten Bekannten seine Schallplattensammlung anzusehen. Oh nein, gleich wird es unerträglich, Schlagermusik! dachten der Percussionist. Die Verwunderung war groß und ließ das ganze Gebilde seiner ausgehärteten Kategorien wie ein im Staub sich auflösender Golem zerspringen. Der Pfarrer besaß eine seltene Schallplatte von Fela Kuti, dem Begründer des Afrobeats.</p>
<p>.…soviel zu Steriotypen</p>
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		<title>Von: Sabine Schiffer</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wir-und-die-anderen/comment-page-1/#comment-148</link>
		<dc:creator>Sabine Schiffer</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 10:44:51 +0000</pubDate>
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		<description>Doch ich meinte schon den Begriff Rassismus, aber es spricht in der Tat einiges dafür, den (auch für die breite Öffentlichkeit) zu klären statt zu umgehen - angesichts der Tatsache der fehlenden Menschenrassen sowieso... Ich hatte es mal eine Weile mit dem Begriff Diskriminierung versucht, aber der ist zu aktiv. Es geht ja gerade um unreflektierte Muster. Dazu gibt es von der EU übrigens eine schöne Broschüre, die mehrere Kategorien der von Rassismus betroffenen visualisiert (besonders Seite 6 gefällt mir daraus) - es heißt &quot;Ich - Rassist?&quot; und ist z.B. hier zu finden: http://ec.europa.eu/publications/archives/young/01/txt_whatme_racist_en.pdf</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Doch ich meinte schon den Begriff Rassismus, aber es spricht in der Tat einiges dafür, den (auch für die breite Öffentlichkeit) zu klären statt zu umgehen — angesichts der Tatsache der fehlenden Menschenrassen sowieso… Ich hatte es mal eine Weile mit dem Begriff Diskriminierung versucht, aber der ist zu aktiv. Es geht ja gerade um unreflektierte Muster. Dazu gibt es von der EU übrigens eine schöne Broschüre, die mehrere Kategorien der von Rassismus betroffenen visualisiert (besonders Seite 6 gefällt mir daraus) — es heißt »Ich — Rassist?« und ist z.B. hier zu finden: <a  href="http://ec.europa.eu/publications/archives/young/01/txt_whatme_racist_en.pdf" rel="nofollow">http://ec.europa.eu/publications/archives/young/01/txt_whatme_racist_en.pdf</a></p>
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		<title>Von: Manfred</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wir-und-die-anderen/comment-page-1/#comment-147</link>
		<dc:creator>Manfred</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 02:52:42 +0000</pubDate>
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		<description>Ist es möglich, dass Sabine mit dem &quot;anderen Wort&quot; nicht auf den Rassismus-Begriff abzielte, sondern auf die von Dir selbst zu Benamsung aufgeforderte Gegenbewegung, ähnlich wie beim Feminismus als Gegenbewegung gegen Geschlech­ter­dis­kri­mi­nie­rung? Sowas wie &quot;Egalitarismus&quot; [fiel mir eben so ein]. Damit man nicht auf Leute zugehen muss mit dem Anwurf &quot;Sie sind ja Rassist!&quot;, sondern mit der deeskalierenden Formel &quot;Lassen Sie uns das Ganze doch etwas egalitaristischer angehen!&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es möglich, dass Sabine mit dem »anderen Wort« nicht auf den Rassismus-Begriff abzielte, sondern auf die von Dir selbst zu Benamsung aufgeforderte Gegenbewegung, ähnlich wie beim Feminismus als Gegenbewegung gegen Geschlech­ter­dis­kri­mi­nie­rung? Sowas wie »Egalitarismus« [fiel mir eben so ein]. Damit man nicht auf Leute zugehen muss mit dem Anwurf »Sie sind ja Rassist!«, sondern mit der deeskalierenden Formel »Lassen Sie uns das Ganze doch etwas egalitaristischer angehen!«.</p>
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		<title>Von: erz</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wir-und-die-anderen/comment-page-1/#comment-146</link>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 13:56:37 +0000</pubDate>
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		<description>Nun ja, ganz so einfach ist es leider nicht. Ich habe hier bewusst eine zugespitzte Uminterpretation des Rassismusbegriffs vorgenommen, damit im Kontext dieser Seite ein wohlgesonnener Leser seine eigene Wahrnehmung von Rassismus und Diskriminierung überprüfen kann. Damit versuche ich tentativ, Konzepte wie &quot;othering&quot; aus sehr speziellen, wenig zugänglichen, wissenschaftlichen Diskursen in eine zugänglichere Form zu bringen. Deswegen bin ich aber nicht dafür, den Rassismusbegriff durch ein anderes Wort zu ersetzen. In anderen Kontexten schafft er erst die notwendige Trennschärfe. Wenn ein Konzept nicht verstanden wird, hilft es nicht, ihm einen neuen Namen zu geben.

Rassismus wird im Alltag nun einmal als ideologischer Kampfbegriff zur wechselseitigen Diffamierung eingesetzt, da halte ich es in anderen Kontexten für absolut kontraproduktiv, zu dieser Polarisierung auch noch aktiv beizutragen. Insbesondere wenn Rassismus, wie im Fall des Polizisten, der ohne zureichende Information vor die undankbarste aller Aufgaben gestellt war, auf wen er schießen soll, zum Vorwurf gemacht wird, dient das wohl kaum einer Begriffsklärung. Noch dazu, wenn der Vorwurf in einem sehr voreingenommenen Umfeld (sic!) geäußert wird, das kaum eine andere Interpretation als spalterische Polemik zulässt. Verständigung sieht in meinen Augen anders aus.

Ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Fall Marwa el Sherbini würden mich dazu brennend interessieren, insbesondere, ob Sie die anschließenden Entwicklung als Lernprozess begreifen und daraus neue Erkenntnisse ableiten. Außerdem wüsste ich gern, wo nach Ihrem Selbstverständnis die Grenze zwischen ideologisch motivierter Agitation und Aufklärung verläuft. Ein Dilemma, das zu lösen den Feminismus bis heute plagt.

Besten Dank für Ihr Interesse und die uns erwiesene Aufmerksamkeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ja, ganz so einfach ist es leider nicht. Ich habe hier bewusst eine zugespitzte Uminterpretation des Rassismusbegriffs vorgenommen, damit im Kontext dieser Seite ein wohlgesonnener Leser seine eigene Wahrnehmung von Rassismus und Diskriminierung überprüfen kann. Damit versuche ich tentativ, Konzepte wie »othering« aus sehr speziellen, wenig zugänglichen, wissenschaftlichen Diskursen in eine zugänglichere Form zu bringen. Deswegen bin ich aber nicht dafür, den Rassismusbegriff durch ein anderes Wort zu ersetzen. In anderen Kontexten schafft er erst die notwendige Trennschärfe. Wenn ein Konzept nicht verstanden wird, hilft es nicht, ihm einen neuen Namen zu geben.</p>
<p>Rassismus wird im Alltag nun einmal als ideologischer Kampfbegriff zur wechselseitigen Diffamierung eingesetzt, da halte ich es in anderen Kontexten für absolut kontraproduktiv, zu dieser Polarisierung auch noch aktiv beizutragen. Insbesondere wenn Rassismus, wie im Fall des Polizisten, der ohne zureichende Information vor die undankbarste aller Aufgaben gestellt war, auf wen er schießen soll, zum Vorwurf gemacht wird, dient das wohl kaum einer Begriffsklärung. Noch dazu, wenn der Vorwurf in einem sehr voreingenommenen Umfeld (sic!) geäußert wird, das kaum eine andere Interpretation als spalterische Polemik zulässt. Verständigung sieht in meinen Augen anders aus.</p>
<p>Ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Fall Marwa el Sherbini würden mich dazu brennend interessieren, insbesondere, ob Sie die anschließenden Entwicklung als Lernprozess begreifen und daraus neue Erkenntnisse ableiten. Außerdem wüsste ich gern, wo nach Ihrem Selbstverständnis die Grenze zwischen ideologisch motivierter Agitation und Aufklärung verläuft. Ein Dilemma, das zu lösen den Feminismus bis heute plagt.</p>
<p>Besten Dank für Ihr Interesse und die uns erwiesene Aufmerksamkeit.</p>
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		<title>Von: Sabine Schiffer</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wir-und-die-anderen/comment-page-1/#comment-145</link>
		<dc:creator>Sabine Schiffer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 18:36:38 +0000</pubDate>
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		<description>Ja - genau so isses! Und wenn uns ein anderes Wort einfällt, um das Phänomen zu beschreiben, wäre es vielleicht gut. Denn die Signalwirkung des Rassismusbegriffs scheint eher von diesen allgemeingültigen Mechanismen abzulenken, weil zu erschrecken, als zur Selbstreflexion einzuladen. Das idaev.de beschäftigt sich exemplarisch mit einzelnen Aspekten von Rassismus und dort heißt es nicht umsosnst, dass der Anmahmer von rassistischen Strukturen immer noch mehr Empörung auslöst, als der ganz alltägliche Rassismus selbst. Wer subtile, unbewusste, also nicht kontrollierte Denk- und Handlungsmuster eingestehen würde, glaubt vielleicht, damit dem Stand der Aufklärung zu widersprechen - das Gegenteil ist der Fall.
Danke für diesen Beitrag!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja — genau so isses! Und wenn uns ein anderes Wort einfällt, um das Phänomen zu beschreiben, wäre es vielleicht gut. Denn die Signalwirkung des Rassismusbegriffs scheint eher von diesen allgemeingültigen Mechanismen abzulenken, weil zu erschrecken, als zur Selbstreflexion einzuladen. Das idaev.de beschäftigt sich exemplarisch mit einzelnen Aspekten von Rassismus und dort heißt es nicht umsosnst, dass der Anmahmer von rassistischen Strukturen immer noch mehr Empörung auslöst, als der ganz alltägliche Rassismus selbst. Wer subtile, unbewusste, also nicht kontrollierte Denk– und Handlungsmuster eingestehen würde, glaubt vielleicht, damit dem Stand der Aufklärung zu widersprechen — das Gegenteil ist der Fall.<br />
Danke für diesen Beitrag!</p>
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