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	<title>Kommentare zu: Wissenschaft und Gesellschaft: Der Elfenbeinturm ist ein Hemmschuh für Bildungsreformen</title>
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	<description>Wir schaffen Zusammenhänge</description>
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		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wissenschaft-und-gesellschaft-der-elfenbeinturm-ist-ein-hemmschuh-fur-bildungsreformen/comment-page-1/#comment-113</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 21:18:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://kontextschmiede.de/?p=847#comment-113</guid>
		<description>Das meinte ich ja: Manche Disziplinen sind eben zentraler.  Und ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob eine theoretische Klammer um alle Wissenschaften möglich ist (aber das ist jetzt nicht Thema).

Wissenschaftler sollen sich ja öffentlich äußern (und ihre speziellen Diskurse verlassen),  aber das wird entweder allgemein politisch sein oder allgemein fachlich. Sehr selten werden sie detailliert über ihr Arbeitsgebiet zu einem breiten, allgemeinen Publikum sprechen oder schreiben.  

Wenn private oder industrielle Forschung nicht staatlich unterstützt oder getragen wird, dann ist die Verantwortlichkeit gegenüber der Allgemeinheit eine andere (sie ist wie die jedes anderen Bürgers auch).

Wissenschaft ist wesensmäßig nicht volksnah - ein Doktorrand der Jahre mit einem Detailproblem verbringt hat mit der normalen Alltagswelt wenig gemein. Und er ist auch kein Dienstleister, er versucht primär ein wissenschaftliches Problem zu lösen. Der Dienstleister handelt in einem bestimmten Interesse, Grundlagenforschung beispielsweise tut das nicht.  

In Summe: Wissenschaftler sollen sich am öffentlichen Diskurs beteiligen (ebenso Universitäten), und sich zu gesellschaftsrelevanten Themen äußern. Aber ich bin skeptisch was volksnähe betrifft (was auch immer das eigentlich genau meint).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das meinte ich ja: Manche Disziplinen sind eben zentraler.  Und ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob eine theoretische Klammer um alle Wissenschaften möglich ist (aber das ist jetzt nicht Thema).</p>
<p>Wissenschaftler sollen sich ja öffentlich äußern (und ihre speziellen Diskurse verlassen),  aber das wird entweder allgemein politisch sein oder allgemein fachlich. Sehr selten werden sie detailliert über ihr Arbeitsgebiet zu einem breiten, allgemeinen Publikum sprechen oder schreiben.  </p>
<p>Wenn private oder industrielle Forschung nicht staatlich unterstützt oder getragen wird, dann ist die Verantwortlichkeit gegenüber der Allgemeinheit eine andere (sie ist wie die jedes anderen Bürgers auch).</p>
<p>Wissenschaft ist wesensmäßig nicht volksnah — ein Doktorrand der Jahre mit einem Detailproblem verbringt hat mit der normalen Alltagswelt wenig gemein. Und er ist auch kein Dienstleister, er versucht primär ein wissenschaftliches Problem zu lösen. Der Dienstleister handelt in einem bestimmten Interesse, Grundlagenforschung beispielsweise tut das nicht.  </p>
<p>In Summe: Wissenschaftler sollen sich am öffentlichen Diskurs beteiligen (ebenso Universitäten), und sich zu gesellschaftsrelevanten Themen äußern. Aber ich bin skeptisch was volksnähe betrifft (was auch immer das eigentlich genau meint).</p>
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		<title>Von: erz</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wissenschaft-und-gesellschaft-der-elfenbeinturm-ist-ein-hemmschuh-fur-bildungsreformen/comment-page-1/#comment-111</link>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 13:39:26 +0000</pubDate>
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		<description>Die Wissenschaft gibt es sehr wohl - ich fasse einfach alle akademischen Disziplinen zusammen, die laut Eigendefinition Wissenschaft sind. Für Astrophysiker wie Anthropologen austronesischer Wanderbewegungen gilt gleichermaßen, dass sie den ideellen Wert von Wissen an sich für die Gesellschaft befeuern. Aus jedem Orchideenfach kann auch Relevanz für gesellschaftliche Diskurse erwachsen, auch wenn manche Disziplinen zentraler für öffentliche Debatten sind als andere. Volksnähe möchte ich jedoch allen wünschen.

Die Forderung nach Öffentlichkeit von Forschern ist Vorraussetzung dafür, dass andere Bedingungen entstehen. Die müssen Wissenschaftler schon selbst schaffen - wenn man sein Tun nie in nichtakademische Diskurse einbringen will, wird man auch außerhalb akademischer Diskurse nie wahr- oder ernstgenommen. Das gilt auch für Forscher an privaten Forschungseinrichtungen oder in den Entwicklungsabteilungen der Industrie.

An holländischen Universitäten tut man sich übrigens leichter, Versuchspersonen aus der Bevölkerung zu gewinnen, anstatt immer nur die eigenen Studenten zu testen. Dort versteht sich die Universität auch mehr als Dienstleister ihrer Gemeinde. Es werden die Bürger mit Informationsangeboten und Events bedient, nicht nur potentielle Großsponsoren aus der Wirtschaft hofiert. Zumindest für die deutschen Universitäten, die ich kenne, fehlt so eine Anbindung an die Gemeinde. Wissenschaft ist nicht volksnah.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaft gibt es sehr wohl — ich fasse einfach alle akademischen Disziplinen zusammen, die laut Eigendefinition Wissenschaft sind. Für Astrophysiker wie Anthropologen austronesischer Wanderbewegungen gilt gleichermaßen, dass sie den ideellen Wert von Wissen an sich für die Gesellschaft befeuern. Aus jedem Orchideenfach kann auch Relevanz für gesellschaftliche Diskurse erwachsen, auch wenn manche Disziplinen zentraler für öffentliche Debatten sind als andere. Volksnähe möchte ich jedoch allen wünschen.</p>
<p>Die Forderung nach Öffentlichkeit von Forschern ist Vorraussetzung dafür, dass andere Bedingungen entstehen. Die müssen Wissenschaftler schon selbst schaffen — wenn man sein Tun nie in nichtakademische Diskurse einbringen will, wird man auch außerhalb akademischer Diskurse nie wahr– oder ernstgenommen. Das gilt auch für Forscher an privaten Forschungseinrichtungen oder in den Entwicklungsabteilungen der Industrie.</p>
<p>An holländischen Universitäten tut man sich übrigens leichter, Versuchspersonen aus der Bevölkerung zu gewinnen, anstatt immer nur die eigenen Studenten zu testen. Dort versteht sich die Universität auch mehr als Dienstleister ihrer Gemeinde. Es werden die Bürger mit Informationsangeboten und Events bedient, nicht nur potentielle Großsponsoren aus der Wirtschaft hofiert. Zumindest für die deutschen Universitäten, die ich kenne, fehlt so eine Anbindung an die Gemeinde. Wissenschaft ist nicht volksnah.</p>
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		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://kontextschmiede.de/wissenschaft-und-gesellschaft-der-elfenbeinturm-ist-ein-hemmschuh-fur-bildungsreformen/comment-page-1/#comment-110</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 08:05:09 +0000</pubDate>
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		<description>Die Wissenschaft gibt es nicht. Von wem reden wir? Soziologie? Natur- oder Geisteswissenschaft? Das Fach- bzw. Arbeitsgebiet ist für die öffentliche Relevanz entscheidend. 

Nicht jeder Wissenschaftler wird öffentlich gefördert, es gibt auch private Forschungseinrichtungen.

Viele Wissenschaftler (vor allem in der Naturwissenschaft) arbeiten an Detailproblemen, die immens schwer zu vermitteln sind, und fast immer Randthemen bleiben werden. Zudem sollte man nicht vergessen, dass viele Wissenschaftler ein hohes Arbeitspensum wahrnehmen müssen um dorthin zu gelangen (und weiter zu bleiben), wo sie gerade sind. 

Vielleicht ist es tatsächlich die Form des öffentlichen Diskurses, die manchen Wissenschaftler abschreckt, nicht weil er nicht wissenschaftlich, sondern weil er enttäuschend ist. 

Generell befürworte ich die verstärkte Beteiligung von Wissenschaftlern an dem was man als Öffentlichkeit bezeichnet, ich bin nur skeptisch ob diese Forderung realistisch ist (jenseits einer seltenen Thematisierung der eigenen Arbeit). Vielleicht muss man auch andere Bedingungen schaffen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaft gibt es nicht. Von wem reden wir? Soziologie? Natur– oder Geisteswissenschaft? Das Fach– bzw. Arbeitsgebiet ist für die öffentliche Relevanz entscheidend. </p>
<p>Nicht jeder Wissenschaftler wird öffentlich gefördert, es gibt auch private Forschungseinrichtungen.</p>
<p>Viele Wissenschaftler (vor allem in der Naturwissenschaft) arbeiten an Detailproblemen, die immens schwer zu vermitteln sind, und fast immer Randthemen bleiben werden. Zudem sollte man nicht vergessen, dass viele Wissenschaftler ein hohes Arbeitspensum wahrnehmen müssen um dorthin zu gelangen (und weiter zu bleiben), wo sie gerade sind. </p>
<p>Vielleicht ist es tatsächlich die Form des öffentlichen Diskurses, die manchen Wissenschaftler abschreckt, nicht weil er nicht wissenschaftlich, sondern weil er enttäuschend ist. </p>
<p>Generell befürworte ich die verstärkte Beteiligung von Wissenschaftlern an dem was man als Öffentlichkeit bezeichnet, ich bin nur skeptisch ob diese Forderung realistisch ist (jenseits einer seltenen Thematisierung der eigenen Arbeit). Vielleicht muss man auch andere Bedingungen schaffen.</p>
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