Entscheidungen im Fußball – von der Individualtaktik zur Mannschaftstaktik

Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese Feststellung gilt insbesondere für den sportlichen Wettkampf, folglich auch für den Fußball. Es geht in jeder Stuation des Spiels darum, die besseren Entscheidungen zu treffen. Die Grundlagen für diese Entscheidungen werden zwar im Training gelegt, aber jeder Trainer muss schließlich Adi Preißler zustimmen: „Entscheidend is auf’m Platz.“

Het moeilijkste voor een coach is de spelers de keuze te laten. Maar dat is wel wat het is; voetbal is een keuzesport.

Louis van Gaal

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Culinary Short Cuts: Die Schokobombe

Ich sage es frei heraus: Backen ist nicht meins. Irgendwie fehlt mir das direkte Feedback, die Möglichkeit, abschmeckend in den Garprozess eingreifen zu können. Wenn das Backgut erst im Ofen ist, ist es zu spät für Korrekturen. Dementsprechend muss sich der geneigte Hobbykoch in Dessertfragen geradezu sklavisch an die Mengenangaben aus dem Rezeptbuch halten. Wohl dem, der eine auf das Mikrogramm geeichte Küchenwaage hat.

Dummerweise gehört zu einem vollendeten Menü auch ein Nachtisch. Außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten, zu denen man einen Kuchen beisteuern soll. So lange Kalorien oder Kakaoallergie kein einschränkender Faktor sind, ist das folgende Rezept die Geheimwaffe der Backmuffel. Alle Zutaten können mit Hohlmaßen wie Esslöffel oder Tassen „abgewogen“ werden oder einfach nach Augenmaß vermengt. Wenn der geneigte Leser oder die Leserin sich nur ein Dessertrezept aneignen möchte, dürfte dieses das passende sein. […] → zu Ende lesen

Position vs Funktion – Begriffsklärung für die Taktiktafel

Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.

1. Position

Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren. […] → zu Ende lesen

Geschlechterverwirrung

Als ich mit den Recherchen zum folgenden Artikel begann, hatte ich eine aufklärerische Story über die Geschlechterdebatte und den katalytischen Effekt von Sportereignissen für gesellschaftliche Diskurse im Sinn. Caster Semanya hatte gerade den 800-Meter-Lauf der Frauen gewonnen, da stürzte sich die Weltöffentlichkeit auf ihr Privatleben. Sie sei womöglich keine Frau, der Sieg somit erschlichen. Über ihr Geschlecht wurde öffentlich spekuliert, Vorurteile willfährig bedient, auch die beteiligten Funktionäre der Leichtathletik erschienen in keinem guten Licht. Ich wollte das Schicksal von Caster Semanya als Aufhänger nehmen, um über Diskriminierung und Rückständigkeit zu schreiben. Einige Emailanfragen, Dokumentensichtungen und Telefonate später beschloss ich, statt dessen über Menschen zu schreiben. Und darüber, wie Menschen dem Unbekannten begegnen.

Ein Ingenieur, ein Mathematiker und ein Philosoph entdecken auf einer Wandertour durch Schottland ein einzelnes, schwarzes Schaf. „Na so was, in Schottland sind die Schafe schwarz“ meint der Ingenieur. „Das kannst du gar nicht wissen,“ verbessert ihn der Mathematiker, „wir wissen nur, dass es mindestens ein schwarzes Schaf in Schottland gibt.“ „Eigentlich,“ wirft der Philosoph ein, „sehen wir nur, dass es auf der uns zugewandten Seite schwarz ist.“

Weil uns in der Welt immer wieder Männer und Frauen begegnen, nehmen die meisten Menschen an, es gebe genau diese zwei Geschlechter. Diese Unterteilung der Menschheit ist in unserer Gesellschaft so fest verankert, dass sie nie hinterfragt wird. Wir sind keine Mathematiker und keine Philosophen, zumindest sind wir das nicht ständig und selten bei banalen Alltagsweisheiten. Alle Menschen sind entweder männlich oder weiblich. […] → zu Ende lesen

„The brutality was immense“

Am 25. 06. 2009 findet an der Heinrich-Heine-Universtität Düsseldorf eine Tagung zum Thema „Folter und Zukunft“ statt. Denis Goldberg, langjähriger Weggefährte Nelson Mandelas, berichtet von seinen Erfahrungen mit der Unmenschlichkeit.

Als ich den Hörsaal vor Beginn der Veranstaltung betrete, ist kaum jemand da. Zwei Männer in Anzügen diskutieren vor dem Podium. Ein Kommilitone sitzt verloren in der mittleren Reihe des Auditoriums. Ich grüße ihn, setze mich daneben und frage verwundert, wo denn all die Leute bleiben. Der heutige Gast hat schließlich einiges zum Thema „Folter und Zukunft“ zu sagen. 22 Jahre verbrachte Denis Goldberg als politischer Häftling im Zentralgefängnis von Pretoria. Das Apartheidsregime Südafrikas trennte den weißen Bürgerrechtler von Nelson Mandela und anderen schwarzen Weggefährten, die auf der Gefängnisinsel Robben inhaftiert waren.

Apartheid ist die politisch verordnete Trennung und systematische Diskriminierung von Staatsbürgern nach „rassischen“ Kriterien. Beinahe fünf Jahrzehnte bestimmte sie das Leben und das Leid der Mehrheit der Bevölkerung, die nicht zur herrschenden „Rasse der Weißen“ zählte oder sich gegen die Unterdrücker auflehnte. Denis Goldberg erfuhr in dieser Zeit am eigenen Leib, was es heißt, sich gegen ein Unrechtsregime zur Wehr zu setzen.
Die Menschenrechte zu respektieren bedeutet auch, Folter zu verhindern.
Langsam füllt sich der Saal. Als auch der Gast aus Südafrika den Raum betritt, wirkt er humorvoll und aufgeschlossen. Er stellt sich in lockerer Pose seinen Zuhörern vor. Im Laufe seines Berichts allerdings weicht die Lockerheit aus Goldbergs Zügen. Er sah den Lauf eines Revolvers auf sich gerichtet und Finger mit dem Abzug spielen. Es hieß, er könne reden, was er wolle. Am Ende werde er sowieso sterben.
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Das Ei ist der König der Küche

Das Ei ist der König der Küche

Das Ei verlangt nach höchster Aufmerksamkeit bei der Zubereitung. Dafür belohnt es den Koch mit seiner unübertroffenen Vielseitigkeit. Es ist das Schweizer Taschenmesser unter den Zutaten. Leider bekommt es selten die Aufmerksamkeit, die es verdient. Unseren Auftakt einer Serie zur Küchenalchemie bestreiten wir deshalb mit einem Hohelied auf den unbesungenen König der Küche in seiner reinsten Form: Dem Rührei.
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