Culinary Short Cuts: Die Schokobombe

Ich sage es frei heraus: Backen ist nicht meins. Irgendwie fehlt mir das direkte Feedback, die Möglichkeit, abschmeckend in den Garprozess eingreifen zu können. Wenn das Backgut erst im Ofen ist, ist es zu spät für Korrekturen. Dementsprechend muss sich der geneigte Hobbykoch in Dessertfragen geradezu sklavisch an die Mengenangaben aus dem Rezeptbuch halten. Wohl dem, der eine auf das Mikrogramm geeichte Küchenwaage hat.

Dummerweise gehört zu einem vollendeten Menü auch ein Nachtisch. Außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten, zu denen man einen Kuchen beisteuern soll. So lange Kalorien oder Kakaoallergie kein einschränkender Faktor sind, ist das folgende Rezept die Geheimwaffe der Backmuffel. Alle Zutaten können mit Hohlmaßen wie Esslöffel oder Tassen „abgewogen“ werden oder einfach nach Augenmaß vermengt. Wenn der geneigte Leser oder die Leserin sich nur ein Dessertrezept aneignen möchte, dürfte dieses das passende sein. […] → zu Ende lesen

Revolution im Land der fünf Trauben

Der Gault Millau Weinguide ist das Standardwerk für Weinfreunde in Deutschland. Das Wohl und Wehe der Winzer hängt von der „Bibel“, wie die Süddeutsche Zeitung über das Werk von Armin Diel und Joel Payne urteilte, ab. Spitzengüter erzittern, sobald sie zur Veröffentlichung im November erfahren, dass sie eine Trauben-Kategorie nach unten gerutscht sind. Kritik an der Allmacht des Weinführers gab es daher seit der Erstauflage im Jahr 1993. Nun hat ein Tropfen das sprichwörtliche (Wein-)Fass zum Überlaufen und die nach fünf Trauben geordnete Welt gehörig ins Wanken gebracht.
Aufgeschlagene Weinführer
14 Spitzenwinzer aus ganz Deutschland wollten sich nicht mit der neusten Marketingstrategie des Gault Millau abfinden. Mit 195 Euro können sich die Erzeuger an der Produktion des Werkes freiwillig beteiligen. Als Gegenleistung erhalten sie dafür zwei Belegexemplare, Urkunden und Aufkleber. „Unzulässige Verquickung von Marketing und Journalismus“, schrieen die Winzer auf und sorgten in einem offenen Brief an den Christian Verlag für die Palastrevolution im wohl sortierten Segment der Weinführer.
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Das Ei ist der König der Küche

Das Ei ist der König der Küche

Das Ei verlangt nach höchster Aufmerksamkeit bei der Zubereitung. Dafür belohnt es den Koch mit seiner unübertroffenen Vielseitigkeit. Es ist das Schweizer Taschenmesser unter den Zutaten. Leider bekommt es selten die Aufmerksamkeit, die es verdient. Unseren Auftakt einer Serie zur Küchenalchemie bestreiten wir deshalb mit einem Hohelied auf den unbesungenen König der Küche in seiner reinsten Form: Dem Rührei.
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Pimp your beer: Die Braunschweiger Mumme

Pimp your beer: Die Braunschweiger Mumme

Dass die Deutschen ein dogmatisches Verhältnis zu ihrem liebsten Getränk haben, kann man nicht unbedingt behaupten. Reinheitsgebot hin oder her, auch hierzulande kippen sich die Menschen einiges ins Bier. Während der Konsum von reinem Gerstensaft zurückgeht, haben Mischgetränke Konjunktur. Gerade in der warmen Jahreszeit gelten Alsterwasser, Radler oder Diesel als erfrischende Alternative zum ewig gleichen Pils. Neben diesen Klassikern der Biermischgetränke sind in den letzten Jahren immer fragwürdigere Kombinationen auf dem Markt erschienen. Drachenfrucht oder Capuccino gehören zu den merkwürdigsten Zutaten, die in der Post-Alkopop-Welt überlebt haben. Eine weitaus ältere, doch kaum bekannte Misch-Komponente ist die Braunschweiger Mumme.
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Die Wachau – Zwischen Heurigen und Weltkulturerbe

Die Wachau – Zwischen Heurigen und Weltkulturerbe

Hoch steht die warme Sonne am strahlend blauen Himmel. Verspielt glitzern ihre Strahlen auf der ruhig dahin fließenden Donau. Wenige Schritte vom Ufer entfernt erstrecken sich saftig grüne Weingärten, unterbrochen nur von einer verschlafen wirkenden Siedlung. Wahrlich ein idyllisches Fleckchen Land hier Mitten in Niederösterreich. Doch schnell ist es vorbei mit der Ruhe in der Wachau. Großstädter und Touristen beschleunigen das sonst so gemächliche Tempo in der ländlichen Umgebung merklich. „Sonntags kommen die Wiener“, seufzen dann die Wirte der zahlreichen Heurigen und hoffen auf eine schnelle Abreise der ungeliebten Gäste.

Das Interesse an einem der wohl besten Anbaugebiete für trockene Weißweine kann jedoch kaum überraschen. Die Wachau ist nämlich längst kein Geheimtipp mehr. Weltweit sind die Spitzenerzeugnisse aus den Kellern der Winzer zwischen Spitz und Krems bekannt und werden geschätzt. Zwar erstreckt sich die Flusslandschaft nur über 30 Kilometer, doch fördert das besondere Klima und die Weinbau-Tradition eine Fülle von hochkarätigen Most-Erzeugnissen zu Tage. Die ganze Kraft der Region konzentriert sich in unverwechselbaren Rieslingen und Grünen Veltlinern. […] → zu Ende lesen

Der Sommerhit: „Guacamole“

Der deutsche Sommer 2009 kämpft derzeit noch mit ureigenen Identitätsproblemen. Wohin führt denn nun sein Weg? Wohlig warmer Strahlemann oder doch traurig dreinblickender Miesepeter? Sein mexikanischer Cousin kennt diese Sorgen dagegen überhaupt nicht. Immer bestens in Stimmung mit massig „Sol“ im Gepäck sorgt er seit jeher schon für jede Menge kulturelle Errungenschaften, die oftmals ihren schöpferischen Gipfel auf der Gabel erreichen.

Die Kontextschmiede empfiehlt daher in dieser derzeit depressiven Jahreszeit sich mit wässrigem Mund nach Mittelamerika zu wenden und sich einen stimmungsfördernden Dip zu zaubern. Aber was heißt hier Zaubern. Frei nach dem Motto „Nimm Drei“ ist die Guacamole in Windeseile auf dem Tisch. Herrlich zu Tortilla-Chips, Taquitos oder einfach als Brotaufstrich passt die „Avocado-Sauce“, wie das Nahuatl-Wort „ahuacamolli“ übersetzt wird, auch zur urdeutschen Sommertradition. Als schmackhafte Beilage zum Grillfleisch kalt serviert.

Ob Guacamole in Alaska sogar mit Fisch kombiniert wird, könnte Kevin Johansen verraten. Die Heimat hat der argentinisch-amerikanische Rock-Sänger schon länger hinter sich gelassen, neue Geschmackserlebnisse dafür entdeckt. Sein Sommerhit „Guacamole“ sollte den kriselnden deutschen Sommer bereits ein wenig aufheitern, vollendet locker-leichtes Lebensgefühl stellt sich jedoch erst mit dem Genuss des mexikanischen Dips ein.

Die größte Stärke der Guacamole ist sicherlich ihre Vielseitigkeit. Scharf, fruchtig oder herzhaft – auf der Grundlage der Avocado ist erlaubt, was schmeckt. Die Kontextschmiede hat sich für eine klassische Variante mit leicht regionalem Einschlag entschieden.

Man nehme für vier Personen zwei reife Avocados, eine Tomate, zwei bis drei hart gekochte Eier, eine Knoblauchzehe, Zitronen/Limettensaft (Avocado behält die Farbe und wird nicht braun), Salz/Pfeffer und Schnittlauch. Alles klein schneiden und stampfen.



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