Wahre Liebe – Bremer Fans versuchen Zuculinis Herz zu erobern

Fortuna Köln, seines Zeichens NRW-Ligist, hat über die Plattform deinfussballclub.de (DFC), über die auch die Kontextschmiede  berichtete, vor gut einem Jahr für deutschlandweite Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto „Manage ein echtes Fußballteam!“ nehmen derzeit beinahe 11000 User mit prominenter Unterstützung durch Sönke Wortmann und Jens Nowotny Einfluss auf diverse Entscheidungen rund um Mannschaft und Verein. Neben alltäglichen Dingen, wie der Mannschaftsaufstellung, steht zur Zeit beispielsweise eine Abstimmung über einen Antrag für die Lizenz zur Regionalliga-Saison 2010/11 auf der Agenda der Teilnehmer.

Etwas subtiler werden Fans des SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim (Dienstag, 09.02.2010, ab 20:15 live in der ARD) versuchen, die Geschicke ihres Vereins zu beeinflussen: […] → zu Ende lesen

Entscheidungen im Fußball – von der Individualtaktik zur Mannschaftstaktik

Das Bessere ist der Feind des Guten. Diese Feststellung gilt insbesondere für den sportlichen Wettkampf, folglich auch für den Fußball. Es geht in jeder Stuation des Spiels darum, die besseren Entscheidungen zu treffen. Die Grundlagen für diese Entscheidungen werden zwar im Training gelegt, aber jeder Trainer muss schließlich Adi Preißler zustimmen: „Entscheidend is auf’m Platz.“

Het moeilijkste voor een coach is de spelers de keuze te laten. Maar dat is wel wat het is; voetbal is een keuzesport.

Louis van Gaal

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Position vs Funktion – Begriffsklärung für die Taktiktafel

Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.

1. Position

Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren. […] → zu Ende lesen

Falsche Freunde im Fußball

Als falschen Freund bezeichnet man in Lehrerkreisen jene Vokabeln einer Fremdsprache, die sich so sehr anhören wie ein Wort aus der Muttersprache, dass der Schüler gerne annimmt, das Wort schon zu kennen. Zwar finden sich ab und an tatsächlich Wörter in einer Fremdsprache, die der eigenen Sprache entlehnt sind. Leider ist die Bedeutung von gleichlautenden Wörtern jedoch häufig grundverschieden. Ein englisches genie zum Beispiel ist ein deutscher Flaschengeist. Dieses Problem, dass sich scheinbar bekannte Inhalte in vertrauten Aussagen verbergen, macht auch vor dem Fußball nicht halt.

Der Gefoulte schießt nie selbst: Ziemlich egal und ausländischen Stürmern ein ungläubiges Kopfschütteln wert.Wenn über Fußball gesprochen wird besteht immer der Bedarf, die Komplexität des Fußballs auf einfache Aussagen zu reduzieren. Dabei scheint es den Protagonisten der Berichterstattung allerdings mehr um Knackigkeit als um Richtigkeit der Aussage zu gehen. Ein Phrasenschwein adelt Allgemeinplätze noch zusätzlich – anstatt hohle Phrasen als sinnfrei zu entlarven, bekommen sie den Anstrich der trivialen Sinnhaftigkeit. Dadurch wird die Tendenz, dass im Fußball alte Weisheiten nie überprüft werden, noch gefördert: Die alten Sinnsprüche werden durch bloße Wiederholung zur unangreifbaren Wahrheit und es kommen stets neue hinzu. Roland Loy verrichtet im wahrsten Sinne Sisyphusarbeit, wenn er versucht, mit falschen „Wahrheiten“ aufzuräumen. […] → zu Ende lesen

Bayerische Fähnchen im Wind

Neulich war zu lesen, Karl-Heinz Rummenigge wolle Real Madrid im Falle des weiteren Werbens um Bayern Münchens Superstar Franck Ribéry verklagen. In den wichtigen und von Natur aus bereits unruhigen Wochen der Sommervorbereitung ist es dabei durchaus verständlich, dass die bajuwarische Führungsriege empfindlich auf die ständigen Störfeuer aus der spanischen Hauptstadt reagiert. Zumal eine Kontaktaufnahme mit einem Spieler ohne vorherige Information und Zustimmung seines derzeitigen Vereins gemäß den FIFA-Statuten erst sechs Monate vor Vertragsende gestattet ist. Rummenigges Drohung mag also verständlich sein. Erst recht, wenn damit die Hoffnung verbunden ist, endlich Ruhe an der Säbener Straße einkehren zu lassen. Dennoch, Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender winkt aus dem Glashaus. Ein Kommentar der Kontextschmiede.
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Kurioses aus dem Sommerloch: Markus Babbel

Die Sommerpause ist nicht nur den treusten Fußball-Anhängern ein Graus. Auch Spieler und Verantwortliche der Profi-Clubs wissen dann trotz U21-EM und Confed-Cup, die in diesem Sommer das schwarze Loch füllen, oftmals recht wenig mit sich anzufangen. Die fußballfreie Zeit kombiniert mit gelangweilten Journalisten fördert dabei so manche Kuriosität zu Tage. Die Kontextschmiede begleitet die Protagonisten der schönsten Nebensache der Welt zwischen den Fußballjahren.

Für die meisten Fußballprofis sind die Sommerferien schon vorbei. Auf Schalke wird jetzt richtig gearbeitet und manche wünschten sich angesichts des harten Trainingsalltags vielleicht, sie hätten sich im Urlaub nicht so gehen lassen.

Im Ländle wird nicht ganz so hart geschafft. Hier dürfen manche noch etwas länger auf die unbequemen Kabinenbänke verzichten: Jens Lehmann wurde zum Beispiel Sonderurlaub gewährt, weil er in seinem Alter Steigerungsläufe „nicht mehr machen müsse“. Diese Einsicht hatte zumindest sein gnädiger Trainer, der sich selbst Urlaub ganz anderer Art verordnete: Weil er drei Jahre jünger als sein Torwart-Routinier Weil er für die anstehenden Übungseinheiten als Koordinator unabkömmlich ist, drückt er sich gleich zu Beginn des neuen Schuljahres vor dem Drücken der Schulbank. Eigentlich müsste der Autodidakt beim Trainerlehrgang anwesend sein, aber er kalkuliert die erlaubten Fehlzeiten so abgebrüht wie ein erfahrener Pennäler in seine Schullaufbahn ein.

Vielleicht hat er dafür seinen Stürmer um Rat gefragt. Auch Ciprian Marica trudelte nämlich etwas später als die übrigen Kollegen zum Trainingsauftakt der Stuttgarter ein. Er hatte die Kabinenbank freiwillig gegen die Schulbank getauscht und bekam Sonderurlaub, um in Rumänien sein Abitur nachzumachen. Neben Englisch liegen seine Stärken besonders in der von ihm geliebten Mathematik. Markus Babbel weiß schon, wofür er seinem Rechenkünstler frei gibt: Wenn für den Trainer die Prüfungsphase beginnt, kann ihm Marica bestimmt mit weiteren Tipps aus dem Schulalltag helfen – nicht nur mit solchen zu gekonntem Schwänzen.



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