Position vs Funktion – Begriffsklärung für die Taktiktafel

Ein Problem, dem der geneigte Leser und natürlich auch die Leserin in der Diskussion um Taktik im Fußball begegnet sein mag, ist die mangelnde Klarheit der Begriffe, mit denen hantiert wird. Bevor wir uns im Folgenden mit Strategien zur Torverhinderung oder erfolgsträchtigen Offensivbemühungen beschäftigen, ist es vielleicht angebracht, ein wenig über diese Begriffe nachzudenken. Zwei häufig problematische Begriffe sollen zur Erläuterung als Beispiel dienen: Position und Funktion.

1. Position

Die gängigen Erklärungsansätze zu taktischen Varianten im Fußball gehen davon aus, dass räumliche Kontrolle eine entscheidende Größe für das Spiel sei. Felix Magath verglich Fußball tatsächlich einmal mit Schach, weil es insbesondere darum ginge, die Positionierung der Spielfiguren oder Spieler in besonders gefahrenträchtigen Räumen in der Mitte des Spielfeldes zu kontrollieren.

In der geläufigen Diskussion werden deswegen Spielsysteme herangezogen, mit denen die Grundordnung der Spieler einer Mannschaft auf dem Feld beschrieben werden soll: 4-3-3, 4-3-2-1, 3-5-2, das WM-System und dergleichen mehr. Wer sich um Präzision der Spielbeschreibung bemüht, unterscheidet immerhin zwischen der Grundordnung bei eigenem gegenüber der von gegnerischem Ballbesitz. Es wird zum Beispiel ein 4-3-3 in der Rückwärtsbewegung zu einem 4-5-1. All diese Formationen unterteilen das Spielfeld in Zonen, die jeweils die gesamte Breite des Spielfeldes einnehmen.  Sie bieten somit einen Kompromiss zwischen absoluter Positionierung  der Spieler auf dem Feld und relativer Positionierung der Spieler auf einer vertikalen Achse. Eine Beschreibung wie „4-4-2 mit Raute“ oder 4-1-2-1-1 erläutert, dass es mehr als nur drei Zonen gibt, auf die Spieler sich verteilen. Es sollte dem Fußballfreund allerdings stets bewusst sein, dass diesem statischen Modell  eine Reihe von Informationen fehlen.

Wie viele Spieler sollen bei gegnerischem Ballbesitz hinter dem Ball Räume und Passwege einschränken? Welche Spieler sollen vor dem Ball als Gefahrenquelle bei Balleroberung Unruhe stiften? Welche Abstände sollen die Spieler hinter dem Ball zu ihren jeweiligen Nebenmännern einnehmen? Auf welcher Distanz vom eigenen Tor wird die Verknappung des Raumes angestrebt? Welche Räume werden bei Ballbesitz gezielt gesucht und welche als freier Raum für Spielverlagerungen frei gehalten? Diese und ähnliche Fragen werden durch eine statische Beschreibung der Formation nicht beantwortet. Schlimmstenfalls verschleiert der Blick auf die absolute Grundordnung sogar den Blick auf die entscheidenden taktischen Anweisungen.

Wer sich das Spiel aus der Vogelperspektive anschaut, sieht schnell, dass sich alle Akteure stets um den Ball herum gruppieren und sich gewisse Muster je nach Spielsituation an verschiedenen Orten des Platzes wiederholen. Eine Beschreibung dieser Choreografie kann die Reduzierung taktischer Überlegungen auf statische Modelle nicht leisten.

2. Funktion

Ein noch viel gravierenderes Problem und womöglich eine deutsche Eigenheit des Fußballdiskurses ist die mangelnde Trennung von Position und Funktion. Beide werden ständig unter einen gleichlautenden Begriff zusammengefasst, gerne eine historisch positionsgebundene Rückennummer. So kommt es zu skurrilen Zahlenspielen ohne inhaltlichen Wert. Beispielsweise fabuliert der Kaiser persönlich, dass Michael Ballack kein klassischer Zehner sei, aber auch kein richtiger Sechser. Der Achter sei ohnehin der Zehner des neuen Jahrtausends und in den 80ern war Pink das neue Schwarz. Die Fixierung auf Zahlen, die für Positionen stehen, die aber gleichzeitig eine damit einhergehende Funktion des Spielers auf dieser Position erläutern sollen, haben Monster wie die Doppelsechs hervorgebracht. Bevor noch eine dreiköpfige Kreatur mit der mythologischen Urgewalt des Zerberus den Raum vor dem Strafraum bewacht, sollte diese Chimäre von Position und Funktion aus dem Diskurs über Fußball verbannt werden.

Die Position eines Spielers gibt keine umfassenden Informationen über dessen Funktion vor. Ein Spieler, der in der Defensive den Raum zentral vor den auf einer Linie verteidigenden Abwehrspielern besetzt, kann sich bei Ballbesitz darauf beschränken, als Anspielstation für Kurzpässe der Verteidiger zu dienen und Bälle stets auf kurzem Weg in den Fuß der Mitspieler zu spielen. Er kann aber genau so gut die Anweisung haben, selbst den Ball durch das Mittelfeld zu tragen und nach Lücken für Zuspiele in den freien Raum über mehrere gegnerische Spieler hinweg zu suchen. In der Defensive kann er sich darauf beschränken, Passwege zu blockieren und Laufwege einzuschränken. Er kann aber auch der Spieler sein, auf den die Mitspieler in seiner Nähe den gegnerischen ballführenden Spieler lenken, damit er die Balleroberung durch direktes Tackling versucht.

Selbst der Ausdruck Verteidiger beschreibt eher die Position des Spielers als seine Funktion. Manchem Spieler, der in der Grundordnung bei gegnerischem Ballbesitz auf einer Linie mit anderen Abwehrspielern das Zentrum vor dem Tor besetzt, ist es bei eigenem Ballbesitz gestattet, als Anspielstation bis in den gegnerischen Strafraum vorzustoßen. Wenn der Gegner auf breite Kontrolle des Mittelfelds bedacht ist und dafür nur einen Stürmer in die Nähe des Strafraums stellt, kann von vier Verteidigern einer gemäß den Anschauungen des Totaalvoetbal seine Freiheit nutzen, sich in der Offensive zu betätigen. Lucio nahm sich solche Freiheiten gerne auch ungeachtet der gegnerischen Raumaufteilung.

Neue Fußballsprache braucht das Land

Einige der Anglizismen und Wortneuschöpfungen, die in jüngerer Zeit Eingang in den Diskurs finden, sind dem Bedürfnis nach genaueren Beschreibungen geschuldet. All zu häufig werden sie von den reaktionären Kräften der Stammtischkultur  vorschnell verhöhnt und abgelehnt. Selbst wenn der „Umschaltspieler“ nicht leicht von der Zunge geht oder der „target player“ als englischer Ausdruck die Anmutung des Unternehmensberaterjargons hat, sind beides Begriffe, die eindeutig eine Funktion eines Spielers beschreiben. Manche Ausdrücke mögen tatsächlich überflüssig sein und zu Recht wieder aus dem Wortschatz der deutschen Fußballsprache verschwinden. Zumindest aber für die Beschreibung von Position und Funktion oder Aufgabe eines Spielers in taktischen Überlegungen sollten wir uns nicht mit Chimären wie der Doppelsechs begnügen. Bis treffendere Bezeichnungen ihren Weg in den Wortschatz der Fußballdiskussion gefunden haben, wird diese Reihe sich mit ausschweifenden Beschreibungen um Präzision bemühen.

Anhand von horizontalen Positionsangaben „links, halblinks, zentral, halbrechts und rechts“ werden die Spieler in einem Verbund sortiert. Mehr als fünf Spieler in eine Reihe zu stellen, läuft meines Wissens einer effizienten Raumverknappung zuwider. Sollte es trotzdem Gegenbeispiele geben, muss ich wohl Abbitte leisten und nachbessern.  Die vertikale Ordnung soll durch eine Unterteilung von „Abwehr, defensives Mittelfeld, Mittelfeld, offensives Mittelfeld, hängende Spitze, Spitze“ nachvollzogen werden. So weit es passend erscheint, möchte ich auf vertraute Begriffe zurückgreifen und diese nach Bedarf präzisieren. Wenn wir darauf achten, dass aus der Position nicht gleich die Aufgabe eines Spielers eindeutig definiert ist, können wir uns mit Attributen, die wir für die jeweilige Position vergeben, ein recht präzises Bild von taktischen Anweisungen machen.

Dann kann ein zentraler Mittelfeldspieler, der sich bei Ballbesitz in einem Korridor kurz vor der gegnerischen Abwehrkette zum Ball hin anbietet und Flügelläufe über Pässe in den Raum initiiert, den „klassischen Zehner“ ablösen. Vor allem, wenn er bei gegnerischem Ballbesitz dafür zuständig ist, das Pressingopfer zu isolieren und zu attackieren. Das sollte heute keiner von Günter Netzer verlangen.

Vielleicht hat die ein oder andere Leserin oder auch manch ein Leser ja eigene Vorstellungen, welche Feinheiten taktischer Analysen genauerer Bezeichnungen bedürfen. In den verschiedenen Sprachen der Welt, in denen über Fußball diskutiert wird, finden sich sicherlich Anregungen für das Deutsche. Und für die Taktiktafel.

Die Kommentare sind abgeschaltet.

  • nedfuller sagt:

    Wie bei twitter schon gesagt:
    In dem Video die Einblendungen länger drauf lassen, man kann es sonst nicht lesen.
    Technisch klasse gelöst.

    Der Text ist flüssig zu lesen und man versteht, wohin das ganze gehen soll.

    Bitte weiter so!

  • d’accord mit nedfuller. Meistens sagt man ja: Drück auf die Tube, fass dich kurz. Bei einem solchen Stoff gilt eher das Gegenteil. Alle Texteinblendungen brauchen 5 Sekunden minimum. Der Sprecher muss entsprechende Pausen machen oder das Sprechtempo moderieren. Man sollte nicht davon ausgehen, dass der Zuschauer auf die Pausetaste drücken kann, um so sich sein eigenes Rezeptionstempo zu basteln. Der Fluss des Ganzen geht dabei verloren. Und der ist Teil der Präsentation.

    Ansonsten: hervorragende Anwendung grafischer Ideen. Auch für so etwas spendiere ich bei Bedarf gerne Musik für Intro und Abspannzwecke.

  • heinzkamke sagt:

    Ich fühle mich ein wenig wie in der Sendung mit der Maus, und das ist keineswegs negativ gemeint.

    Die Sache mit den Positionsnummern sehe ich übrigens keineswegs als deutsche Eigenheit, eher im Gegenteil. In den frühen 90ern war ich zunächst etwas irritiert, als ich in Frankreich gerne mal auf die 6 oder die 10 geschickt wurde, eben weil ich das aus Deutschland absolut nicht kannte. Ich habe eher den Eindruck, dass junge Trainer und junggebliebene Reporter das importiert haben.

  • erz sagt:

    Die Bemerkungen zum Timing sind zur Kenntnis genommen und fließen in meinen Erfahrungsschatz ein. Ich hatte extra an der Geschwindigkeitsschraube gedreht, um das Video so knackig wie möglich zu machen. Wenn die Leser hier mehr Wert auf Informationstiefe in der Grafik legen, werde ich das im Hinterkopf halten.

    Allerdings sollte dieses Video neben einer Fingerübung in visueller Aufbereitung ein Testballon für zwei konkrete Anhaltspunkte sein:

    1. Besteht Bedarf und Interesse an einer sehr theoretischen (sagen wir arrogant stammtischfremden) Fußballdiskussion wider das Bielefeldistentum, wie ich sie mit den letzten Artikeln positioniert habe und nehmen die Leser überhaupt als Kommentatoren daran teil?

    2. Bietet die grafische Aufbearbeitung so viel Mehrwert, dass sie die nötige Aufmerksamkeitshürde für den Start einer regelmäßigen Diskussionsrunde nimmt?

    Wenn die Themen, die ich mit der Taktiktafel anreiße, Diskussionsgrundlage werden, werde ich daraus eine Serie machen. Ohne einen merklichen Ertrag (am liebsten wären mir eloquente Kommentare, damit ich auch was lerne, Klicks sind da eher nebensächlich) ist allerdings der Aufwand nicht gerechtfertigt. Ich hatte mir vorgestellt, dass die Kommentare auch immer wieder Anknüpfungspunkte für weitere Episoden bereiten sollten.

    Also, wie soll es mit der Taktiktafel weitergehen? Ist die thematische Ausrichtung verständlich? Ist sie womöglich vermessen und unsäglich? Wollt ihr vom Zwölfender auf der Doppelsechs nicht lassen und einen Gehörnten tun, auf die Zehn zu verzichten?

  • heinzkamke sagt:

    Ich bezweifle, dass wir die Fußballsprache sozusagen bottom-up ändern werden. In aller Regel orientiert sie sich meines Erachtens an den Ländern, die uns (im Idealfall) taktisch voraus oder (weniger ideal) einfach nur populärer sind.

    Wenn Steffen Simon meint, dass One-Touch-Football und der Target Player nicht nur cool, sondern auch mehrheitsfähig sind, dann geht er damit auf die Sportschau-Zuschauer los, und in vielen Fällen werden die Begriffe millionenfach übernommen (noch extremer, wenn Jürgen Klopp etwas gesagt hat).

    Insgesamt ist mir der Gedanke an eine sprachliche Revolution etwas zu missionarisch, vielleicht auch auf einer zu hohen Abstraktionsebene.
    Noch spannender fände ich es zudem, nicht das Fußballspiel an sich in zwei Minuten darzustellen, sondern einzelne Ausschnitte. Ad-hoc-Beispiele: Anforderungsprofil an einen Außenspieler in der Viererkette; die Vorteile der Raute gegenüber der Doppelsechs (sic!); Veränderungen des Spielsystems, wenn man Außenstürmer „falsch herum“ besetzt, etc…

  • Vergiss mal für einen Moment lang die Inhalte. Es geht doch hierbei zunächst um die Umsetzung und deren Strahlkraft.

    Minuspunkte:
    Keine Spielbilder, weil du das Geld für Lizenzen nicht hast
    Keine optimierte, von Kreativspezialisten hergestellte Animation (sicher auch ein Geldproblem)
    Kein Publikum – quantitativ und qualitativ (keine Vermakrungsstrategie)
    Der anklingende Humor ist zu leise und geht gegen Null

    Pluspunkte:
    Sachverstand und Medienkompetenz
    videotechnisches Basis-Know-how
    Vision und Konzeptdenken bei einem Thema, in dem es bisher keine guten Kreativlösungen gibt

    Anregung:
    1. Schau dich mal bei YouTube um und sieh mal, ob es Animationen und Arbeitsansätze gibt, die dir liegen und eingearbeitet werden können. Ich habe festgestellt, dass Leute (Amateure), die dort ihre Arbeiten hochladen, froh sind, wenn man sie um die Erlaubnis bittet, ihr Material zu benutzen. Auch wenn man von vornherein sagt: sorry, ich habe kein Geld. Beispiele für solche Leihgaben in meiner noch nicht sehr weit fortentwickelten Serie „Neulich im (Sport)Fußball-Universum“ auf YouTube oder bei mir im Blog.

    2. Stelle dir als Publikum lieber eine Gruppe von kleinen wissbegierigen Kindern vor und nicht die oberschlauen Fußball-Stammtisch-Macker, die sowieso unbelehrbar sind.

    3. Überlege, wo in den etablierten Medien effektive Abspielpartner sitzen können. Zu den Etablierten zähle ich auch Fachpublikationen, die sich an Trainer wenden. So etwas Gutes nur auf dem eigenen Blog abzuspielen, ist verschenkt.

    4. Tatsächlich muss der logische Denkansatz rund um deine Idee sein, eine Serie mit zahlreichen Folgen zu entwickeln. Und die dann auch auf Produktionseffizienzen hin zu konzipieren. Das machen die Profis nicht anders. Gleichzeitig wird das einzelne Produkt immer besser.

    5. Mindestens noch zwei weitere Folgen würde ich gerne sehen. Allein weil ich glaube, dass etwas Gutes dabei herauskommt

  • erz sagt:

    Ich fühle mich natürlich geschmeichelt, dass die grafische Umsetzung so gut ankommt. Darüber möchte ich aber die Inhalte nicht ausblenden, denn ich hatte eigentlich nur ein Gimmick schaffen wollen, dass eine Taktikdiskussion durch Visualisierung erleichtert. Ich wollte keine animierte Alternative zur Sportschau schaffen.

    Bei all meiner Tendenz zur Selbstüberschätzung Jürgen, so groß wie du das skalierst kann und möchte ich die Präsentation gar nicht werden lassen. Ich wäre ganz zufrieden, wenn sich nach und nach ein feines Stammpublikum zur vereinsunabhängigen, etwas theoretischeren Fußballdiskussion auf dem eigenen Blog einfände. Ausgangspunkt dieses Angebots war schließlich meine Annahme, dass in der Fußball-Blogosphäre genau diese Nische noch frei ist.

    Eine Serie wollte ich daraus natürlich entwickeln. HeinzKamke hat auch die Themenbreite, die ich aufarbeiten wollte, ganz gut abgesteckt. In jeder Folge soll es um ein anderes Detail gehen. Wenn sich daraus eine Diskussion entspinnt, welche Wirkmechanismen im Fußball es gibt und wie man diese bewertet, wäre ich schon zufrieden.

    Den linguistic turn im Fußball werden wir sicherlich nicht von unten erzwingen. Es ging mir auch in erster Linie darum, ein Problembewusstsein zu schaffen, dass Fußball in manchen Dingen komplizierter ist, als es die Begrifflichkeiten vermuten lassen. In Zukunft wird hoffentlich die Einstiegshürde zur Diskussion niedriger sein, wenn die Abstraktionsebene nicht gar so abgehoben ist. So bin ich halt auf hohem R0ß in die Arena geritten und muss davon erst mal wieder herunter kommen.

  • nedfuller sagt:

    Ich hoffe nicht zu spät:

    1. Besteht Bedarf und Inter­esse an einer sehr theo­re­ti­schen (sagen wir arro­gant stamm­tisch­frem­den) Fuß­ball­dis­kus­sion wider das Bie­le­fel­dis­ten­tum, wie ich sie mit den letz­ten Arti­keln posi­tio­niert habe und neh­men die Leser über­haupt als Kom­men­ta­to­ren daran teil?

    2. Bie­tet die gra­fi­sche Auf­be­ar­bei­tung so viel Mehr­wert, dass sie die nötige Auf­merk­sam­keits­hürde für den Start einer regel­mä­ßi­gen Dis­kus­si­ons­runde nimmt?

    zu 1.
    Ich denke es gibt das ‚Bedürfnis‘ über das Doppelpass Niveau hinaus über Fußball zu reden. Ich würde mich daran auch beteiligen und das auch noch gerne, ergo antworte ich JA!
    zu 2.
    Gerade das grafische Abbilden des geschriebenen wirkt noch deutlicher und das Thema wird besser zugänglich, also auch hier ein deutliches JA!

    • Tobias sagt:

      Ich schließe mich meinem Vorkommentierer hundertprozentig an und möchte noch etwas zu den Nummern und den Positionen verlieren: „Doppelsechs“ sagt sich viel einfacher und kürzer als „Halbpositionen im defensiven Mittelfeld“ und die Experten wissen, was gemeint ist, auch wenn es nicht unbedingt dem modernsten Taktikschema (im Sinne von Nachfolgemodell für 4-4-2 und 4-3-3, so wie du es erklärt hast) entspricht.

  • tafelrunde sagt:

    Da stößt man spät-nachts und dann auch noch viel zu spät, wenn man die Veröffentlichung betrachtet, auf so einen Beitrag. Wow. Obwohl selbst „nur“ Fußball interessiert und wirklich kein Fachmann, werde ich diese Seite wohl künftig regelmäßig aufsuchen.
    Genau das fehlt im Fußball-Kosmos. Fundierte Analysen, wie und was überhaupt vorging und vorgeht.
    Bitte mehr und ständig davon. Am besten beispielhaft an den aufmerksamkeitsstärksten Spielen ausgerichtet. Wenn das möglich ist.
    So würde Diskutieren über ein Spiel auch für „Theoretiker“ Spaß bringen.

  • Eine klasse Idee!

    Denn ich glaube, dass die klassischen Medien das Taktikinteresse vieler Fans unterschätzen. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender orientieren sich nur noch am Mainstream, der zufällig in der Sportschau landet: der kleinste gemeinsame Nenner im Journalismus ist immer Personalisierung und Emotionalisierung. Bei den prominenten Showleuten fehlt auch Sachkenntnis: je mehr Kochshows einer moderiert, desto weniger Spiele sieht er, und das merkt man.

    Gerade die Zeitungen könnten mehr machen, wie neulich im österreichischen blog ballverliebt.eu am Beispiel des Guardian diskutiert.

    Leider kann jede graphische Darstellung nur Gruppentaktik darstellen. Aber Individualtaktik ist genauso spannend. Welche Entscheidung sollte der Stürmer bei welcher Situation im 1 gegen 1 gegen den Keeper treffen? Wie sollten Mittelfeldspieler den Ball aus der Abwehr verarbeiten, damit sie ihre Funktion im Spielsystem erfüllen? Letzteres für mich eines der zentralen Probleme der Bayern bei eigenem Ballbesitz, das kann auch ein Robben auf dem Flügel nicht kompensieren.

  • erz sagt:

    Witzig, Individualtaktik war etwas, über dessen grafische Umsetzung ich kürzlich nachgedacht habe. Wie ich noch näher ranzoomen kann und dem Punkt zwei Füße verpassen zum Beispiel. Ich vermute sogar, dass der nächste Beitrag etwas mit Stürmern und Entscheidungen zu tun haben wird. Auf jeden Fall wird es Fortsetzungen geben.

  • Das mit den zwei Punkten bzw. Füssen ist ’ne gute Idee. Denn Beidfüßigkeit in der Defensive ist auch so ein spannendes Thema. Ich würde gerne darstellen können, dass am Samstag vor dem 0:1 Boenisch im Zweikampf mit Dzeko mit dem falschen Fuss voraus in den Zweikampf gegangen ist.

  • Nochmal Frage an den Informationsvorsprüngler: wie bekommst du es hin, dass die Punkte sich gleichzeitig bewegen. Schaffe es irgendwie nur nacheinander. Stehe auf dem Schlauch… :(

  • erz sagt:

    Bei Keynote gibt es eine Option, in welcher Reihenfolge die Animationen laufen sollen. Dort kann man auch „gleichzeitig mit X“ angeben. So einfach ist das. Oder so viel Arbeit. Jede Animation besteht halt aus lauter verschiedenen Einzelanimationen.

  • Ulf sagt:

    Hallo Erz,

    finde die Erklärung auch top, und wie von den Vorrednern möchte auch auch die Grafik loben. Vor Kurzem habe ich ebenfalls eine Taktiktafel für den Onlinebereich erstellt: http://taktiktafel.info/taktiktafel/ – Allerdings eher für die Sportart Volleyball und lange nicht so grafisch ausgefeilt. Deine Grafiken gefallen mir gut, besonders der Schiefer-Hintergrund macht die Sache authentisch, so wie früher in der Kabine.



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